ZEICHEN DER ZEIT


Zurück zum Inhalt

Hilfe für Alkoholkranke

Der ungestillte Durst nach Gott

Von Irene Ertl

Das 20. Jahrhundert wurde bereits als Zeitalter der Süchte bezeichnet. Immer mehr Menschen werden heute abhängig, sei es nun von Alkohol, Drogen, Glücksspiel und vielem mehr. Warum ist das so? Auf diese Frage gibt es sicherlich mehrere mögliche Antworten und unzählige Theorien. Die eigentliche und tiefste Wurzel der Sucht beschreibt jedoch der Tiefenpsychologe C.G. Jung So: "Alkoholismus ist auf niederer Stufe das Äquivalent für den spirituellen Durst nach Gott."

Nicht nur der Alkoholismus, sondern auch jede andere Sucht kommt aus der Sehnsucht nach dem ursprünglichen paradiesischen Zustand, in dem der Mensch mit Gott, mit sich selbst und mit den anderen Menschen in Frieden und Harmonie lebte.

Süchtige Menschen versuchen, ihr Verlangen nach innerem Frieden und seelischer Befreiung mit Hilfe eines Ersatzmittels zu befriedigen. Das hat zur Folge, daß sie sich in schwere Beziehungskonflikte hineinmanövrieren und ihre tiefe Sehnsucht nach Gott ungestillt bleibt.

Als eigentliche Störung verbirgt sich hinter Alkoholismus und anderen Formen von Abhängigkeit häufig eine depressive Grundstimmung. Aufgrund von Mängeln in ihrer Persönlichkeitsentwicklung erleben sie sich minderwertig und schwach. Deshalb sind sie oft nicht nur von einem Stoff abhängig, sondern auch von der starken Zuwendung der Menschen ihrer Umgebung. So kommt es zu überhöhten Ansprüchen und Riesenerwartungen, die zwangsläufig zu Enttäuschungen führen. Vorwürfe und Distanzierung sind die Folge, worauf die Umgebung mit Rückzug reagiert. Dadurch isoliert sich der Suchtkranke immer mehr.

Er empfindet sein Leben zunehmend als sinn- und hoffnungslos. Um diesen Zustand ertragen zu können, versetzt er sein Gehirn durch Suchtmittel in einen Narkosezustand. Das verschafft zunächst Erleichterung gibt Scheinlösungen für die Probleme. Das Verlangen nach diesem Zustand beherrscht den Abhängigen aber mehr und mehr. Um diesen Zustand wieder und wieder herbeizuführen, setzt er alles ein, auch Unaufrichtigkeit und Täuschungsmanöver gegenüber seiner Umwelt.

Allerdings verschlechtern sich dadurch die Beziehungen zu seinem Umfeld mehr und mehr. Ein Teufelskreis hat begonnen. Aus ihm kommt kaum jemand allein heraus. Um diesen Menschen Hilfestellung zu geben, wurde in Wien vor drei Jahren eine Beratungsstelle des Blauen Kreuzes, dessen Grundlage die Heilige Schrift ist, eingerichtet. Betreuung, Beratung und Begleitung sind unser Anliegen.

Denn der Weg aus der Abhängigkeit ist lang und holprig. Es ist dann aber umso schöner, wenn ein Mensch mit dem alten Leben bricht, mit sich und Gott ins Reine kommt, und ein sinnvolles, neues Leben beginnt. Natürlich gibt es in dieser Arbeit auch genügend frustvolle Momente, wenn Leute die Begleitung abbrechen oder wieder zu trinken beginnen. Ohne Gottes Kraft, Gebet und dem klaren Wissen, daß diese Arbeit ein sehr wichtiger Dienst, ja eine Berufung ist, könnte wohl kaum jemand längere Zeit dabeibleiben. Diese "Verbindung nach oben" ist wohl die Basis für solch eine Arbeit. Gott gibt Kraft und auch die Freude für unser Tun.

Österreich zählt zu den Ländern mit dem höchsten Alkoholkonsum: 10,5 Liter reinen Alkohols pro Kopf werden jährlich konsumiert. Die Zahl der chronisch Alkoholkranken wird (offiziell) mit 300.000 Personen angegeben. Mindestens 500.000 sind schwer alkoholgefährdet!

