VISION 20006/2004
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Einleitung

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Mittlerweile sind die US-Wahlen geschlagen. Ihr Ausgang hat die Öffentlichkeit und die Medien in den letzten Wochen ausgiebig beschäftigt. Damit ist die Kirche Österreichs, Gott sei Dank, zunächst etwas aus dem Schußfeld geraten. Sie hat aber einen “heißen Sommer" hinter sich. Im Gefolge der - zweifellos äußerst schlimmen - Vorfälle im Priesterseminar der Diözese St. Pölten wurde Wochen hindurch medial die Kirchenkrise ausgerufen. Zum wievielten Male?

Kleriker und Prälaten meldeten sich in Interviews zu Wort, der Kirche mehr oder weniger nahestehende Laien erteilten gute Ratschläge, in einer prominent besetzten Fernsehdiskussion erging an den Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, der dringende Appell, sich für die “überfällige" Kirchenreform stark zu machen, “besorgte" Meldungen über steigende Zahlen beim Kirchenaustritt machten die Runde...

Wir greifen das Thema “Kirchenkrise" in dieser Nummer auf - nicht um über das Geschehene zu urteilen, sondern um anderen Fragen nachzugehen: Sind die immer wieder in den Vordergrund gerückten “heißen Eisen" wirklich die Hauptsorge der Kirche? Wie sollte mit innerkirchlichen Konflikten umgegangen werden? Welche ist die eigentliche Erneuerung, zu der die aktuellen Schwierigkeiten herausfordern?

Vorweg sei gesagt: Es gibt keinen Grund zu Pessimismus. Die Kirche bleibt jung. Der Heilige Geist erneuert sie unablässig. Die Stadtmission Ende Oktober in Paris war ein weiteres Zeugnis für diese Lebendigkeit: eine junge, offene, frohe, um ihre Hirten gescharte Kirche. Sie hat gebetet, gefeiert, gebeichtet, ist auf die Menschen der Stadt - die dafür dankbar waren - zugegangen und hat auf diese Weise Wege der Erneuerung aufgezeigt.

Christof Gaspari

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