VISION 20004/2009
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Familienleben wird erschwert

Artikel drucken Bericht über die kürzlich veröffentlichte 3. Österreichische Wertestudie:

Daß eine vierköpfige Familie von einem (Männer-)Gehalt leben kann, wird immer unwahrscheinlicher. Der Anteil an Alleinverdienerhaushalten hat sich seit den 80er Jahren daher nicht nur aus gesellschaftlichen, sondern auch aus ökonomischen Gründen verringert. Klar geregelte Arbeitszeiten und eine “Lebensstellung" werden seltener. Selbst bei Akademikern ist die Lohnerwartung deutlich geschrumpft, gleichzeitig stieg der Anteil der “working poor". Kein Wunder, daß insgesamt die Zufriedenheit mit der eigenen beruflichen Situation in den letzten zehn Jahren gesunken ist.

Glaubt man dem Bericht, so ist aber auch die Familie zusehends unter Druck geraten - eben auch wegen “diskontinuierlicher Erwerbsverläufe". Gleichzeitig ist der Betreuungsaufwand für das einzelne Kind gestiegen, weil es weniger Geschwister, Verwandte, gleichaltrige Nachbarskinder gibt. Die Familiengründung wird daher hinausgeschoben - und manchmal gar nicht mehr realisiert. (...) Und wie schaut die Lebensrealität der Österreicher aus? In einem Drittel der Haushalte leben Partner mit Kindern, in einem weiteren Drittel Paare ohne Kinder, der Rest sind Singlehaushalte. In Wien beträgt der Anteil von Haushalten mit Kindern nur 21 Prozent, die meisten gibt es in der Steiermark und Kärnten. Wer an Gott glaubt, hat übrigens deutlich häufiger Kinder als Nichtgläubige.

Die Presse v. 15.6.09

Noch ein Beweis für das Versagen unseres Wirtschaftssystems: Jahrzehnte des Wachstums bescheren uns heute immer mehr “working poor", Menschen also, die von ihrem Einkommen nicht leben können, und immer seltener kann ein Alleinverdiener eine Familie erhalten. Gerade das hatte Papst Johannes Paul II. in seiner Enzyklika Laborem exercens (1981) als Merkmal gerechter Löhne bezeichnet.


Eine Abkehr von der Fehlausrichtung zeichnet sich allerdings nicht ab, obwohl die politisch Verantwortlichen es eigentlich besser wissen sollten:

Merkel war nicht in der Kinderkrippe

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel führt ihr frohsinniges Naturell darauf zurück, daß sie als Kind nicht in der Kinderkrippe war. “Vielleicht bin ich so geworden, wie ich bin, weil meine Eltern mich nicht in eine Krippe geschickt haben... Das hat mein Vater, der Pastor, nicht geduldet", sagte die in der DDR aufgewachsene Merkel in einem Interview mit der Zeitschrift Cicero (Mai 2009).

Diese Aussage steht allerdings im Gegensatz zur Politik von Merkels Regierung, die sich unter Federführung von Familienministerin Ursula von der Leyen seit Jahren massiv für den Ausbau der Kinderkrippenbetreuung einsetzt.

f-21 Newsletter Mai 09


Gegen jede Vernunft wird da ein Erziehungskonzept durchgezogen, das im ehemaligen Ostblock total gescheitert war:

Qualitätszeit

“Zeitwohlstand gehört zu den grundlegenden Voraussetzungen, um ein funktionierendes Familienleben führen zu können" - so heißt es in dem “Memorandum" der Bundesregierung für eine “familienbewußte Zeitpolitik". Familie könne “nur dann befriedigend gelebt und erlebt werden, wenn ihren Mitgliedern bedarfsgerecht Zeit für gegenseitige Zuwendung und Fürsorge sowie für gemeinsames Tun zur Verfügung" stehe. Damit “die externen Effekte, die von der Familie als Lebensform für die Gesellschaft erwartet werden, auch erbracht werden", müßten Eltern “Zeitsouveränität" erlernen.

Erforderlich hierfür seien neben flexibleren Arbeitszeitregelungen mehr Angebote zur ganztägigen Betreuung von Kindern, insbesondere Ganztagsschulen und Kindertagesstätten als “Dienstleistungszentren für Familien". Die Zeit von Eltern im Alltag und im Lebensverlauf müsse neu organisiert werden, um diese zeitlich zu “entlasten" und Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. (...)

Der “Zeitwohlstand" wird als eine meßbare Größe angesehen - die “Maßeinheit" heißt “Qualitätszeit". Sie bedeutet “verläßliche und selbstbestimmte Zeitoptionen, die Familien für gemeinsame Aktivitäten nutzen" und die “bewußt als Familienzeit wahrgenommen werden". “Reine Haushaltstätigkeiten oder Hobbys, bei denen andere Familienmitglieder auch anwesend sind" seien dagegen keine “Qualitätszeit", die sich durch “bewußte Interaktion" auszeichne. Entscheidend sei also nicht, wie viel Zeit Eltern mit ihren Kindern verbringen, sondern ausschließlich, wie sie die verfügbare Zeit für “bewußte Interaktion" nutzen. Deshalb schade eine stärkere Erwerbsbeteiligung auch nicht den Kindern, sondern könne ihnen sogar nutzen, wenn ihre Eltern - durch “öffentliche Dienstleistungen" unterstützt - ein besseres Zeitmanagement lernten.