In einem Land, wo ganze Landstriche nach alkoholischen Getränken benannt sind (Most- und Weinviertel), ist es natürlich nicht leicht, Aufklärungsarbeit zu leisten. Deshalb ist es für jemanden, der einmal in die Abhängigkeit hineingerutscht ist, immens schwer, gegen diesen "Alkoholstrom" zu schwimmen.

Er gilt als willensschwach, wenn er in den Augen der Umwelt unmäßig trinkt, jedoch wird ihm Unmännlichkeit vorgeworfen, wenn er nicht trinkt. Kaum jemand hat Verständnis dafür, wenn zu Sylvester oder zum Geburtstag nicht mit Alkohol angestoßen wird. Es bedarf einer großen Willenskraft und Ich-Stärke, hier keinen Alkohol zu trinken. Oft wird man dann als langweiliger Außenseiter abgestempelt.

Nun ist es leider so - dieses Wissen ist leider nicht allzu verbreitet - daß ein alkoholkranker Mensch nie mehr "normal" trinken kann. Er muß sich also vom Alkohol fernhalten, da er sonst zu einem unmäßigen Trinken zurückkehren wird. Das ist sowohl für den Betroffenen wie für seine Umgebung schwer zu akzeptieren. Trotzdem ist es der einzige Weg, diese Krankheit zum Stillstand zu bringen. Aus diesem Grund leben wir Mitarbeiter abstinent. Es ist für alkoholkranke Menschen eine große Hilfe, wenn sie bei anderen sehen, daß es nicht unmöglich ist, ohne Alkohol zu leben. Die meisten können sich das am Anfang der Begleitung überhaupt nicht vorstellen.

Das Blaue Kreuz will solch eine Anlaufstelle sein, wo all die kommen können, die von ihrer Umgebung und Familie schon abgeschrieben wurden. Es wird ihnen mit Würde und Nächstenliebe begegnet. Keiner verachtet den Menschen, wenn er zum xten Mal das ganze Einkommen an einem Wochenende versoffen hat. Es ist so wichtig den Menschen ihre Würde wieder zurückzugeben, ihnen die Hand zu reichen und Hoffnung in sie zu setzen. Dann ist Heilung möglich, eine tiefe Begegnung zwischen zwei Sündern, die letztlich beide nur von der großen Gnade Gottes leben und wo keiner über dem anderen steht.

Probe-Ehe: ein vielfach praktiziertes Modell,
das letztlich schadet

Einen Menschen kann man nicht wirklich ausprobieren

Vorehelich zusammenzuleben - ist das nicht der beste Weg, um den anderen nicht allzu verklärt zu sehen?

P. Denis Sonet: Nein. Auch da träumt man. Unbewußt sehnt man sich weiterhin danach, ein glückliches, wunderbares Paar zu werden, man träumt von der heilen Familie. Da man sie aber nicht verwirklicht, sagt man sich: "Mit ihm ist es nicht." Da man aber schon Bindungen eingegangen ist, verharrt man im Hin- und Herschwanken: "Eigentlich möchte ich ihn verlassen, weil er mich enttäuscht, aber ich bleib' trotzdem." Gleichzeitig lebt man in der Illusion: "In zwei Jahren wird's besser sein". Viele, die so zusammenleben, sagen mir: "Wir werden heiraten, dann wird's schon werden." Nur das nicht! Die Ehe ist keine Werkstatt: Sie repariert keine schlecht funktionierende Beziehung.

Dabei lebt das Paar doch so, als wäre es verheiratet?

P. Sonet: Ja, aber mit einem Notausgang. Irgendwo in ihrem Hirn bleibt die Idee, daß sie gehen können, wenn sie wollen. Das führt dazu, daß man nicht alles d'ransetzt, sich aneinander anzupassen. Aber: Es ist gerade der Wille zur Dauer, der das Leben als Paar ausmacht. Dieses "Wenn's nicht klappt, gehe ich", das unterbewußt vorhanden ist, wirkt zerstörerisch. Die Partnerschaft ist in ihrem Kern geschwächt. Auch, weil man dazu neigt, die Probleme zu verdrängen oder unter den Tisch zu kehren, statt sich ihnen zu stellen. Es gibt aber keine konfliktfreie Partnerschaft, keine Beziehung ohne Anpassung durch den Konflikt. Verschobene Konflikte werden nämlich zum Abszeß, das einmal platzt... und dann geht alles in Scherben!

