VISION 20003/2002
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Einleitung

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Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen." (Mt 5,8) Wie oft habe ich diese schöne Stelle schon gehört oder gelesen. Als wir sie diesmal aber auf Anregung von Urs Keusch zum Schwerpunkt-Thema dieser Ausgabe machten, wurde uns erst so recht bewußt, daß wir es da mit einer Terminologie zu tun haben, die dem Menschen unserer Tage schwer zugänglich ist.

Ein reines Herz - das klingt irgendwie nicht zeitgemäß. Über Reinheit kann man zwar auch in unseren Tagen reden - aber doch bitte nicht im Zusammenhang mit Menschen! Reine Wäsche, das schon. Aber reine Herzen? Bitte nicht! Was für ein Klischee aus Großmutters Mottenkiste!

Sollten Sie, liebe Leser, mit diesem Begriff auch Schwierigkeiten haben, so laden wir Sie ein, Ihre Bedenken vorübergehend beiseite zu schieben. Denn es geht bei dem Thema ja um etwas Zentrales. Wird doch den Menschen mit einem reinen Herzen verheißen, sie würden Gott schauen. Und danach sehnen sich im Grunde genommen doch alle - unbewußt auch jene, die sich als gottfern bezeichnen.

Denn tief in seinem Herzen - da sind wir schon wieder bei diesem sentimentalen Begriff -, also im tiefsten Kern seiner Person, trägt jeder eine verborgene, vielleicht sehr verschüttete Sehnsucht nach der Quelle, dem Ursprung des Lebens, dem lebendigen Gott in sich. Denn wenn Jesus sagt, Er sei das Leben, so stellt Er damit auch klar, daß jeder, solange er lebt, in Seinem Bannkreis steht.

Im folgenden Schwerpunkt geht es also um die Barrieren, die uns daran hindern, mit reinem Herzen Gott zu schauen, und um Ansätze, wie man zu einem klareren Blick gelangen könnte.

Christof Gaspari

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