VISION 20003/2006
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Eltern als Helden

“Wir leben in einem Zeitalter kalter Kriege. Kalter Krieg herrscht zwischen Männern und Frauen, zwischen Alten und Jungen, zwischen berufstätigen Frauen und Hausfrauen. Kalter Krieg herrscht zwischen Familien und Staat. Bekanntlich ist dies auch ein Zeitalter des radikalen, begründungsunbedürftigen, zu nichts verpflichtenden Individualismus. Man sieht im Verhältnis von Mann und Frau eine Unterscheidung als ob nicht. Man führt Ehen als ob nicht. Und man hat Kinder, als hätte man sie nicht."

Mit dieser Lagebestimmung beginnt Norbert Bolz (“Die Helden der Familie. Wilhelm Fink Verlag, München 2006, 119 Seiten, 9,90 Euro) seine Kampfansage gegen eine ignorant gewordene Gesellschaft, in der letztlich die Kluft zwischen Familien und Kinderlosen immer größer wird. Wer unter den heutigen Bedingungen noch eine Familie gründet, tut es “trotzdem", und in diesem unspektakulären Sinn sind Eltern heute Helden.

Die Tagespost v. 16.3.06


Weil sich allerdings immer weniger Menschen zu solchem “Heldenmut" aufschwingen, gehen unseren Ländern die Kinder aus:

Verluste - größer als im 2. Weltkrieg

In einem Linzer Schulsprengel (Grillparzer-Volksschule) wird im kommenden September kein einziges Kind mit deutscher Muttersprache seine Schullaufbahn starten. (...) Alle 36 gemeldeten “ABC-Schützen" haben ausländische Wurzeln. Nur drei Kinder mit deutscher Muttersprache wurden eingeschrieben; die Eltern wollen sie jedoch nicht in die Grillparzerschule schicken, weil sie um die schulische Entwicklung ihres Nachwuchses fürchten.

(...) Oberösterreich hatte 1963 einen Höchststand von 24.752 Neubürgern. Bis 1995 pendelte sich die Geburtenrate auf etwa 16.000 bis 17.000 ein. (...) Im Vergleich zu 1965 fehlen 11.000 Geburten pro Jahrgang, zu 1995 sind es 3.000 pro Jahr. Dieses Fortpflanzungsverhalten wirkt daher in der Bevölkerungspyramide dramatischer als die Verluste des Zweiten Weltkriegs. Sie beziffern sich in Oberösterreich auf 50.000 Tote also ca. 8.000 pro Kriegsjahr. “Aus demographischer Sicht ist richtig, daß der Geburtenrückgang viel gravierender wirkt als dieser Krieg", bestätigt Ernst Fürst, Chefstatistiker des Landes.

Pro-Life-Info v. 24.2.06


Ein bedenkenswerter Vergleich. Weil der Mensch aber ohne Kinder und familiären Anschluß vereinsamt, sucht er nach Ersatzlösungen, um die Einsamkeit zu bekämpfen:

Ein Dirndl für die Hündin

Für die kinderlose Gesellschaft wird das Haustier zum Mittelpunkt. Diesen “Megatrend 2006" hat der in Bonn erscheinende Trendletter ausgemacht. Wie es in der neuesten im Internet verbreiteten Ausgabe heißt, habe der Kunde der Zukunft “vier Beine". Die Haustierbranche blühe vom Spray gegen Hunde-Mundgeruch über die Tierwaschanlage bis zum Dirndl für die Hündin. Denn anders als die Zahl der Kinder wachse die der Tiere. So sei die Zahl der Hunde in Deutschland in den letzten 13 Jahren von 4,1 Millionen auf 5,3 Millionen gestiegen, die der Katzen von 6 Millionen auf 7,5 Millionen. Die Anzahl der Aquarien und Kleintiere habe sich im gleichen Zeitraum verdoppelt. Dagegen ist die Zahl der Geburten in dem Zeitraum um rund 100.000 auf etwa 620.000 gesunken. Japan zeige, daß sich diese Entwicklung fortsetzen werde. Dort habe im letzten Jahr die Zahl der Katzen und Hunde die der Menschen unter 15 Jahren überstiegen. Der Trendletter weist auch darauf hin, daß immer mehr Tiere ihre letzte Ruhe auf einem Tierfriedhof finden statt im Garten oder in einer Tierkörperbeseitigungsanlage. "Hier ist eine völlig neue Industrie entstanden, die von der Einäscherung bis zur Seebestattung vor Mallorca alles anbietet", heißt es.