Wie gerne hätte ich, daß man das voreheliche Zusammenleben ebenso genau psychologisch und soziologisch untersucht,wie man es mit der Ehe getan hat! Das wäre aufklärend. Es stimmt: Die Ehe hat ihre Grenzen. Man weiß das, seit es sie gibt. Aber das unverheiratete Zusammenleben ist oft unter der scheinbar idealen Oberfläche eine Falle, die enormen Schaden macht und viele Enttäuschungen hervorruft.

Voreheliche Beziehungen als Liebesfalle?

P. Sonet: Ja. Diese Art der Beziehung gibt zu viel und gleichzeitig zu wenig. Zu viel, weil sie zu intensive, zu rasche Bindungen erzeugt, aus denen man sich nicht ohne Bruch freimachen kann. Zu wenig, weil es dem Paar die königliche Gnade des Sakraments ebenso vorenthält wie die Kraft, die ein festes und endgültiges Engagement verleiht. Eine unumkehrbare Entscheidung erzeugt eine Dynamik der Anpassung. Verheiratete Paare brechen die Brücken hinter sich ab: Sie zwingen sich dazu voranzuschreiten! Andere Paare lassen sich einen Notausgang offen.

Ist die Probeehe nicht so etwas wie ein kleineres Übel, um Scheidungen zu verhindern?

P. Sonet: Auf den ersten Blick scheint diese Idee überzeugend. Man lebt zwei Jahre miteinander: Klappt es, so heiratet man; wenn nicht, geht man auseinander ohne Anwalt, ohne Probleme mit den Finanzen, ohne Wehwehchen. Toll! Tatsächlich ist das ein Schwindel. Wenn man zwei Jahre zusammenlebt, hat man weder die Kinder, die Arbeitslosigkeit, die Krankheit, das Alter "ausprobiert"... Wer wirklich einen Test machen will, muß alles, was stören kann, ausprobieren. Dazu braucht man ein ganzes Leben, also... heiratet man am Vorabend seines Todes!

Zweitens bin ich nicht, so wie ich wirklich bin, wenn ich getestet werde. Man testet einen Gegenstand, ein Auto, einen Computer, einen Druckkochtopf - weil ein Gegenstand nichts von der Testsituation weiß. Aber kann man eine Person ausprobieren? Und kann man sich mit einem Fragezeichen binden, sich halb verschenken? Wüßte ich, daß die Probe-Ehe Scheidungen verhindert - ich denke, dann wäre ich dafür! Aber es ist ja das Gegenteil: Es gibt viel mehr Scheidungen dort, wo man vorher in einer Probe-Ehe gelebt hat.

Viele Junge wählen die Probe-Ehe aus Angst, sich zu irren. Wie können Verlobte sicher sein, daß sie richtig gewählt haben?

P. Sonet: Da gibt es keine Garantie! ... "Wären die Frauen bei der Wahl ihrer Liebhaber ebenso anspruchsvoll wie bei der Auswahl ihrer Strümpfe, hätten sie weniger Probleme," sagte Marcelle Auclair! Aber diese schrecklich menschliche Seichtheit ist verständlich: Die aufblühende Liebe idealisiert. Man projiziert auf den anderen Eigenschaften, die er nicht hat - und wie mächtig sind Träume! Man kann einfach nicht auf die eigensüchtige Freude, geliebt zu werden, verzichten. Und man ist auch ungeduldig... Und dann gibt es die sexuelle Abhängigkeit, die zur Fessel werden kann, und das gemeinsame Leben, das den Schritt zurück verhindert, es gibt den sozialen Druck, der manchmal zur Heiratsmaschine werden kann für zwei Junge, die miteinander gehen...

Was sind aber Ihre Maßstäbe?

P. Sonet: Erstens die Anziehung. Im Westen ist es heute fast notwendig, daß zu Beginn auf der Gefühlsebene eine Anziehung besteht. Die kleinste Schwierigkeit in der späteren Ehe würde notgedrungen auf das Fehlen einer solchen Leidenschaft zurückgeführt werden.

