VISION 20007/2007
« zum Inhalt Schwerpunkt

Stets ein neues Wehwehchen

Artikel drucken Erfahrungen mit “Wunder"-Heilmethoden

Ich bin Mutter von drei Kindern, zwei sind erwachsen, eines noch schulpflichtig. Vor gut sieben Jahren waren wir geschockt, als uns die Tochter mitteilte, daß sie zu den Zeugen Jehovas gehe. Bis dahin war für uns zwar Gott der Schöpfer, aber wir hatten außer dem Glauben, daß es Ihn gibt, keine Beziehung zu Ihm.

Mein Kind in die Sekte schlittern zu sehen, machte mich krank - auch körperlich. Nun bekam ich von überall Ratschläge. Wunderheiler nannten sie den einen, der mir durch das Pendel sagte, was mir fehlte. Er legte mir die Hand auf und zeichnete mit einem Stein am Körper. Ich wurde abhängig von ihm, denn kaum war das eine Wehwehchen weg, trat ein neues auf. Auch wurde es eine kostspielige Angelegenheit.

Durch die Aussage eines Priesters, man müsse aufpassen, denn auch der Teufel könne wirken, wurde ich hellhörig. Mit dem Teufel wollte ich nämlich nichts zu tun haben!

Allerdings nahm ich das nächste Hilfsangebot an: Bachblüten. Eine sympathische Frau nahm sich viel Zeit für mich (heute verstehe ich es, bei 350 Schilling pro Stunde). Bei ihr war ich mir sicher, daß dies nicht vom Teufel sein könne, denn sie hatte ein Jesusbild im Vorzimmer. Auch war ein Ehepaar, das ich vom Gottesdienst her kannte, bei ihr. Sie erzählte, der Priester ihres Ortes besuche sie regelmäßig.Für meine Unversöhntheit mit jemandem bekam ich Tropfen und die Versicherung, meine Angstträume seien unbegründet, weil der Betreffende eine ganz andere Strömung als ich sei.

Einige Wochen glaubte ich, daß es mir nun gut gehe, aber die Beziehung zu meinem Mann war irgendwie fremd, unnahbar geworden. Er wiederum stellte fest, daß ich ihm total entgleite. Aber er konnte mich mit nichts von dieser Frau fernhalten. Im Gegenteil ich nahm sogar unser Kind gegen dessen Willen mit.Es durfte sich anhand von Blütenkarten und Feenbildern Tropfen aussuchen: gegen Traurigkeit, weil die große Schwester von den Zeugen Jehovas aus schon seit zwei Jahren nicht nach Hause kommen durfte.

Die Gespräche bei der Bachblütenberaterin waren so, daß ich meinem Mann nichts von ihnen erzählte. Sie redete mir die Wiedergeburt ein: Wenn z. B. einer ein Mörder ist, wird er im nächsten Leben umgebracht werden, damit er beide Erfahrungen machen kann. Die Pyramiden seien von Geistwesen gebaut worden... Mit ihren Händen stellte sie eine sehr starke Aura bei mir fest. Ich weiß zwar bis heute nicht, was dies bedeutet, aber weil sie so begeistert tat, freute ich mich darüber. Für meine körperlichen Schmerzen aber hatte sie nur ein Achselzucken übrig.

Als ich einer anderen Frau, die auch ihre Kinder und Haustiere mit Bachblüten behandelte, meine Unsicherheit wegen der Worte des Priesters mitteilte, sagte sie nur: “Na und, den Teufel hat ja auch Gott geschaffen. Er ist ja nur ein verstoßener Engel!"

Das war mir zu viel. Ich sah auf das Kreuz, weinte und bat: “Vater, bitte hilf mir!" Das erste Mal hatte ich das Vertrauen, daß mir sonst niemand helfen könne. Heute glaube ich, daß unser Vater auf diesen Hilferuf nur gewartet hat. Denn kurze Zeit später sagte mir eine gläubige Frau, sie würde für mich und mit mir beten, wenn ich das wolle.

Seit diesem innigen, aufrichtigen Gebet habe ich das erste Mal Jesus als Person kennengelernt, ein Gegenüber, das ich zwar nicht sah, aber spürte: Vertrautheit, Heimat, Liebe - unbeschreiblich!

Als wir meine Schmerzen im Gebet zu Seinen Füßen unter das Kreuz hinlegten, spürte ich eine angenehme Wärme. Später stellte ich fest: die Schmerzen waren verschwunden und sind bis heute nicht wiedergekommen. In der Beichte wurden die okkulten Wurzeln in mir im Namen Jesu durchtrennt. Ich fühlte mich wie neugeboren.

Mein Mann hat mir erst nachher gestanden, daß er in der Zeit, in der ich zur Bachblütenfrau gegangen bin, anfing, in der Bibel zu lesen. So hat Gott das Beste aus all dem gemacht. Obwohl unsere Tochter noch bei den Zeugen Jehovas ist, glaube ich, daß sie bei unserem barmherzigen Vater nicht verloren ist. Ich habe keine Angst mehr um sie. Ich bin dankbar, daß wir die Liebe unseres Gottes spüren dürfen, und daß unsere Ehe noch schöner und tiefer geworden ist.

Kürzlich sagte ich zu Frauen, die Bachblüten als Allheilmittel einnehmen, daß ich diese Tropfen nicht mehr brauche und alles in den Mistkübel geworfen hatte. Da bekam ich zur Antwort: “Wieso? Es steht doch in der Bibel: Prüfet alles, das Gute behaltet..." Als ich die Bibelstelle suchte, mußte ich feststellen, daß die Frauen die Stelle nicht ganz gelesen haben konnten. Denn der Satz endet: ... und meidet das Böse in jeder Gestalt.

Eva-Maria

© 1999-2020 Vision2000 | Sitz: Beatrixgasse 14a/12, 1030 Wien | Mail: vision2000@aon.at | Tel: +43 (0) 1 586 94 11