VISION 20004/1999
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"Hab keine Angst, ich werde bei Dir sein!"

Artikel drucken Begebenheiten aus dem Leben des seligen P. Pio

Der kürzlich seliggesprochen P. Pio (siehe Heiligen-Portrait VISION 3/99) erfreute sich schon zu Lebzeiten wegen seines hervorragenden heiligmäßigen Lebens einer großen, dankbaren Verehrung. Es gibt unzählige Zeugnisse von seinem Wirken. Im folgenden eine kleine Auswahl aus den "Fioretti" des P. Pio.

Ein Mann war mit der Bitte, seine Tochter zu heilen, zu P. Pio gekommen. Dieser schaut ihn an: "Du bist viel ja viel mehr krank als Deine Tochter: Ich sehe, daß Du tot bist!" Der Mann stammelt: "Aber nein, es geht mir gut." "Du unglücklicher", antwortet der Pater, "wie kann es Dir mit so viel Sünden auf dem Gewissen gut gehen? Mindestens 32 sehe ich!"Nach der Beichte bezeugte der Mann: "Er wußte alles, hat mir alles gesagt."

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Verschwinde von hier!

Ein Mann begleitet seine Frau nach San Giovanni Rotondo. Sein Entschluß steht fest: Er wird die Reise dazu nutzen, sie umzubringen und dabei einen Selbstmord vortäuschen.Als er sich aus Neugierde der Sakristei nähert, um P. Pio zu sehen, fühlt er sich gedrängt, näher zum Beichtstuhl zu treten. Aus diesem kommt P. Pio heraus, nimmt ihn am Arm und zerrt ihn zum Ausgang: "Verschwinde! Weißt Du nicht, daß man seine Hände nicht mit Blut beflecken darf?"Der Mann flüchtet. Am nächsten Tag aber kommt er zurück und legt bei P. Pio eine Beichte ab. Nachdem er ihm die Absolution erteilt hat umarmt in der Pater und sagt: "Du wolltest immer Kinder haben, nicht wahr? Also, beleidige Gott nicht mehr und Du wirst einen Sohn bekommen."Im Jahr darauf kommt das Paar, um ihr Kind taufen zu lassen.

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Gehen Sie zum Bischof!

Bischof Damiani aus Uruguay hatte von P. Pio das Versprechen erhalten, der Pater würde ihm in der Todesstunde beistehen. Eines nachts hört ein Erzbischof, der auf der Durchreise war, ein Klopfen an seiner Tür. Ein ihm unbekannter Kapuzinermönch tritt ein und sagt: "Gehen Sie zu Bischof Damiani. Er liegt im Sterben." Der Erzbischof folgt der Aufforderung und steht dem Sterbenden, der friedlich einschläft, bei. Auf dem Nachttisch ein Zettel. Darauf hingekritzelt: "P. Pio war da."Jahre später, bei einem Besuch in San Giovanni Rotondo, erkennt der Erzbischof in P. Pio jenen Kapuziner wieder, der gekommen war, ihn zu wecken.

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Es regnet doch nicht

Eines abends, als er sich eben von P. Pio verabschieden will, merkt ein Pilger, daß es draußen in Strömen gießt. "Und ich habe auf meinen Regenschirm vergessen", sagt er zum Pater. "Ich werde waschelnaß ankommen." "Keine Angst", sagt darauf P. Pio, "ich werde bei dir sein."Kaum hat der Mann das Haus verlassen, als er erstaunt feststellt, daß es nicht mehr regnet. Kurz darauf landet er bei den Leuten, die ihm ein Zimmer vermietet hatten. "Mein Gott, Sie müssen ja gebadet sein!", ruft die Hausfrau schon von weitem. "Überhaupt nicht, es regnet ja gar nicht mehr," so die Antwort. "Was heißt, es regnet nicht! Schauen Sie doch einmal hinaus, eine wahre Sintflut! Seit einer Stunde gießt es! Wie haben Sie es nur angestellt, trocken heimzukommen?"

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Schreib, was ich diktiere

Ein Pfarrer, ziemlich verärgert über die Begeisterung eines seiner Schäfchen für P. Pio, beschließt den Kapuziner zu testen. Als der P. Pio-Fan wieder einmal nach San Giovanni Rotondo fährt, vertraut ihm der Pfarrer ein verschlossenes Kuvert an - mit einer Botschaft, die an den Pater zu übergeben sei. Als der Mann noch mitten in der Menge steht, ruft in P. Pio an: "Nimm den Brief aus Deiner Tasche und schreib, das, was ich Dir diktiere auf den Umschlag." Bei seiner Heimkehr übergibt der Mann dem Pfarrer das ungeöffnete Kuvert. Dieser wird blaß, als er liest, was auf dem Umschlag gekritzelt steht: Es ist die Antwort auf seine Frage im Brief.

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Eine Beleidigung

Eine wichtige Persönlichkeit kommt ins Kloster. Sie wird von einer großen Schar begleitet. Man bedrängt P. Pio, die Person sofort zu empfangen. Der Pater nimmt vorher aber noch einen Rauchfangkehrer, der als nächster in der Reihe stand, zur Beichte dran. Beleidigt, kürzt die bekannte Persönlichkeit ihre eigene Unterredung ab."Warum nahmst Du ihn nicht vorher dran?", fragt daraufhin einer seiner geistigen Söhne P. Pio. "Mit welchem Recht?" gibt dieser zur Antwort. "Es ist nicht die Bedeutsamkeit einer Person, die eine wertvollere Seele ausmacht. Der junge Rauchfangkehrer, äußerlich schwarz, ist in seinem Inneren schneeweiß. Der andere hingegen, äußerlich strahlend, hat eine rabenschwarze Seele. Vor Gottes Gericht hat der verlorene Sohn, der sich als Sünder bekennt das Vorrecht."

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Beichten hat Vorrang

Eine Pilgergruppe versucht P. Pio vor jener Tür abzufangen, durch die er kommen muß, um in die Kirche zu gehen. Es vergehen drei Stunden - und sie warten noch immer. Es kommt ein Kapuziner vorbei: "Worauf wartet Ihr denn hier?" "Auf P. Pio, was sonst!" "Aber der sitzt doch schon seit langem im Beichstuhl!" "Wie ist er denn dorthin gelangt?" "Durch diese Tür klarerweise." "Wir haben ihn aber nicht gesehen." "Wenn Ihr ihn nicht gesehen habt, dann wohl, weil er nicht gesehen werden wollte. P. Pios Aufgabe ist es, Beichte zu hören und nicht zu tratschen und die Neugierde von Besuchern zu befriedigen."

Auszug aus "Famille Chrétienne" v. 29.4.99

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