Aber reicht das?

P. Sonet: Selbstverständlich nicht! "Ich liebe" darf nicht heißen "Ich heirate sofort." Sondern - ich lerne kennen. In der Erwählung gibt es einen rationalen Aspekt ("Er verdient, geliebt zu werden, er hat diese Eigenschaften...") und einen irrationalen ("er gefällt mir, ich weiß nicht warum"). Beides muß übereinstimmen. Oberflächliche Divergenzen sind in einer Ehe unvermeidlich - und nicht unbedingt tragisch. Aber es mag tiefreichende geben, die eine unbedingte Kontraindikation für die Ehe darstellen: Homosexualität, eine zu enge Elternbeziehung, eine schwere geistige Belastung... Achtung auch vor zu großen Charakterunterschieden - allen Paaren gelingt es nicht, über sie hinauszuwachsen - und vor Meinungsverschiedenheiten in wesentlichen Fragen, etwa bezüglich des Kinderwunsches.

Erfordert das Heiraten ein Minimum an Reife?

P. Sonet: Ein Maximum, ja! Es ist schwer zu sagen, was einen Erwachsenen ausmacht und wann man erwachsen wird. Es gibt aber zweifellos Merkmale des Erwachsenseins. Die Fähigkeit zur Autonomie beispielsweise: Das Paar, das in finanzieller Abhängigkeit von den Eltern lebt, kann autonom sein, wenn es seine Entscheidungen verantwortet, ohne seiner Familie Rechenschaft zu geben. Es ist fähig, Verantwortung zu übernehmen.

Auch die Fähigkeit, Einsamkeit zu ertragen. Letztere ist eine existentielle Wunde des Menschen und man wird mit ihr auch in der Partnerschaft zurechtkommen müssen. Um für das Eheleben tauglich zu sein, muß man vorher auch zölibatär leben können; bevor man sich bindet, muß man gelernt haben, allein zu leben.

Und dann: Ist man zur Hingabe-Liebe fähig oder nur zur Liebe des Verlangens? Kommt man mit seinen Regungen zurecht? Kann man über seinen Egoismus hinauswachsen, vom Traum zur Wirklichkeit durchdringen? Etwa nach dem Motto: "Früher sagte ich: Sie hat alle gute Eigenschaften. Heute sage ich: Sie hat diesen Fehler, aber ich liebe sie." Wer erwachsen ist, kommt mit der Unvollkommenheit zurecht. Er nimmt seine eigen Grenzen an und die des anderen. Er lebt mit dem Frust, der aus jeder Entscheidung auch hervorgeht. Sich für eine Frau zu entscheiden, heißt auf tausend andere zu verzichten. Und sobald die Wahl getroffen ist, heißt es zu ihr zu stehen.

Wann weiß man denn, daß man die Frau, den Mann für's Leben gefunden hat?

P. Sonet: Wenn man gegen die anderen immun ist! Ein Paar, das sich vor dem 20. Lebensjahr liebt, geht ein großes Risiko ein: rasch konzentriert man sich da ausschließlich auf ein Wesen - und es gibt keine Wahl mehr. Später begegnet man Menschen im Berufsleben und denkt sich: "Zu dumm! Für diesen wäre ich bestimmt gewesen!" Es braucht die Gelegenheit zu einer gewissen Auswahl. Den Verlobten sage ich: "Tanzt mit anderen, schaut, ob Ihr in den Armen von jemand anderen Gefühle entwickelt."

Die Zärtlichkeit während der Verlobung ist ein Spielen mit dem Feuer?

P. Sonet: Das stimmt. Die sexuelle Regung dringt leicht in die Bresche der Zärtlichkeit. Der Trieb ist stets zum Sprung bereit - unter der Maske der Freundschaft. Dennoch bin ich erstaunt zu sehen, wieviele Junge zärtlich zueinander sind, ohne sexuelle Beziehungen einzugehen. Wenn Verlobte einander wirklich lieben, wächst beim Burschen ein tiefer Respekt.

Es ist aber schwierig jahrelang als Paar keusch zu leben, wenn man kein Engel ist!

