VISION 20005/1999
« zum Inhalt Zeitgeschehen

Pressesplitter

Artikel drucken kommentiert

Vital und ewig potent

Der Mensch altert, weil der Hormonspiegel abnimmt. Die Auswirkungen der Menopause auf Körper und Psyche der Frau beschäftigte die medizinische Forschung der letzten Jahrzehnte. Mit der Entdeckung der männlichen Andropause macht die Medizin nun den Quantensprung ins nächste Jahrtausend: Der Mann 2000. Die Hormon-Revolution ist das erste Buch, das zeigt, wie Männer wirklich funktionieren, worunter sie leiden und was ihnen hilft. Der Schlüssel liegt in den Hormonen. Sie steuern den Mann vom Beruf bis zum Sex. Sie sind für die Wechseljahre des Mannes verantwortlich. Sie lassen uns 120 Jahre alt werden und bergen das Geheimnis eines erfüllten Sexlebens.... Alle Probleme des "Männerlebens" - Potenz, körperliche und geistige Fitneß, Streß, Midlifecrisis, Hormone, Gesundheitsvorsorge, Ernährung, etc - werden in verständlicher Form erklärt und Lösungen angeboten.
Ankündigung des Buches "Der Mann 2000" im Überreuter-Verlag

Mit Hormonen alle Probleme des Mannes lösen - so einfach wird uns das Leben dargestellt! Und viele scheinen dieser primitiven Botschaft vom Glück Glauben zu schenken:

Viagra-Boom

Kein Medikament hat bisher in so kurzer Zeit den Markt erobert wie die Potenzpille Viagra... In den USA wurde die blaue Pille im April 1998 zugelassen. Allein in diesem Jahr erzielte sie Umsätze von fast 800 Millionen Dollar, obwohl Viagra in den meisten Ländern noch gar nicht auf dem Markt war. In zwei Jahren soll bereits die magische Marke von zwei Milliarden Dollar pro Jahr erzielt werden. Dementsprechend raste auch der Aktienkurs von Pfizer 1998 auf ein historisches Traum-Hoch.

... 520 Männer sind bis jetzt nach Einnahme der Potenzpille Viagra verstorben. Diese von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA bestätigten Zahlen präsentierte der britische Urologe Gordon Williams auf dem ersten WHO-Kongreß zum Thema Impotenz in Paris. Dennoch gilt die blaue Pille, die bereits von Millionen Männern genommen wurde als sicher. Denn bei den meisten Todesfällen war Leichtsinn mit im Spiel. Viagra darf niemals in Kombination mit nitrathaltigen Herzmedikamenten genommen werden.
Kurier v. 13.7.99


Bei so vielen Todesfällen von sicher zu sprechen, ist höchst erstaunlich, verständlich nur, weil Sex ein Tabu unserer Zeit ist. Darum ist auch der Kampf gegen Aids so schwer zu führen:

Aids als Massenkiller in Afrika

Viele Regierungen auf dem afrikanischen Kontinent unternehmen nach der Ansicht des britischen Aids-Forschers Michael Adler viel zu wenig gegen die Aids-Epidemie.... Simbabwe und Botswana sind Adler zufolge die auf der Welt am schlimmsten von Aids betroffenen Länder. 25 Prozent der Erwachsenen seien dort infiziert. Im Jahr 2005 werde die durchschnittliche Lebenserwartung in Simbabwe nur noch 40 Jahre betragen. Bereits jetzt seien in den Städten mehr als zwei Drittel der schwangeren Frauen mit HIV infiziert, bis zu 30 Prozent ihrer Kinder würden an Aids sterben. In anderen afrikanischen Staaten sehe es allerdings nicht viel besser aus: In Südafrika stecken sich täglich 1.500 Mensch an Aids an - unter ihnen besonders viele Jugendliche, sagte Adler, der am Universitiy College London lehrt. Nach Behördenschätzungen werden bis zum kommenden Jahr ungefähr 20 Prozent der Menschen im arbeitsfähigen Alter mit HIV infiziert sein.
Die Tagesppost v. 1.7.7.99

