VISION 20004/2001
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Pressesplitter kommentiert

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Dreißig Kinder von zwei Müttern

Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit wurden in den USA die weltweit ersten genmanipulierten Babys geboren. Insgesamt handelt es sich um 30 Kinder, die mit Erbgut zur Welt kamen, das nicht von ihren Eltern stammt. Dies wurde am Wochenende bekannt. Danach wurden die Mütter der Kinder ... wegen Unfruchtbarkeit mit einer besonderen Therapie behandelt, bei der ihren Eizellen Material aus Eizellen von Spenderinnen eingesetzt wurde.

Auf diese Weise erhielten die Babys Erbmaterial von zwei Frauen und ihrem Vater. Nach Angaben der behandelnden Ärzte sind die Babys gesund. Das älteste wird bald vier Jahre alt.

... Der Wiener Experte Johannes Huber von der Universitäts-Frauenklinik zeigt Sympathie für Cohens Methode: “Die Gefahr des Mißbrauchs ist sicher nicht so groß wie die Gefahr, daß man an die internationale Forschung nicht mehr herankommt."

Die Presse v. 7.5.01


Was in den Labors schon alles geschieht, übersteigt doch alle unsere Vorstellungen. Vieles kommt wohl erst nach Jahren zutage. Ohne radikale Bekehrung der Forscher sind Mißbrauch und Unmenschlichkeit nicht aufzuhalten.

Vater ist der Onkel

Die 62jährige Französin, die sich mit ihrer späten Schwangerschaft einen Lebenswunsch erfüllte, hat eine weitere spektakuläre Seite ihrer Schwangerschaft enthüllt: Der genetische Vater ihres Sohnes ist ihr zehn Jahre jüngerer Bruder. “Ich wollte, daß unsere Familie und ihr Erbgut damit erhalten bleiben", sagte die pensionierte Lehrerin der Pariser Boulevardzeitung “Le Parisien". Deshalb sei die Eizelle einer Amerikanerin mit Samenzellen ihres Bruders befruchtet worden. Mitte Mai hatte die Lehrerin in einer Klinik bei Fréjus einen gesunden Jungen zur Welt gebracht ...

Der Standard v. 20.6.01


Welch unsinniger Eigenwille: eine 62jährige, die sich ein Baby zusammenmixen läßt! Hat da auch nur einer der Beteiligten an das Kind gedacht? All diese Absurditäten gedeihen auf einer Weltsicht, die meint, der Mensch könne alles in die Hand nehmen:

Wenn das Schicksal zur Ware wird

Die Trendforscher wollen Gott spielen und den Menschen als Mängelwesen korrigieren. Sie diagnostizieren eine neue posthumane Wirklichkeit zwischen Samenhandel, geklonten Eizellen und künstlicher Gebärmutter. Die Gesellschaft soll in eine Phase der künstlichen Evolution treten, die neue Märkte schafft: Das Leben kann dann ganz einfach als “Designaufgabe" vermarktet und verkauft werden. (...)

Steigender Lebensstandard und wachsende Zeitnot, mangelnde Phantasie und nachlassende Verbindlichkeit echter sozialer Beziehungen bescheren schon heute zahllosen Serviceagenturen einen wahren Boom. Das Geschäft mit den Ängsten und Nöten der Menschen entwickelt sich zur Ausbeutung menschlicher Bedürfnisse.

Vom Geschäft mit der Zeitnot profitieren Partyservice und Festeveranstalter, Homeshopping und Sofortkredite. Das Geschäft mit der Angst boomt bei Babysittern und Bodyguards in Haus und Garten, bei Diebstahl- und Reiseversicherungen. Vom Geschäft mit der Einsamkeit leben Singleklubs und Singlereisen, Telefon- und Kontaktdienste. Am Geschäft mit der Langeweile verdienen Kinos und Kneipen, Erlebnisparks und Fernsehanstalten. Das Geschäft mit den Träumen beherrschen die Traumfabriken Ferienklubs und Reiseveranstalter, Shoppingcenter und Badelandschaften. Im 24-Stunden-Service wird alles möglich: Telefondienst für Blinde oder Bodyguards für Friedhofbesucher.