“Zeitmanagement" ist eine Zauberformel der modernen Wirtschafts- und Arbeitswelt. Durch den Einsatz moderner Technik und organisatorischer Planung wird hier versucht, immer mehr Zeit einzusparen. Gerade dadurch scheint sie aber immer knapper zu werden. Diesem (post)industriellen Zeitregime soll sich nun auch das Familienleben anpassen. Die Bedürfnisse von Kindern richten sich allerdings nicht nach den effizienzorientierten Zeittakten des modernen Wirtschaftslebens: Sie haben häufig spontane, schwer aufschiebbare Anliegen und Fragen, die sich nur über direkte “face-to-face"-Kommunikation angemessen beantworten lassen. Auch der Einsatz moderner Technik - wie etwa von Telefon und Handy - kann den “face-to-face"-Kontakt nicht ersetzen. Für Kinder und Jugendliche sind deshalb nicht nur Zeiten “bewußter Interaktion", sondern auch des “einfach so Zusammenseins" wichtig: Kommunikation zwischen Eltern und Kindern vollzieht sich oft spontan und eher beiläufig. Für das Gelingen von Familienleben und Erziehung kommt es deshalb nicht so sehr auf die bewußt geplante “Quality time" an: Maßgeblich ist die - “jenseits von Inszenierung und gezielter Herstellung" - im Alltag von Kindern gemeinsam mit ihren Eltern verbrachte Familienzeit.

IDAF 24/09


Alles wird hier auf den Kopf gestellt: Konzepte des Wirtschaftens werden zum Maßstab der Lebensgestaltung, so als lebte der Mensch, um als Rädchen in der Wirtschaftsmaschinerie zu funktionieren. Das wird auch in der folgenden Meldung deutlich: positiv bewertet wird das Erreichen des Kinderbetreuungsplansolls:

Ab in die Kinderbetreuung

Im laufenden Kindergartenjahr 2008/09 werden österreichweit 210.043 Kinder im typischen Kindergartenalter von drei bis fünf Jahren in Kindertagesheimen betreut - ein neuer Höchststand, obwohl die Bevölkerungszahl in dieser Altersgruppe in den letzten zehn Jahren um 13 Prozent zurückgegangen ist. Die kombinierte Betreuungsquote (Kindertagesheim- und Schulbesuch) beträgt 87,3%, die EU-Zielvorgabe (Barcelona-Ziel) liegt bei 90% für das Jahr 2010 und wird von Österreich voraussichtlich erreicht werden können.

Bravo! EU-Vorgaben für Kinderbetreuung: War davon bei der Abstimmung über den Beitritt je die Rede gewesen?

Ungünstiger sieht es bei der Betreuung von Kindern im Alter von unter 3 Jahren aus: Die EU-Zielvorgabe für diese Altersgruppe liegt bei 33 Prozent, die Betreuungsquote in Österreich beträgt derzeit 14,0%. In Wien werden mit 25,5% anteilsmäßig die mit Abstand meisten Kinder unter 3 Jahren in Kindertagesheimen betreut...

Pressemitteilung Statistik Austria 9.399-117/09


Pro-Life = Pro-Folter

Das Komitee der Vereinten Nationen, das beauftragt ist, die Einhaltung der Bestimmungen der Anti-Folterkonvention zu überwachen, hat erklärt, daß der umfassende Schutz des ungeborenen Lebens in Nicaragua den Verpflichtungen des Landes aus der Konvention zuwiderläuft. Es ist das erste Mal, daß dieses Komitee Nicaragua geprüft hat, seit das Land vor drei Jahren Abtreibung als unbedingt rechtswidrig erklärt hat.

Das Folter-Komitee ist mittlerweile das vierte UN-Komitee, das in Sachen Schutz des ungeborenen Lebens Druck auf Nicaragua ausübt... Kritiker dieser Vorgangsweise sind zunehmend besorgt, weil sie eine wachsende Politisierung des Überwachungssystems der Verträge zu erkennen meinen. Weder die Anti-Folterkonvention noch irgend ein anderer UNO-Vertrag erwähnt Abtreibung. In keinem Fall wurde bei der Verhandlung oder bei der Ratifizierung dieser Verträge durch die Staaten in Betracht gezogen, daß die Länder dadurch verpflichtet sein könnten, ihre innerstaatlichen Abtreibungsgesetze zu ändern.

(...) Zu den Menschenrechtsorganisationen, die zunehmend ihre Stimme für die Abtreibung in der Dritten Welt erhoben haben, gehört auch Amnesty International, das im Jahr 2007 in dieser Frage seine vorher eingenommene Neutralität aufgegeben hat. In einem Briefing für das Folterkomitee behauptete Amnesty, daß Nicaraguas Abtreibungsverbot gleichzusetzen sei mit einem Regierungsauftrag zu foltern oder zumindest mit “einer grausamen, unmenschlichen und entwürdigenden Behandlung", die die Konvention verbiete.

