VISION 20006/2008
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Wenn Jesu Geist mächtig unter Moslems wirkt

Artikel drucken Beispiele von spektakulären Bekehrungen

Das Stichwort Dialog der Religionen läßt Christen oft übersehen, daß vorrangiger Auftrag die Mission, der Dialog nur deren Vehikel ist. Das gilt vor allem auch für die Beziehung zu Moslems.

Bei uns in Europa wird der friedliche Dialog unter den Religionen propagiert, wobei die Differenzen meist heruntergespielt werden. Viel Anklang fand das “Weltethos" von Hans Küng mit der Erwartung, durch das friedliche Zusammenspannen der Religionen Frieden in die Welt zu bringen. In Europa wächst die Zahl der Moslems, während die christliche Bevölkerung proportional zurückgeht. Die Kirchen verlieren zusehends an Boden, was die Moslems in ihrem Missionseifer ermutigt. Die Christen sind weitgehend im Rückzug.

In der Politik, im Bildungswesen, in den Medien wird das spezifisch Christliche zurückgedrängt, um bei Nichtchristen keinen Anstoß zu erregen. EU-Führer, die von ihrer Herkunft her Christen sein sollten, lehnten es ab, daß die EU-Verfassung sich zum christlichen Fundament des Abendlandes bekennt. Wegen seines christlichen Bekenntnisses wurde der hoch qualifizierte Rocco Buttiglione nicht zum EU-Kommissar gewählt. Mit kritischen Gedanken über den Islam, über Homo-Ehen usw. stempelt man sich zum, “intoleranten" Außenseiter.

Wir Schweizer Kapuziner haben Missionare in Ostafrika und Indonesien. Viel lernen wir von ihnen, wenn sie in unser Kloster in Olten auf Heimaturlaub sind. Sie sehen den Islam, mit dem sie täglich konfrontiert sind, realistischer als unsere blauäugigen Theologen. Sie anerkennen die vielen menschlichen und religiösen Werte im einfachen moslemischen Fußvolk und pflegen schöne Beziehungen. Schon Franziskus war beeindruckt vom tiefen Glauben und der treuen Pflichterfüllung der “Sarazenen".

Dennoch erkennen die Missionare realistisch das Vordringen eines kämpferischen Fundamentalismus, vor allem durch Islampropagandisten aus Saudi-Arabien. Dies führt gelegentlich zu schlimmen Aggressionen mit Abbrennen von Kirchen und christlichen Schulen. Das brave muslimische Fußvolk wird mancherorts in den Moscheen gegen die Christen aufgehetzt.

Trotz dieses Gegenwinds ist Jesus machtvoll am Werk, indem er sich auf außerordentliche Weise Moslems, Juden, Hindus usw. offenbart. Modellbeispiel ist Saulus, der Christenverfolger, der durch die Begegnung mit Jesus bei Damaskus zum feurigen Apostel wurde.

Es gibt manche Bücher mit Zeugnisberichten, welche zeigen, wie Moslems, Juden usw. Christus durch gnadenhafte Eingebungen, Träume u.a. als ihren Heiland erkannten und annahmen. Berühmt wurde der vormalige ägyptische Berufsmoslem (Professor an der Islamhochburg, der Al-Azhar-Universität in Kairo und Imam an einer Moschee) Mark A. Gabriel (so sein Christenname), der durch Gnadenführung Christ wurde, deshalb Folter durchmachte und sich nur durch Flucht nach Amerika retten konnte. Sein dramatischer Zeugnisbericht ist erschienen unter dem Titel “Islam und Terrorismus" (Resch-Verlag 2004, siehe Besprechung 4/05).

Ein Afrikamissionar, der gerade in unserem Kloster auf Urlaub ist, erzählte mir folgende, aus der Nähe erlebte Beispiele. Ein Scheich, Oberhaupt einer muslimischen Gemeinde, ging nach dem Freitagsgebet in der Moschee ans Meer, um sich auszuspannen. In der Nähe befand sich eine katholische Kirche, aus der er Gesang und Gebet dringen hörte. Dies zog ihn geheimnisvoll an.

Er zog seinen langen weißen Rock und die Mütze, die ihn als Scheich kennzeichneten, aus und schlich sich in die Kirche. Er spürte, vom Gnadenstrahl berührt: “Hier gehöre ich hin. Jesus soll mein Herr sein!" Unerschrocken bekannte er vor dem Vorstand der Moschee: “Ich werde Christ!"

Zuerst glaubte man, er habe den Verstand verloren, und schlug ihn. Er blieb standhaft. Wegen seiner Bekehrung wurde er von der Frau und den Kindern verstoßen und durfte sein Haus nicht mehr betreten. Etwa ein Jahr lebte er als Obdachloser vom Betteln. Eine Frau entdeckte ihn und führte ihn zum Pfarrer, der sich seiner annahm und ihm ein Obdach und Arbeit verschaffte. Nach einem Jahr Glaubensunterweisung wurde er getauft. Mein Mitbruder lernte ihn kennen, als er an Exerzitien im Exerzitienhaus der Kapuziner teilnahm, und war, von ihm tief beeindruckt.

Das zweite Beispiel handelt von einem fanatischen jungen Muslim, einem Händler, der sich in Saudi-Arabien zum Islampropagandisten hatte ausbilden lassen. Er hatte teilgenommen an islamistischen Ausschreitungen wie der Zerstörung einer Schweinemetzgerei. Eines Tages fiel er auf einer Reise bewußtlos zu Boden. Freunde meinten, er sei besessen und holten Weihrauch, “um den Teufel auszutreiben".

In Wirklichkeit war der Mann innerlich von Jesus berührt worden und hörte den Ruf. “Jesus ist Sieger!" Er sah Jesus mit zwei Büchern: in der einen Hand hielt er die Bibel, in der anderen den Koran. Jesus legte den Koran weg und wies auf die Bibel mit der Einladung: “Folge diesem Buch!" Unerschrocken bekannte er dies seinen Freunden. Diese schlugen ihn und wollten ihn vergiften, doch das Gift wirkte nicht. Er schloß sich einer Christengemeinde an, wo er getauft wurde. Doch von seinen Angehörigen, die ihn nach dem Islamgesetz töten müßten, wurde er als Abtrünniger ausgestoßen.

Noch viele ähnliche Beispiele können unsere Missionare erzählen. Sie zeigen einerseits, daß der Islam nicht so harmlos ist, wie manche ihn darstellen. Der Koran schärft den Moslems ein, daß Gott nicht der barmherzige Vater ist, der uns seinen einzigen, geliebten Sohn als Retter gesandt hat. Eine Muslima sagte es mir resolut: “Wer glaubt, daß Jesus Gottes Sohn ist, kommt in die Hölle." Hier wirkt gemäß 1Joh 2,22f eindeutig der “Geist des Antichrist".

Doch andererseits ist, wie obige Beispiele zeigen, auch der Geist Jesu am Werk. Durch unser Gebet und unser liebevolles Zeugnis tragen wir bei, daß Moslems, Juden, Hindus usw. sich für Jesus öffnen. Zur Bekehrung des Saulus trug sicher das Opfer und die Bitte des Stephanus bei (Apg 7,58ff). Nicht aggressive Missionierung, sondern das liebevolle Zeugnis und das beharrliche Gebet öffnen die Herzen.

Br. Tilbert Moser Der Autor ist Pater im Kapuzinerkloster Olten/Schweiz.

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