P. Sonet: Es ist sogar unmöglich! Vor kurzem kamen zwei Verlobte zu mir: "Wir können nicht mehr, wir werden sexuelle Beziehungen eingehen. - Warum heiratet Ihr nicht? - Weil meine Schwester in drei Monaten heiratet... Zwei Hochzeiten, das geht doch nicht!" Was ist denn das für ein Argument! Meine Antwort darauf: "Ihr strebt nach einem christlichen Ideal? Ihr glaubt, daß im Ehesakrament jede Liebesbezeugung gleichzeitig auch eine Liebesbezeugung Christi ist? Na dann heiratet!"

Genügt es nicht, ein christliches Ideal zu haben?

P. Sonet: Wenn wahre Zärtlichkeit, echte Kommunikation, echte Anziehung, emotionale Reife vorhanden sind, dann ist es ein Unsinn darauf zu warten, daß das Studium beendet ist. Man kann von 22jährigen Jugendlichen nicht verlangen bis 27 mit dem Heiraten zu warten. Seien wir Realisten! Da streite ich oft mit den Eltern. Sie drängen ihre Kinder, oft ohne es zu wissen, zu vorehelichen Beziehungen oder in eine Probeehe. "Aber sie hängen finanziell noch von uns ab," heißt es dann. "Na und? Gebt ihnen, was ihr ihnen auch ohne Ehe gegeben hättet - und sie werden sich durchwurschteln! Sie werden zwar wenig haben, aber dieser materielle Kampf und das einfache Leben werden ihre Liebe nur weiter steigern."

Denis Sonet ist Eheberater. Das Gespräch, ein Auszug aus Famille Chrétienne v. 20.5.99, führte Luc Adrian.

 

 Wir sollten öfters lachen!

Eine Binsenweisheit! Und trotzdem oft so schwer ins Leben umzusetzen. Eigenartig ist es schon ein wenig: Menschen, die uns lachend begegnet sind, bleiben viel länger in unserem Gedächtnis haften als Griesgrämige, Grantler, Spiel- und Launeverderber. Lachende, frohgestimmte Menschen beeindrucken uns mehr. Und sie leben ja auch länger, wie Ärzte immer wieder feststellen.

Selbst in Apotheker-Zeitschriften wird das Lachen als die billigste Medizin anempfohlen. "Jeden Tag mindestens einmal kräftig gelacht", so lautet dementsprechend das ärztliche Heilrezept. Wir wissen von Jesus aus der Bibel, daß er öfters geweint hat. So zum Beispiel beim Anblick Seines eben verstorbenen Freundes Lazarus. Aber hat der Sohn Gottes auch gelacht? Ganz sicher! Die gesamte Botschaft des Evangeliums ist ja eine große Freudenbotschaft. So wie Jesus mit den Menschen liebevoll und zart umgegangen ist, so wie Er vom Vater, diesem überaus zärtlichen und barmherzigen Gott geredet hat, so dürften wir Christen nichts anderes empfinden als viel, viel Freude, Frohsinn im Herzen.

Doch selbst die ersten Jünger taten sich schwer mit der Freude. Die Apostel mußten sich die Frage des Auferstandenen gefallen lassen: Warum eure Trauer? Sie ist doch nicht berechtigt. In Jesu Auferstehung sind doch alle Ängste und Befürchtungen (vor einer dunklen Zukunft) überwunden.

Ehrlich gesagt: Mir persönlich wird in der heutigen Welt zu viel gejammert und weinerlich geklagt. Viele Schreckensbilder und -botschaften sind natürlich schlimm, weil sie furchtbares Elend auf dieser Erde verkörpern. Doch nicht alles ist "nur zum Weinen". Vieles ist auch zum Lachen - wortwörtlich.

In früheren Zeiten kannte die Kirche den Brauch des "Osterlachens": Beim Ostergottesdienst hatte der Prediger die Menschen zum Lachen zu bringen, als Zeichen christlicher Freude und Hoffnung. Dieser wunderschöne Christenbrauch kommt wieder mehr in Mode.

Die Kirche ist wirklich manchmal viel zu ernst. Gerade wir Christen sind eingeladen, Fröhlichkeit, Frohsinn und Lachen zu verbreiten. So wirkt unser Glaube ansteckend!

Jürgen Benisch