Friday Fax v. 28.5.09

Die Verbissenheit, mit der auf UN-Ebene für ein weltweites Recht auf Abtreibung gekämpft wird, ist erschreckend und bedrohlich. Gott sei Dank halten der Vatikan und eine Reihe von Dritte-Welt-Ländern diesem Druck noch stand.


In Österreich jedoch scheint “erfolgreiches" Abtreiben ein Grund zum Feiern zu sein:

Häupel ehrt Abtreibungsklinik

Eine der bekanntesten Abtreibungskliniken Österreichs, das Ambulatorium am Fleischmarkt, wird heuer 30 Jahre alt. Bürgermeister Michael Häupl ehrt die

heute ironischerweise unter dem Namen “pro:woman" firmierende Einrichtung mit einem Empfang im Stadtsenatsitzungssaal des Wiener Rathauses am 3. September 2009.

Initiative “Frauen für das 21. Jahrhundert", Aussendung v. 22.6.09


Juni 2009: ein Homo-Monat

US-Präsident Barack Obama hat den Juni zum “Monat des Stolzes" von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen erklärt. (...) Er, Obama, sei “stolz, der erste Präsident zu sein, der in den ersten 100 Tagen Menschen aus der Gemeinschaft der Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen in seine Regierung berufen hat". Er werde sich weiter für ihre “Gleichberechtigung" einsetzen, etwa für eingetragene gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und für Adoptionsrechte.

Kath.net v. 6.6.09


Im Originalton klingt das so:

 

Ich, Barak Obama, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, erkläre kraft der Autorität, die mir die Verfassung und die Gesetze der Vereinigten Staaten verliehen haben, hiermit den Monat Juni 2009 zum Lesbischen, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen Pride Month. Ich rufe das Volk der Vereinigten Staaten auf, sich der Diskriminierung, dem Vorurteil überall entgegenzustellen, wo diese existieren. Um dies zu beurkunden, setze ich heute hierunter meine Unterschrift an diesem ersten Tag des Juni im Jahr des Herrn 2009 und im 233 Jahr der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Tagespost v. 16.6.09

Kein US-Präsident vor ihm und kaum ein anderer führender Politiker hat sich in Sachen Abtreibung und Homosexualisierung der Gesellschaft so engagiert und damit gegen das christliche Menschenbild gestellt wie der weit und breit gefeierte Barak Obama.


Gericht verurteilt den Papst

Der Skandal begann bereits damit, überhaupt ein Fernsehgericht über Papst Benedikt XVI. verhandeln und urteilen zu lassen. Was der niederländische Sender “AVRO" in der Nacht zum Donnerstag veranstaltet hat, war eine Show der übelsten Sorte. “Anwalt des Teufels" nennt sie sich. Eine angebliche Bürgerjury sollte darüber urteilen, ob der Papst für Millionen Aidstote in Afrika verantwortlich ist, ob er Antisemitismus rechtfertige und Homosexuelle diskriminiere. So wurde der Schauprozeß zur Gelegenheit, fern von jeder theologischen und sachlichen Diskussion den Papst, natürlich ohne dessen Anwesenheit, abzuurteilen. (...) Nach einer guten halben Stunde grotesker Argumentation war die angebliche Meinungsbildung der “Bürgerjury" abgeschlossen. Sie urteilte, der Papst sei schuldig an Millionen Aidstoten in Afrika. Osama bin Laden war eine Woche zuvor von seinem Terror freigesprochen worden. Diesmal ließ man die Feinde der Kirche triumphieren.

Die Tagespost v. 18.4.09

Die Angriffe auf den Papst mehren sich und werden immer unqualifizierter. Umso wichtiger ist es, daß sich die Katholiken um ihn scharen, damit er seinen Dienst, Fels in der Brandung des Zeitgeistes zu sein, erfüllen kann.


Und zum Schluß eine erfreuliche Meldung, durchaus nachahmenswert:

Mission im Taxi

Mission im Taxi - das praktizieren die rund 450 Mitglieder des Missionarischen Taxi-Clubs in Südkorea. Während ihrer Fahrten unterhalten sie die Passagiere mit christlichen Hörfunksendungen, etwa von der evangelikalen Radiomission FEBC.

Durch die christliche Musik und Wortbeiträge haben zahlreiche Fahrgäste Anstöße zum Glauben erhalten, berichtet die internationale Radiomission mit Sitz in La Mirada (US-Bundesstaat Kalifornien). Der Gründer des seit 25 Jahren bestehenden Clubs, Herr Ban aus Busan, hat erst kürzlich eine Passagierin, die sich von einem christlichen Lied angesprochen fühlte, in seine Gemeinde einladen können. Wöchentlich kommen die christlichen Taxifahrer zu geistlichen Treffen zusammen, um sich im Glauben zu stärken. Südkoreanische Christen gehören zu den missionarisch und diakonisch aktivsten der Welt.

Idea-Spektrum 48/08

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