PURmagazin 2/06


Rassistisch

An diesem internationalen Tag gegen den Rassismus, behauptete jede dritte in Frankreich befragte Person von sich, sie sei rassistisch. Das ergab eine im November 2005 von der “Commission nationale consultative des droits de l'Homme" durchgeführte Befragung. Eine Zahl, die im Vergleich zum Bericht 2004 (25,1%) um acht Prozentpunkte angestiegen ist. Im Gegensatz dazu verwahren sich 40% der Befragten gegen jede rassistische Haltung, was einen Rückgang um acht Prozentpunkte bedeutet. Für Michael Forst, den Generalsekretär der Kommission, ist die Tatsache, daß “die Zahl der Opfer annähernd gleichgeblieben, die Einstellung sich aber so verschlechtert hat, verdammt besorgniserregend".

Le figaro 21.3.06

Jeder 3. Franzose sagt ja zum Rassismus - und das obwohl diese Haltung dauernd medial angeprangert wird! Es ist ein Zeichen für das Scheitern des den Europäern seit Jahrzehnten verordneten “Multi-Kulti"-Konzepts, das Begriffe wie Heimat und Vaterland schlechtgemacht hat.


Sklaven des 21. Jahrhunderts

Heutzutage gibt es mehr Sklaven als zu jeder anderen Epoche der Menschheitsgeschichte. Es wird geschätzt, daß 27 Millionen Männer, Frauen und Kinder, sogar Babys heute weltweit in der Sklaverei leben, eine weitaus größere Zahl als zu jeder anderen Zeit der Geschichte, die überdies exponentiell steigt. (...) Der Bericht 2005 des "United States Department for State Trafficking in Persons" (Amt, das sich mit Menschenhandel beschäftigt, Anm.) enthält Schätzungen des CIA ...: "50.000 Menschen werden jährlich in oder durch die Vereinigten Staaten als Sexsklaven, Dienstpersonal im Haushalt, Sklaven in der Bekleidungsindustrie und als Landarbeiter geschleust." (...) Die meisten von ihnen werden aus armen Familien - die sie nie wiedersehen werden - entführt oder von ihren verzweifelten Eltern für Bagatellbeträge verkauft, um mit dem Erlös zur Ernährung der übrigen Familienmitglieder beizutragen.

Bei 18-Stunden-Arbeitstagen werden die Opfer nachts eingesperrt, manchmal sogar gefesselt, damit sie nicht davonlaufen können. Die Masse der Sklaven ist unbetreut und wird für den geringsten Ungehorsam geprügelt. Wer zu fliehen versucht, den erwartet lebensbedrohliche Bestrafung. Und wenn die Sklaven nicht mehr die erwartete Leistung erbringen, werden sie einfach weggeworfen, entsorgt.

Die moderne Sklaverei nimmt meist in Sklavenmärkten von Entwicklungsländern ihren Ausgang. Nachdem sie für Beträge von nur 20 Dollar verkauft worden sind, werden die Männer, Frauen und Kinder in überbelegten Schiffen, Flugzeugen, Lkws oder Waggons in Arbeitslager oder Bordelle transportiert. Jene, die diesen greulichen Transport überstehen, erwartet ein Leben voll harter Arbeit. (...)