Unvorstellbar diese Katastrophe! Mit Kondomen allein ist da nicht geholfen. Da bedarf es einer neuen Einstellung zur Sexualität. Während Afrika sein Überleben mit Aids gefährdet, stirbt Europa langsam an Geburtenmangel ab - diesmal am Beispiel Österreich illustriert:


Wieder weniger Geburten

Der Vergleich des Berichtsjahres 1998 mit dem Vorjahr 1997 ergibt im einzelnen folgendes: Die Zahl der Geburten nahm um2.812 oder 3,3 Prozent ab. Der Geburtenrückgang erstreckte sich auf alle Bundesländer, war aber sehr unterschiedlich... Kein wesentlicher Unterschied zeigt sich zwischen Geburten von Inländern (Mutter und oder ehelicher Vater ist österreichischer Staatsbürger) und Ausländern. ... Die Zahl der ehelichen Geburten sank um 4,2 Prozent, die der unehelichen ging hingegen nur um 1,2 Prozent zurück. Die Unehelichenquote stieg dadurch erneut ... Der Geburtenüberschuß als Differenz aus Geburten und Sterbefällen... verringerte sich gesamtösterreichisch von 4.613 auf 2.894, was einer Schrumpfung um 37,3 Prozent entspricht. Wien, Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark verzeichneten wieder Geburtendefizite.... Der Abwärtstrend bei den Eheschließungen beschleunigte sich. Die Zahl der Heiraten ging 1998 um 5,4 Prozent zurück. Alle Bundesländer registrierten einen Rückgang der Trauungen...
Östat-Pressemitteilung 6.846-104/99

Das erste Mal seit Jahrzehnten wird der Geburtenrückgang nun auch zu einem Thema der politischen Parteien, wie man im jetzigen Wahlkampf sieht. Mehr finanzielle Unterstützung für die Kinder - das ist erfreulich. Wichtig aber wäre, Frauen einen echten Anreiz zu geben, bei den Kindern zu bleiben. Diese brauchen ihre Mütter ja nicht nur in den ersten drei Lebensjahren.


Bedrohte Eßkultur

Einkaufen, Kochen, Essen und Trinken sind gewissermaßen ein Spiegel der Gesellschaft: Hier zeigt sich, wie Menschen miteinander umgehen. Das Wichtigste am Essen in einer bürgerlichen Familie scheint nicht die Nahrungsaufnahme an sich, sondern das Gespräch und mit ihm die ununterbrochene Erneuerung der Beziehungsstrukturen zu sein...Durch Kochen, Essen und Trinken stellt der einzelne Mensch ständig seine Arbeitsfähigkeit wieder her. Der Wert dieser Tätigkeit, nämlich die Erneuerung der körperlichen, geistigen und seelischen Energien, wird nicht unmittelbar wahrgenommen. Deshalb scheinen produktive Tätigkeiten, wie z.B. Erwerbsarbeit wichtiger zu sein und gehen vor. Die Zeitstrukturen des Einzelnen werden also weitgehend von Arbeits-, Öffnungs- und Schulzeiten bestimmt.Das Frühstück wird unter der Woche auf flüssige Nahrung in Form von Tee und Kaffee reduziert. Häufig werden auch die übrigen Mahlzeiten als nebensächlich eingestuft, unter Streß eingenommen. Die von Erwerbsarbeit freien Phasen sind einfach zu kurz, um in Ruhe zu essen, selbst wenn die Speisen nicht erst eingekauft und zubereitet werden müssen. Das Essengehen in eine Werksküche, Mensa, Schulküche oder ein Restaurant führt einerseits zu einer Entlastung, andererseits wird das Essen oft auf die Nahrungsaufnahme reduziert und kann so zu Vereinsamung führen.Die gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern eingenommenen Mahlzeiten werden durch die auseinander driftenden Zeitstrukturen weniger. Meist bleibt nur ein flüchtiges Frühstück und ein Abendessen. Entfällt das Frühstück und findet auch kein gemeinsames Abendessen mehr statt, scheint die Familie als regelmäßig interagierende Personengruppe in ihrem sozialen und alltagsstrukturellen Zusammenhalt gefährdet...
beziehungsweise 7/99

Vor allem die letzte Aussage ist sehr bedenkenswert. Sie könnte vielleicht ein Anlaß sein, die eigenen Lebensgewohnheiten zu überprüfen.