Der kanadische Kultschriftsteller Douglas Coupland könnte wieder einmal Recht behalten. In seinem Buch “Life after God" machte er sich schon 1995 Gedanken über ein Leben nach Gott: Der Preis, den wir für dieses goldene Leben bezahlen, ist die eigene Unfähigkeit zum Leben aus erster Hand und zum naiven Glauben an das Kultmarketing als Ersatzreligion.

Die Welt v. 9.5.01


Gott sei Dank gibt es noch eine Alternative: der Glaube. Aber er müßte missionarischer gelebt werden:

Wer glaubt, lebt erfüllter

Christen leben anders - und besser. Das ergeben Umfragen der demoskopischen Institute Allensbach und emnid. Christen haben mehr Vertrauen in ihre Mitmenschen und nehmen ihr Leben optimistischer und zufriedener. Allerdings leben Christen ihren Glauben heute anders als noch vor einigen Jahrzehnten.

Im Freundes- und Bekanntenkreis wird der christliche Glaube weniger als früher zur Sprache gebracht. Außerdem meinen 41 Prozent der Deutschen, daß die Kirche in Deutschland sich nicht bemühe, “die Leute vom Glauben zu überzeugen." Und 38 Prozent der Befragten verneinten die Frage, ob sie “in den letzten fünf Jahren ihren Glauben ganz offen bekennen und darüber auch öffentlich sprechen".

... Anfang der sechziger Jahre gab ein Drittel der bundesdeutschen Bevölkerung an, im Kreise der Familie christliche Lieder zu singen, zu musizieren oder im Kirchenchor mitzumachen. Mitte der neunziger Jahre waren dies weniger als drei Prozent der Gesamtbevölkerung. Der Bekanntheitsgrad christlicher Lieder sinkt. Selbst das Liedgut aus Taizé, so eingängig es auch ist, gehört bei weitem nicht mehr zum Allgemeinwissen. In Deutschland gelten Religion und Glaube mehr oder weniger als Privatangelegenheit. (...)

Der Psychologe Jörns stellt fest: “Die Gläubigen konsumieren weniger Drogen und Alkohol als die Nichtgläubigen, begehen weniger Selbstmorde, haben niedrigere Scheidungsraten." Zahlen belegen dies: So liegt die Scheidungsrate bei regelmäßigen Kirchgängern nur bei 18 Prozent, beträgt aber bei kirchenfernen Menschen 34 Prozent. (...)

Nach Allensbach finden es 51 Prozent der Christen “gut, daß wir Menschen aufeinander angewiesen sind und uns gegenseitig helfen können", während nur 35 Prozent der Atheisten hiervon überzeugt sind. Auch bei den Indikatoren “soziales Engagement" und “ehrenamtliche Tätigkeit" liegen Christen mit 80 Prozent weit vorn.

Die Tagespost v. 26.4.01


Eine Flut von kriminellem Kapital

Die Größenordnung der kriminellen Kapitalien, die international verschoben werden, schätzen manche Bankexperten auf ein bis drei Billionen Dollar pro Jahr, wobei die durch Korruption und Steuerhinterziehung zustandegekommenen Mittel nicht einbezogen sind. Selbst die erwähnte Untergrenze liegt über dem Nationalprodukt aller Länder außer den wirtschaftlich stärksten, stellt Pino Arlacchi, Exekutiv-Direktor der in Wien beheimateten UNO-Organisation für die Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung fest.

Pressemitteilung d. UNO-Organisation v. 25.5.01

Und ein Großteil dieser Gelder wird - nachdem man sie “gewaschen" hat - an der Börse veranlagt. Man kann sich vorstellen, welche wirtschaftliche Macht die internationale Mafia mittlerweile besitzen muß.