Trotz eines seit Jahrhunderten geführten Kampfes gegen die Plage findet man Sklaverei auf indischen Farmen, die vererbbare Schuldsklaverei in der pakistanischen Ziegelherstellung und in den Kokosnußplantagen der Elfenbeinküste. Sie gedeiht in den Webstuhlschuppen Nepals, den Sexsklaven-Bordellen von Manila, Thailand, Japan und den USA, unter den Wasserträgern in Mauretanien und in den Camps der brasilianischen Kohleminen, bei der Kinderprostitution in Ekuador und den Kinderjockeys der Kamelrennen für reiche Scheichs im Vorderen Orient. Menschenhandel findet für Sex-Arbeiter über die visafreie kanadische Grenze und in die USA statt. Sklaverei findet man in der Bekleidungsindustrie von Los Angeles und New York sowie in den reichsten Haushalten von Paris, London und Washington DC. (...)

Die Sexsklaverei wächst am raschesten in Mittel- und Osteuropa sowie in der ehemaligen Sowjetunion. Dabei erwirtschaften kriminelle Vereinigungen jährlich Milliarden Dollar-Erträge.

The Catholic World Report, Feb 2006

Menschenhandel und Sklaverei in einer Welt, in der sich alle Länder als UN-Mitglieder zu den Menschenrechten bekennen! Wenn das nicht eine Anfrage an das gängige Fortschrittskonzept ist, was dann?


Werbegebühr für ein Kreuz

Wegen der Aufstellung eines neuen Kreuzes ist in der mittelenglischen Gemeinde Dudley ein heftiger Streit zwischen Stadtverwaltung und Kirche ausgebrochen. Die Stadt sieht das geplante Holzkreuz vor dem Gotteshaus als Werbung an, für die eine Gebühr von 75 Pfund (rund 110 Euro) zu zahlen sei. Sie beruft sich dabei auf eine landesweite Vorschrift aus dem Jahr 1990, die für Werbeflächen unter freiem Himmel gilt. Die Kirchengemeinde lehnt dagegen jede Zahlung ab.

News Orf.at v. 8.3.06


Eines der Zeichen für das Wachsen einer christenfeindlichen Grundstimmung, die auch anderswo in Europa zum Ausdruck kommt:

Auch das ist Christenverfolgung

Als treue Jünger erleiden die Katholiken auch heute Verfolgung. Zum Marxismus, der weiterhin in Kuba und China wütet, muß man den Fanatismus von Buddhisten und Hinduisten etwa in Sri Lanka oder in Indien hinzuzählen, wo Verfolgung fast zum Alltag gehört. Dazu kommt noch der Islamismus, der - abgesehen von den von Bin Laden in unseren Ländern initiierten Attentaten - fast überall vom Heiligen Land bis Indonesien, von der Türkei bis Saudi-Arabien Gewalt anwendet. (...)

Stellt man all das in Rechnung, was da im Ausland passiert, kann man da von Christenverfolgung in unseren Ländern sprechen? Ich denke ja. Da sind zunächst Gewaltakte ... (Ermordung eines belgischen Priesters, Angriffe auf Bischof Jacquin in Paris und auf einen Pfarrer in Chalon sur Saône...). Dann aber auch verschiedenste Taten wie die Entweihung der Kapelle Saint-Guénael de Guiscriff im Morbihan Anfang Februar - dieses Gebäude war übrigens das fünfte, das innerhalb von zehn Tagen in einem Umkreis von 30 Kilometern geschändet worden ist.

(...) In den Vereinigten Staaten laufen Prozesse, um die Bibeln aus den Gerichtssälen zu verbannen. In Spanien will die Regierung den Religionsunterricht aus den Schulen verbannen und über einen neuen Modus zur Finanzierung der Kirche nachdenken (man beachte die elegante Formulierung...). In England registrieren die Versicherungsunternehmen einen außergewöhnlichen Anstieg der Angriffe auf Kirchen und Tempeln (ähnliches gilt für die Schweiz). In Frankreich kann man ganz einfach Benedikt XVI. als neuen Hitler karikieren, ohne daß die Katholiken sofort Demonstrationen starten, Feuer an die Botschaft eines Drittlandes legen oder einen Rabbi bzw. Imam ermorden (...) In Frankreich (...) kann man Molotow-Cocktails gegen eine Kapelle in Sartrouville werfen, ohne daß Jacques Chirac an einer landesweiten Demonstration teilnimmt oder sich zu Wort meldet und fordert, man möge endlich mit Äußerungen aufhören, die Gläubige verletzen - was er allerdings am 8. Februar getan hat, als es um die Mohammed-Karikaturen ging.