Christen nicht umweltbewußter

Bei einer vergleichenden Untersuchung unter Christen und Nichtchristen in Utrecht hat sich gezeigt, daß beide Bevölkerungsgruppen die Beziehung zwischen Mensch und Natur ähnlich beurteilen. Daß Christen an Gott als den Schöpfer glauben, veranlaßt sie nicht, anders als ihre nichtchristlichen Mitmenschen zu handeln. Die Untersuchung führten Theologen der Katholischen Theologischen Universität Utrecht... durch.
... Die niederländischen Theologen gewannen den Eindruck, daß Christen ebenso wie Nichtchristen die Umweltproblematik als ein gesellschaftliches Problem empfinden, während der Glaube an Gott als Privatangelegenheit betrachtet wird. Allerdings sind die meisten Befragten der Meinung, daß die Kirchen etwas für den Naturschutz tun könnten.
SN v. 9.2.99

Eigentlich schade, daß Christen keinen liebevolleren Umgang mit der Schöpfung an den Tag legen. Sie ist ja ein so sprechendes Zeugnis für Gottes sorgende Liebe zu uns (siehe auch Seite 24).


Ergebnisoffen beraten?

Gute "ergebnisoffene" Beratung stellt man der schlechten "überredenden" Beratung gegenüber. Warum? Wenn ein Polizist den Geiselnehmer überredet, seine Geiseln doch frei zu geben, hat er dann die Würde des Geiselnehmers angetastet? Soll man ihm einen Vorwurf machen? Ich gebe zu: Überreden hat einen kleinen Beigeschmack des Bedrängens. Nur - wieso soll das nicht legitim sein, wenn es um die Verhinderung eines Mordes geht? Besser wäre die volle Überzeugung - für den Täter, ja, aber für das Opfer ist es zunächst gleichgültig, ob der Mörder überzeugt, überredet oder einfach gehindert wurde. Eine weitere Überlegung spricht gegen die Rede von der "ergebnisoffenen" Beratung: Der Normalbürger - ich habe es getestet! - denkt dabei an eine Beratung, nach der er sich in aller Freiheit so oder so entscheiden kann: etwa bei der Frage, wie er sein Geld anlegen oder welches Auto er kaufen soll. Da kann und soll man natürlich "ergebnisoffen" beraten. Aber so kann man nicht ohne suggestives Mißverständnis reden, wenn eine der beiden Alternativen ein schweres Verbrechen ist - im Fall der Abtreibung die ungerechteste aller Hinrichtungen, sagt der Papst. Man möge versuchen, am Fernsehen eine Meldung durchzugeben: Der Polizeioffizier beriet den Geiselnehmer "ergebnisoffen", um seine Menschenwürde nicht anzutasten. In der lebensfeindlichen Welt weiß man genau, was man mit "ergebnisoffen" sagen will: Jede Frau kann "frei" entscheiden über das Leben ihres Kindes, und wehe dem, der dieses Recht antasten will. Wie können Katholiken in einer solchen Welt diesen Begriff übernehmen und annehmen, er werde in ihrem Sinn verstanden werden?
Weihbischof Andreas Laun in Kirche heute 11/1997

Bei näherem Hinschauen entpuppen sich manche zunächst einleuchtenden Behauptungen als äußerst fragwürdig.