Fast Food: ein Hit

1999 betrug der Gesamtmarkt für Fast Food in Österreich 23,1 Milliarden Schilling... “McDonald's" ist in Österreich weiterhin das Maß aller Dinge und spielt die dominierende Rolle im heimischen Fast Food Sektor. ...In Bäckereien und Fleischereien steigt der Umsatz an “Take-Away-Food" ebenfalls kontinuierlich an. In heimischen Bäckereien macht dieser bereits 16 Prozent ihres gesamten Umsatzes aus, in Fleischereien beträgt der Umsatzanteil an “Schnellem Essen" 12 Prozent.

Tankstellenshops erleben ebenso einen Boom beim Verkauf von vorverpackten Wurstsemmeln, Pizzaschnitten und eingeschweißten Sandwiches. Die Verbrauchsausgaben eines durchschnittlichen Österreichischen Haushaltes für Essen außer Haus beliefen sich 1999 auf rund 19.700 Schilling. Der Fast Food Anteil am gesamten Verzehr außer Haus betrug 1999 5.763 Schilling pro Haushalt.

Presseaussendung RegioPlan Consulting v. 2.4.01

Diese Zahlen spiegeln etwas von der Hektik unserer Zeit wider: Essen nicht als vergnügliche Unterbrechung des Schaffens in Gemeinschaft, sondern als rasch verzehrte Nahrungsaufnahme. Gerade Familien sollten darauf achten, daß das gemeinsame um den Tisch Sitzen und Mahl Halten nicht zu kurz kommt.


Wohin mit den Millionen Handys?

Bislang haben nur die Handymasten die Gemüter der Umweltschützer erhitzt. Doch langsam wird offensichtlich, daß auch die Herstellung, Verwendung und Entsorgung von Mobiltelephonen der Umwelt schwer zu schaffen macht: Die Produktion ist überaus ressourcenintensiv, der tägliche Einsatz benötigt große Mengen an Strom und viele Fragen der Entsorgung sind ungeklärt. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt bei nicht einmal einem Jahr, obwohl die meisten Modelle drei Jahre lang halten würden. Die Folge sind österreichweit vier Millionen Althandys, die nicht mehr verwendet werden und Umweltschützern große Sorgen bereiten. Die erste Welle an Altgeräten droht demnächst im Restmüll zu landen. ...

Das Problem bei Althandys sind in erster Linie die Akkus: Bei vier Millionen Altgeräten sind das 300 bis 400 Tonnen! Die meisten Modelle früher Handy-Generationen enthalten gefährliche Nickel-Cadmium-Akkus. “Wie gefährlich diese Stoffe sind, läßt sich leicht daran messen, daß sogar die EU ein Verbot der weit verbreiteten Nickel-Cadmium-Akkus ins Auge gefaßt hat," warnt Professor Peter Lechner von der Abteilung Abfallwirtschaft der Boku. ... Das Ziel sollte ein flächendeckendes Sammelsystem für Althandys sein. Professor Gerhard Vogel vom Institut für Technologie und Warenwirtschaftslehre der WU-Wien kennt positive Beispiele: “Einzelne europäischen Länder beweisen, daß es möglich ist, bis zu 95 Prozent der kleinen Umweltbomben zurückzuerhalten und entsprechend zu verwerten". Erfolgreiche Sammelsysteme gibt es in der Schweiz, Norwegen und den Niederlanden. In diesen Ländern stehen in Elektrofachgeschäften Recyclingboxen bereit, in denen man sich der Althandys samt Zubehör entledigen kann.

Presseinformation Öko-Institut v. 11. 6. 01

Wieder eine Technik, bei der man nur an das Geschäft und nicht an die Folgen gedacht hat - und das nach Jahrzehnten der Erfahrung mit Umweltproblemen verschiedenster Art!


Serielle Monogamie

Für die “Kinder" der sexuellen Revolution der sechziger und siebziger Jahre sei der Sex “entdramatisiert" und von seiner Funktion als “Heilsbringer" befreit. Der Hamburger Sexualforscher Gunter Schmidt hat jetzt die Ergebnisse von Untersuchungen veröffentlicht, die die Hamburger Universität 1966, 1981 und 1996 durchführte. Darin zeigt sich, daß die sexuelle Revolution, die mit den gesellschaftlichen Umschwüngen der 68er einherging, ihren Höhepunkt bereits in den “wilden" siebziger Jahren erreicht hatte. Danach sei der Pendelschlag leicht zurückgegangen. Dies gelte unter anderem auch für die Bedeutung der Treue. An der Bindung von Sexualität an eine feste, möglichst dauerhafte und befriedigende Beziehung zum Partner hat sich laut der Studie nicht viel geändert - allerdings nicht mehr auf Lebenszeit!