L'Homme Nouveau v. 18.3.06


Gott sei Dank stehen diesen Symptomen auch ermutigende Signale eines wachsenden Interesses am Glauben gegenüber:

Vier Millionen bei Benedikt

Nach aktuellen Angaben des Heiligen Stuhls, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden, haben bislang mehr als vier Millionen Menschen die Gottesdienste und Audienzen von Papst Benedikt XVI. in Rom besucht. In einer diesbezüglichen Erklärung der Präfektur des Päpstlichen Hauses heißt es, dass insgesamt 1.875.000 Personen zum sonntäglichen Angelusgebet mit Papst Benedikt XVI. auf den Petersplatz gekommen sind. 1.121.500 Personen nahmen demzufolge an den Mittwoch-Generalaudienzen des Nachfolgers von Papst Johannes Paul II. teil, 384.900 Menschen aus aller Welt besuchten päpstliche Sonderaudienzen. 697.200 Gläubige haben den liturgischen Feiern beigewohnt, denen Benedikt XVI. vorstand.

zenit.org v. 24.4.06

Wer hätte das gedacht: Der nüchterne, eher schüchterne Papst Benedikt lockt mehr Menschen nach Rom als sein charismatischer Vorgänger. Da wird offenkundig: Die Menschen suchen den Halt bei Petrus, dem Fels.


Begriffsverwirrung

Bischof Mixa bezeichnete es als höchst problematisch, wenn in Staat oder Kirche die Familie im Vollsinn immer stärker relativiert werde, indem sie mit anderen Formen menschlichen Zusammenlebens und zwischenmenschlicher Solidarität politisch auf eine Stufe gestellt oder in einem Atemzug genannt werde.

Nicht-eheliche Lebensgemeinschaften, Patchwork-Familien oder alleinerziehende Väter und Mütter seien zwar eine gesellschaftliche Realität aber kein gesellschaftlich erstrebenswertes Ziel. Vorrangiges Ziel kirchlicher Familienarbeit müsse es in Zukunft vielmehr wieder sein, jungen Vätern und jungen Müttern Lust auf Ehe, Familie und gemeinsame Kinder als verbindliche und zukunftsorientierte Form des Zusammenlebens zu machen.

“Wenn wir von Ehe und Familie sprechen, müssen wir auch Ehe und Familie im eigentlichen Sinne meinen", sagte Mixa, der in diesem Zusammenhang die Verbreitung “einer an gewissen Erscheinungen des Zeitgeistes orientierte politische Korrektheit" kritisierte. “Homosexuelle Partnerschaften oder zeitlich befristete Wohngemeinschaften können nach christlichem Menschenbild niemals Ehen oder Familien sein.

kath.net v. 23.1.06

Es ist ganz wichtig, mit klaren Begriffen zu arbeiten. Denn jede Begriffsverwirrung erzeugt ein verwirrtes Denken und damit Desorientierung.


Zum Schluß noch eine erfreuliche Bilanz der Fastenzeit:

Viele fasten

Fast jeder vierte Erwachsene in Deutschland (23 Prozent) hat in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern gefastet. Das teilte das Institut für Demoskopie Allensbach mit. 18 Prozent der 2099 Befragten waren durch den religiösen Sinn des Fastens motiviert. (...) Elf Prozent verzichteten auf Fleisch, sieben Prozent auf Alkohol und zwei Prozent auf das Rauchen. Vor allem ältere Menschen fasten: Ungefähr jeder dritte aus der Altersgruppe über 60 Jahre tut das. (...) Von den Jüngeren, den unter-30jährigen, taten das dagegen nur 11 Prozent.

kath.net v. 12.4.06

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