VISION 20005/2005
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Eigentlich längst widerlegt

Artikel drucken Fakten, die gegen den Neodarwinismus sprechen

Die heftigen Reaktionen und Polemiken (siehe in dieser Ausgabe: "Unsachliche Kritik an Schönborns Äußerungen"), die der Artikel von Kardinal Schönborn ausgelöst hat, sind kein Zeichen von Stärke der Neodarwinisten. Behauptungen wie, die Kirche versuche, die Wissenschaft zu knebeln, verdecken die anfechtbare empirische Basis jener Evolutionstheoretiker, die sich darauf versteifen, die Entstehung des Lebens dem blinden Zufall zuzuschreiben. Im folgenden einige Schwachstellen dieser Theorie.

Denkunmöglich

Max Thürkauf, physikalischer Chemiker, über den reflektierenden Menschen: “Eine Reflexion ist entweder da oder sie ist nicht da. Ein Ich, das aus einem vorerst gewesenen Nicht-Ich immer mehr ein Ich, sozusagen immer ,icher' wird, ist undenkbar. (...) Schöpfung geschieht immer dann, wenn eine Ordnung entsteht, die es vorher nicht gab. Weil eine langsame Entstehung der Reflexion des Ich-bin-ich des Menschen undenkbar ist (ein Reflex ist immer etwas Plötzliches), müssen wir folgern, daß Gott den Menschen durch Immanation, durch Eingebung des Geistes geschaffen hat, wie es in der Schöpfungsgeschichte steht."

Komplexe Bausteine

Die hohe Komplexität, die schon der Baustein des Lebens, die Zelle, aufweist, spricht dagegen, daß sich so ein Gebilde langsam und durch kontinuierliche Veränderungen gebildet haben könnte. Eine lebende Zelle funktioniert eben nur so wie sie ist - oder eben gar nicht, wenn eines der wesentlichen Elemente fehlt. Dazu William Dembski, Vertreter des Konzepts einer intelligenten Planung: “Die Probleme des Darwinismus sind da, und sie sind offenkundig: Die Entstehung des Lebens, die Entstehung des genetischen Codes, die Entstehung multizellularen Lebens, die Entstehung der Sexualität, die Lücken in der Fossilkette, der biologische Urknall im Kambrium, die Entwicklung komplexer Organsysteme und die Entwicklung nicht reduzierbar komplexer Maschinen auf der Molekularebene sind nur einige der ernsteren Schwierigkeiten jeder Evolutionstheorie, die nur von ziellosen, materiellen Prozessen ausgeht."

Keineswegs eindeutig

Die prähistorischen Funde sind in ihrer Deutung weit nicht so eindeutig, wie man sie uns präsentiert. Typisches Beispiel die Geschichte der Funde, die den “Australopithecus" zum menschlichen “Vorfahren" gemacht haben: 1959 entdeckte Primatenüberreste in Kenya, gefunden in der Nachbarschaft von primitiv behauenen Steinen, wurden als Australopithecus, eine Zwischenform zwischen Affe und Mensch, gedeutet. Die Datierung: 1,75 Millionen Jahre wird aus theoretischen Überlegungen anderen Zeitbestimmungen vorgezogen. 1973 entdeckt man Menschenknochen und Australopithecus-Reste in denselben Schichten (ebenfalls in Kenya). Die Datierung diesmal: 2,8 Millionen Jahre. Weil der menschliche Schädel nicht ins Konzept paßt, wird er als “rätselhafter" Fund beiseite geschoben. 1976 wird “Lucy" entdeckt. Datierung: 3 Millionen Jahre. Sie wird zum Australopithecus erklärt, obwohl sie wesentliche Merkmale (Kieferform, lange Arme) eines Affen hat. 1979: Entdeckung von Fußspuren in einer 3,9 Millionen Jahre alten Lava. Am selben Ort (Kenya) findet man Reste von Menschen, vom Australopithecus und von Tieren. Weil sie in die Theorie passen werden die Spuren dem Australopithecus zugesprochen. Dazu Marie-Claire van Ooestrwyck-Gastuche, eine chemische Physikerin: “Die traurige Wirklichkeit sieht folgendermaßen aus: Menschliche Überreste wurden in Afrika inmitten einer Vielzahl von tierischen und pflanzlichen Überresten sowie von bearbeiteten Steinen gefunden. Knochen, Schädel, Steinwerkzeuge wurden durch die Lava datiert. Nur die ,guten' Datierungen wurden berücksichtigt."

Nirgends beobachtet

Daß sich lebende Organismen spontan bilden und dann mit der Zeit auf natürlichem Weg zu anderen Arten von Organismen verzweigen, ist bisher nirgends beobachtet worden. Da die Naturwissenschaft die Autorität ihrer Aussagen auf Beobachtungen stützt und auf wiederholbare Experimente, genügt das neodarwinistische Modell den eigenen Ansprüchen nicht, nämlich Wissenschaft zu sein.

Eine neue Theorie

Die Deutung der Fossilienfunde ist nicht einheitlich. Die derzeit vorherrschende Theorie geht von der Überlegung aus, daß die Erdgeschichte im Großen und Ganzen durch kontinuierliche Entwicklung gekennzeichnet sei: Schicht auf Schicht über die Jahrmillionen hinweg abgelagert. Untere Sedimentschichten seien älter als höher gelegene. Eine wachsende Zahl von Geologen beginnt das anders zu sehen. Sie deuten ihre Beobachtungen als Wechsel von ruhigen Perioden mit Katastrophenereignissen enormen Ausmaßes. Diese lösen gigantische Überschwemmungen aus, die wahre Fossilienfriedhöfe produziert haben müßten. Dann wären die Funde die Momentaufnahme des Lebens zum Zeitpunkt der Katastrophe und nicht die Dokumentation der Geschichte der Lebewesen. In diesem Fall entstehen die Sedimentschichten innerhalb kürzester Zeit und tiefer liegen dann jene Schichten, die aus den schwereren Partikeln bestehen. Beobachtungen nach dem Ausbruch des Mount St. Helen (1980) und Experimente mit Sedimentenbildung sprechen ebenso für diese Theorie wie die Tatsache, daß sich auf den Meeresböden keine seit Jahrmillionen angesammelten Schichten erkennen lassen, sondern daß die Erdrinde dort besonders dünn ist.

Total unwahrscheinlich

Die Behauptung, Arten seien durch Makromutationen des genetischen Materials entstanden, sind schwer haltbar, wenn man deren Wahrscheinlichkeit berücksichtigt. Die Wahrscheinlichkeit der Entstehung einer einzigen Aminosäure wird auf 1: 10 hoch 130 geschätzte. Das bedeutet, daß dieses Ereignis in einem von 10 hoch 130 Versuchen eintritt. Zum Vergleich: Die Dauer der gesamten Evolution wird auf 10 hoch 9 Jahre geschätzt.

Seit jeher unverändert

Im Fossilienbefund findet man Lebewesen, die sich seit Jahrhundertmillionen Jahren nicht wesentlich verändert haben. So vermehren sich Bakterien unter günstigen Bedingungen alle 20 Minuten. Sie haben beste Voraussetzungen für eine Entwicklung. Warum gleichen dann heutige Bakterien den fossilen, die 3,5 Milliarden Jahre alt sind?

Christof Gaspari

Näheres siehe auch Schwerpunkt in VISION 5/98, “L'Evolution, Hypothèses ou certitudes?" , Cahiers d'Edifa Nr 3, Wolfgang Kuhn “Stolpersteine des Darwinismus 1 u. 2", factum Taschenbuch.

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