Gesundheit ist nicht alles
In einem Interview für den Rheinischen Merkur",
zitiert auf der empfehlenswerte Homepage von www.kath.net", wurde
Kardinal Joachim Meisner unter anderem zum Thema therapeutisches
Klonen" befragt. Er gab zur Antwort:
Das Leben eines Menschen darf nicht Mittel zum Zweck
werden. Zwar ist Organspende möglich, aber man darf nicht menschliches
Leben vernichten, um anderes krank gewordenes oder alt gewordenes Leben
zu reparieren. Denn die Philosophie hinter einem solchen Denksystem ist
die Auffassung, das irdische Leben sei das einzige.
Es ist verräterisch, daß wir bei allen Glückwünschen
immer sagen: Hauptsache gesund. Wieso ist denn die Gesundheit Hauptsache?
Gesundheit ist ein sehr hohes Gut, aber sie ist nicht die Hauptsache.
Das liegt darin, daß wir die ewige Seligkeit vertauscht haben mit
irdischer Wohligkeit. Und unter den irdischen Wohligkeiten nimmt tatsächlich
die Gesundheit den ersten Platz ein. Und weil das so ist, hat das ganze
Gesundheitswesen fast einen kirchenähnlichen sakralen Charakter bekommen.
Vom Gesundheitswesen, vom Arzt wird letztlich das Heil erwartet. Hier
liegt übrigens der Grund dafür, dass wir einen Ärzteüberschuss
und einen Priestermangel haben. Wenn ich an das ewige Leben nicht mehr
glaube, dann brauche ich keinen Priester. Und wenn für das ewige
Leben das irdische Leben dann auf den Plan tritt, dann brauche ich aber
Ärzte, die mir dieses irdische Leben garantieren.
Also, das irdische Leben ist ein ganz hohes Gut, das
wir zu hegen und zu pflegen haben. Aber es ist nicht der höchste
Wert. Und aus der Überzeugung, daß es der höchste Wert
sei, entsteht dann eben die Perversion, ungeborene Kinder zu töten,
um reparaturbedürftiges älteres Leben wieder zu reparieren.
Da der Anteil älterer Menschen also steigt, werden dann immer mehr
Kinder, die an die Tür des Daseins klopfen, verjagt und abgetrieben.
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