Vielmehr gelte: “Wo eine Beziehung als befriedigend erlebt wird, ist man sich auch treu, wo nicht, verläßt man den Partner." Die Sozialforschung beschreibe dieses Verhalten mit dem Begriff “serielle Monogamie", das heißt eine Abfolge von Zweierbeziehungen. Die Dauer einer Beziehung nehme in dem Maße ab, wie die Ansprüche daran gewachsen seien - nicht nur sexuell, sondern auch, was Zärtlichkeit, Intimität und Vertrauen angehe.

Agentur Schweiz. Stiftung für die Familie v. 8.6.01

Es geht nichts über eine geschickte Wortwahl. Auf diese Weise läßt sich Untreue zur “seriellen Monogamie" hochstilisieren. Das wirkt beruhigend und suggeriert: Im Grunde hat sich eh nichts geändert.


Der Urknall - fand er doch nicht statt?

Ein internationales Physikerteam hat das Modell gekippt, das bisher beschreibt, wie das Universum entstanden ist: Die Forscher haben endgültig bewiesen, daß Neutrinos eine Masse besitzen. Damit ist das Standardmodell der Physik widerlegt, das grundsätzliche Größen der Physik erklärt. Nach ihm haben Kosmologen auch das derzeit gültige Bild vom Urknall entworfen. Daß sie dieses Bild nun neu zeichnen müssen, schließen die Wissenschaftler aus ihren Experimenten im kanadischen Sudbury. Dort haben sie zwei Kilometer unter der Erde einen turmhohen Detektor für Neutrinos aufgebaut. Mit ihm können sie speziell die Neutrinos sammeln, die bei der Kernfusion in der Sonne und in anderen Sternen entstehen.

Die Welt v. 20.6.01

Eine wichtige Erinnerung: Wissenschaftliche Theorien liefern stets nur vorläufige Erkenntnis, die auch immer wieder revidiert werden kann. Zeitlose Wahrheit wird uns nur in der Offenbarung zuteil.


Die Ehe - ein “Dream-Team"

“Verheirateten Menschen geht es physisch, materiell und psychisch eindeutig besser als Nicht-Verheirateten." Zu diesem Schluß kommen die amerikanische Soziologieprofessorin Linda J. Waite und die Direktorin des Eheprogramms am Institute of American Values, Maggie Gallagher. In ihrem Buch “The Case for Marriage" haben sie Hunderte von transdisziplinären Studien aus Soziologie, Ökonomie, Medizin, Psychologie, Sexualwissenschaften und Juristerei zusammengetragen. Sie kommen dabei zum Schluß:

* Verheiratete leben länger. Das gilt für Männer und Frauen, für Paare in industrialisierten und in Entwicklungsländern.

* Verheiratete sind glücklicher. Sie neigen weniger zu Depressionen oder Suizid, Angsterkrankungen oder mentalen Leiden.

* Verheiratete erleben auch die Sexualität besser. Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Sexualität ist bei Verheirateten höher.

* Verheiratete verdienen mehr. Trotz Einschränkungen, zum Beispiel durch Kinder, sind Verheiratete wirtschaftlich besser dran und sind flexibler in der Aufteilung von Erwerbseinkommen und Familienarbeit.

* Verheiratete sind bessere Eltern. Sie bieten Kindern mehr Zeit, mehr Geld, mehr Abwechslung, mehr Möglichkeiten als Alleinstehende, Konkubinatspaare oder Geschiedene. Die emotionale Beziehung zwischen Kindern und Eltern ist bei Verheirateten besser.

Für die beiden Amerikanerinnen ist die Ehe so etwas wie ... ein “Dream-Team".

Agentur Schweiz. Stiftung für die Familie v. 6.6.01

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