VISION 20002/2003
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Wissen, das sie begleiten wird

Artikel drucken Basteln, spielen - und glauben lernen (Von Bego Vallejo)

Wenn es im Kindergarten, in der Pfarre nicht so recht mit der Weitergabe des Glaubens klappen sollte, was tun? Die Dinge selbst in die Hand nehmen! Aber wie? Ein kürzlich erschienenes mehrbändiges Werk gibt wertvolle Impulse. Im folgenden einige Erfahrungsberichte

Seit zwei Jahren arbeite ich hier in Salzburg mit Kindern zwischen 9 und 12 Jahren. Meine Aufgabe besteht darin, mit ihnen zu basteln, zu spielen..., also ihnen handwerkliches Geschick und Offenheit, Interesse und Rücksichtnahme gegenüber anderen zu vermitteln, ihnen aber darüber hinaus auch den katholischen Glauben fundiert und glaubwürdig weiterzugeben.

Wie bin ich dazu gekommen? An meiner Arbeitsstelle habe ich die Chance, mit vielen jungen Müttern zu plaudern. In den Gesprächen äußerten sie immer wieder den Wunsch, “etwas" zu finden, wo ihre Kinder gut aufgehoben wären und wo sie die Zeit nicht nur genießen und ihren Spaß haben, sondern parallel dazu auch gute religiöse Bildung erhalten könnten. Daraus entstand meine Idee, mit einem Kinderclub für Mädchen zu beginnen.

Kein Anfang ist leicht - für mich war er es auch nicht. Ich begann mit drei Kindern, die aber mit Begeisterung kamen. Unser Treffen war und ist immer noch am Samstag, zweimal im Monat, zwischen 15.00 und 17.00 Uhr. Wir beginnen mit einem Gebet, das die Kinder schon kennen. Es ist schön, ihnen beim Beten zuzuschauen, weil sie noch wie Erstkommunionkinder beten können, das heißt, sie nehmen keine coole Haltung dabei ein.

Dann setzen wir uns, ich nehme ihnen gegenüber Platz, damit ich sie nicht aus den Augen verliere. Nun kommt ein spannendes Kapitel aus dem Buch aus der Reihe Glaube und Leben, das ich als Hilfe verwende. Zuerst wird der Titel vorgelesen und dann der Text. Nach fast jedem Absatz erzähle ich ihnen noch etwas dazu, das nicht im Buch steht, manchmal ist es eine lustige Geschichte aus dem Alltag, andere Male ist es etwas Wahres, aber Trauriges, aber oft sind es Berichte, die ich aus der Bibel nehme oder Abschnitte aus dem Katechismus der katholischen Kirche oder aus dem Familien-Katechismus. Ich versuche, sie so zu erklären, daß die Kinder es gut verstehen können.

Vieles wissen sie leider nicht, aber es gibt doch Dinge, die sie, Gott sei Dank, zu Hause oder in der Schule schon gehört oder gelernt haben. Ich muß dazu sagen, daß ich überzeugt bin, daß die beste Schule, um den Glauben zu lernen und zu vertiefen, das Zuhause ist. Deswegen ist es auch so wichtig, daß die Eltern sich auch selber bilden. Es ist nicht damit getan, die Kinder irgendwohin zu schicken, damit sie “brav" werden. Nein. Ich wiederhole es: Die erste Schule des Glaubens soll das Elternhaus sein.

Während unseres Unterrichts hört man keine Unmutsäußerung, weil die Bücher, die ich mit den Mädchen verwende, sehr gut ausgearbeitet sind und ich alles gut weitergeben kann. Aber manchmal kommen sie mit recht lustigen Ideen oder Vorschlägen. Als wir zum Beispiel über Schutzengel sprachen, über den Kontakt, den wir mit ihnen pflegen sollten und über alles, um was wir sie bitten können, da waren sie erstaunt: Daß all das möglich sein sollte, hatten sie nie gehört!

Ein Mädchen sagte: “Aha, ich werde meinen Schutzengel bitten, er soll die Matheschularbeit am Dienstag für mich machen!" Ich antwortete, daß es so leider nicht geht. Sie sollen zuerst lernen, dann kann auch der Engel helfen. Solche und ähnliche Überlegungen haben die Kinder bei jedem Thema, weil sie einfach und phantasievoll sind.

In diesem Alter haben die Kleinen eine große Aufnahmefähigkeit. Das sind die Jahre, in denen wir ihnen für ihre Zukunft sehr helfen können, hier stecken die Wurzeln für die Frömmigkeit, die sie den Rest ihres Lebens begleiten wird. Das heißt aber nicht, das sie bei dieser Kinderfrömmigkeit stecken bleiben.

Ihre Beziehung zu Gott kann und soll mit den Jahren wachsen. Meiner Erfahrung nach können die erwähnten Bücher für Eltern und Schule eine große Hilfe sein. Sie sind eine Anregung, wie man den Glauben dem Alter der Kinder angepaßt weitergeben kann. Ich kenne übrigens Kinder, die diese Bücher schon ganz ausgelesen haben, aber nicht im Alleingang, sondern zusammen mit den Eltern.

Glaube und Leben, Textbuch: Euro 12,80, Arbeitsbuch: Euro 7,80, Handbuch: Euro 9,80. Demnächst erscheinen die Bände 3 und 4.

Diese und andere Bücher können bezogen werden bei: Christoph Hurnaus, Waltherstr. 21, 4020 Linz, Tel/Fax: 0732 788 117; Email: hurnaus@aon.at


“Bitte noch ein Kapitel!"

Die Abendzeremonie läuft bei uns wahrscheinlich so ab wie bei den meisten Familien: Wenn die Kinder “bettfertig" sind, gibt es noch eine Geschichte.

Seit wir das neue Religionsbuch Glaube und Leben haben, ersetzen wir die Geschichte oft durch ein oder mehrere Kapitel aus diesem Buch. Die Kinder lieben es und arbeiten, dem Alter entsprechend, begeistert mit. Wobei sie es sicher nicht als Arbeit empfinden, denn es muß immer “bitte noch ein Kapitel" sein! Auch mir als Vorlesende bereitet es Vergnügen, und ich profitiere sehr von diesem Buch!

Wir freuen uns schon auf die nächsten Folgen dieser Serie, denn anhand dieser Bücher kann man die Glaubenslehre klar, einfach und unmißverständlich weitergeben.

Bernadette Geusau 

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