Kinderbetreuung in Österreich

Der Besuch einer Betreuungseinrichtung hängt stark vom Alter des Kindes ab. Die Besuchsquote beschreibt den Anteil der Kinder eines Jahrganges in Tagesheimbetreuung. Anhand der Tagesheimstatistik stellt sich 1997/98 für Österreich folgendermaßen dar: Vor vollendetem ersten Lebensjahr findet kaum eine externe Betreuung statt (272 Kinder). Im zweiten Lebensjahr sind 3% und im dritten 12% auch extern betreut. Im vierten Lebensjahr sind es 49% , im fünften 63% und im sechsten 90% (85.500 Kinder). Im siebenten Lebensjahr geht die über die Schule hinausgehende externe Betreuung auf 12% zurück und fällt danach weiter ab. Fragt man die Eltern nach den Gründen, warum die Kinder keine Betreuungseinrichtung besuchen, so zeigt eine Auswertung des Mikrozensus 1995, daß die Öffnungszeiten am seltensten der Grund sind, dafür daß Kinder keine Betreuungseinrichtung besuchen (höchstens 2%), daß im Kindergartenalter höchsten 13% von ihnen keinen Platz bekommen, daß mit dem Schuleintritt für 8 bis 12% die Entfernung der Grund ist und daß aber der in Vorschule für bis höchstens 7% der Kinder die Betreuung zu teuer ist.
beziehungsweise 8/99

Erstaunlich, aber sehr erfreulich, daß in Österreich noch so viele Kleinkinder überwiegend in der eigenen Familie betreut werden.


Erziehung sollte konsequent sein

Die Lebens-, Partner- und Beziehungsfähigkeit eines Menschen hängt vom Verhaltensmuster der Eltern ab. Kindheitserfahrungen wirken ein Leben lang.

* Vom Familienklima hängt es ab, ob der junge Mensch Fähigkeiten zur richtigen Selbsteinschätzung erwirbt und sich an Umwelt und Gesellschaft messen kann.

* Je strukturierter und geordneter der Erziehungsstil ist, umso besser können sich die Familienmitglieder - Eltern und Kinder - kontrollieren.

* Vor allem Buben brauchen klare Strukturen, mit einem regelmäßigen Lebensrhythmus. Dazu gehört ein gleichmäßiges Tages- und Wochenprogramm, mit regelmäßigem Essen, Treffen, gemeinsamen familiären Unternehmungen, Sport, Kultur, Hobbies mit Vater und Mutter sowie gemeinsamen Außenkontakten. Je besser eine Familienorganisation funktioniert, umso besser ist das Selbstbildnis der Jugendlichen.

* Mädchen reagieren manchmal auf zu strenge Regeln negativ, leiden aber besonders unter fehlenden Gemeinsamkeiten wie Hobbies, Ausflügen, Familienurlauben.

* Wichtig: Wenn sich Kinder nicht abnabeln wollen und keine Anstalten machen, das Elternhaus zu verlassen, sollte von den Eltern die Initiative ergriffen werden - auch wenn es noch so schwer ist und mit sanftem Zwang geschehen muß: Ab 25 haben junge Männer und Frauen nichts mehr im Kinderzimmer verloren.
Medizin populär 8/99

Bedenkenswert und erstaunlich konservativ, was da in der Zeitschrift der Ärztekammer steht. Wozu uns die Lehre der Kirche anleitet, erweist sich also auch als Rezept für ein geglücktes Familienleben:


Mehr Zurückhaltung wäre gut

Zuviel Offenheit kann die Liebe langweilig machen. Zu diesem Schluß kommen Hamburger Wissenschafter. Die Partner müßten lernen, geheimnisvoll zu bleiben. "Tür zu, wenn die Erotik zurückkehren soll", lautet eine Devise für mehr Spannung in der Beziehung. Das Unbekannte reize, während das Offensichtliche schnell langweilig werde. Partner sehen sich zu oft nackt, weil sie das für Offenheit halten. Zwar signalisiere Nacktheit Vertrautheit, aber für viele ist das zu Offensichtliche nicht interessant.
Medizin populär 6-7-/99

Wissenschaftlern glaubt man solche Äußerungen heute. Spricht aber der Papst von Keuschheit in der Ehe, so wird er verlacht.

© 1999-2020 Vision2000 | Sitz: Beatrixgasse 14a/12, 1030 Wien | Mail: vision2000@aon.at | Tel: +43 (0) 1 586 94 11