VISION 20001/2007
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Treue zur Lehre der Kirche einmahnen

Artikel drucken (Weihbischof Andreas Laun)

Sonntagsmesse in einer katholischen Kirche in Österreich: Es wird das Evangelium von der wunderbaren Brotvermehrung vorgetragen. Der Prediger erklärt: Jesus habe die Leute begeistert. Da hätten alle ihren Proviant hervorgeholt und gegessen, alle wurden satt oder hatten jedenfalls den Eindruck, satt zu sein.

Unter den Besuchern der heiligen Messe war auch eine Familie aus einem anderen Ort. Die Kinder hörten aufmerksam zu, angesichts der Evangeliumdeutung waren sie aber verstört: Der erste Widerspruch kam vom 8jährigen: “Wenn es so war, war das vorher ja gelogen." Der große Bruder ergänzte: “Der Prediger hat Jesus ja zum bloßen Menschen gemacht, er hat ihm die Gottheit genommen."

Die Eltern taten, was mündige Katholiken tun sollten: Sie sprachen mit dem Ortspfarrer. Dabei stellte sich heraus: Der Prediger war der Pastoralassistent, nicht ein Priester. Der Pfarrer berief sich auf die theologische Ausbildung seines Mitarbeiters...

Aber das Ehepaar beharrte: Der Pastoralassistent hat kein Recht zu predigen - und schon gar nicht, das Evangelium so zu verdrehen. Denn: “Wer einem dieser Kleinen Ärgernis gibt..."

Ich weiß nicht, wie der Pfarrer dann reagiert hat. Aber leider steht die Geschichte in unserer Zeit für viele andere dieser Art. Ich möchte unsere Gläubigen ermutigen: “Man" - nicht nur der Bischof - darf und soll (im angemessenen Ton natürlich) Gehorsam gegenüber der kirchlichen Ordung einmahnen und erst recht Treue zur Lehre der Kirche.

Weihbischof Andreas Laun

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