VISION 20001/2010
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„Es ist wie Licht und Dunkelheit“

Artikel drucken Ein Muslim findet zum Glauben an Jesus Christus

Im Gespräch mit Muslimen, die zum Glauben an Jesus Christus finden, wird deutlich, welche Befreiung dieser Schritt für sie bedeutet. Aus Gründen der Sicherheit für den Gesprächspartner und dessen Familie wurde sein Name geändert.


Waren sie früher ein gläubiger Muslim?
Andreas: Ich bin im Iran aufgewachsen, allerdings in einer Familie, die sich bemüht hat, keinen zu engen Kontakt zum muslimischen Umfeld zu pflegen. Das war eine große Hilfe. Wir waren viele Kinder zu Hause. Ich bin daher fast nur in der Familie aufgewachsen. Mein Vater hatte eine bedeutende gesellschaftliche Stellung. Ich konnte schon als Kind im Fernsehen beobachten, wie sich die Leute benahmen, die das Gebet in den Moscheen anleiteten. Was für ein Geschrei - und wie wenig Sammlung!


Wie sind Sie dann mit dem Islam in Berühung gekommen?
Andreas: In der Schule mußte ich selbstverständlich den Koran lernen - und zwar auswendig. Und da sind mir natürlich viele Widersprüche aufgefallen, zum Beispiel, wenn es um die Stellung der Frau geht. Viele gläubige Muslime allerdings wissen gar nicht, was im Koran steht. Sie tun sich viel leichter als jene, die den Koran genau studiert haben. Daheim haben wir dann über all die Widersprüchlichkeiten geredet. Und es ist uns klar geworden: Da ist menschlich vieles ganz falsch. Aber in der Schule durfte man selbstverständlich kein Wort darüber verlieren. Das hätte sofort zu größeren Schwierigkeiten geführt. Und daher haben wir uns auch in der Schule mit den Kontakten zurückgehalten.


War das auf Dauer durchzuhalten?

Andreas: Es war sehr schwierig. Wir haben jedenfalls bei unseren Gesprächen zu Hause entdeckt: Der Islam produziert im Grunde genommen ein freudloses Leben, er ist kultur- und wissenschaftsfeidlich. Er wirkt wie ein lebensfeindlicher, geistiger Virus.
Wie war das dann mit den Kontakten an der Universität?
andreas: Ich habe Technik studiert, weiter zu Haus gelebt und auch da nur ganz wenig Kontakt zu meinen Mitstudenten gehabt. Im Rückblick muß ich allerdings feststellen, daß mich das islamische Ambiente natürlich auch beeinflußt hat. Wichtig für mich war damals, daß ich mit einem UNICEF-Mitarbeiter in Kontakt gekommen bin. Seine Aufgabe war es eigentlich, Menschen, die zu nicht-islamischen Minoritäten gehörten und die daher nicht studieren durften, in ihrer Weiterbildung zu fördern. Er war von der Oxford-University in den Iran geschickt worden. Von ihm habe ich sehr profitiert. Sehr geholfen hat mir auch mein großer Bruder…


Inwiefern?
Andreas: Er ist einmal in einer Kirche in unserer Stadt gewesen. Als er heimkam, sagte er uns, daß alles, was er dort gehört hatte, der Wahrheit entspreche. Dort hat er die Bibel kennengelernt. Wir hatten dann auch eine Heilige Schrift auf Persisch zu Hause, außerdem einige Kleinschriften. All das hat mich sehr interessiert. Es hat unseren Glauben geprägt. Mein Bruder hat mir auch erzählt: „Seitdem ich Jesus kenne, ist mein Leben ganz anders. Ich bin wirklich gelassen, kein Streß.“ Wir haben daheim über all das sehr offen geredet. Ich habe über die Bibel zum Glauben gefunden, ebenso meine Geschwister. So haben wir beispielsweise die Wichtigkeit der Vergebung entdeckt - eine Haltung, die ganz im Widerspruch zu dem steht, was der Islam lehrt.


War die Kirche, von der Sie sprachen, katholisch?

Andreas: Darüber haben wir uns nicht den Kopf zerbrochen. Wichtig war, daß dort Jesus verkündet wurde. Ohne lange darüber nachzudenken, standen wir unter dem Eindruck, daß „der Chef der Christen“ der Papst sei. Das meinen übrigens fast alle Leute bei uns.


Und diese Kirche war frei zugänglich?

Andreas: Damals schon, obwohl sie auch zu dieser Zeit keine Mission unter Muslimen betreiben durfte. Seit Beginn der neunziger Jahre ist sie geschlossen. Heute ist sie ein Blumengeschäft. Zufällig ist mein Bruder an dem Tag, an dem die Polizei gekommen ist, um die Leute dort zu verhaften, zu dieser Kirche gegangen, hatte allerdings das Glück, nicht erwischt worden zu sein. Weil ihn aber jemand verraten hat, wurde er dann doch verhaftet. Und da hat er Schlimmes erlebt, kam nur frei, weil mein Vater, ein einflußreicher Mann, ihn herausholen konnte. Die Erfahrungen waren so schlimm, daß er nicht darüber reden konnte. Man muß wissen: Viele Menschen, die mit der Polizei zu tun bekommen, verschwinden einfach. Niemand weiß, was mit ihnen passiert. Von da an hatte mein Bruder große Angst.


Haben Sie Ihr Studium im Iran beendet?
Andreas: Ja. Und dann war ich mehrere Jahre hindurch in einem größeren Unternehmen tätig, eine gute Stellung.


Warum haben Sie den Iran verlassen?

Andreas: Mir ist ähnliches zugestoßen wie meinem Bruder. Wir, meine Frau und ich, hatten unser Leben auf die Botschaft Jesu ausgerichtet. Es schmerzte uns, daß der Iran, unsere Heimat, vom Islam so ruiniert war. Wo er an die Macht gelangt, kommt es zu schwerer Beeinträchtigung der Menschen. Sie müssen sich an das Umfeld anpassen und leiden dann an den Folgen. Man braucht sich ja nur umschauen: Die christlichen Länder sind mit ihrer Kultur den islamischen weit überlegen, weil sie ihre Wurzeln ja in der Verkündigung Jesu haben.

Haben Sie diese Zustände nicht mehr ausgehalten?
Andreas: Das war ein Grund. Ich wollte mein Kind nicht dort heranwachsen lassen. Aber der eigentliche Auslöser war folgender: Wir haben den Geburtstag von einem Bruder gefeiert. In unserem Haus aber wohnte ein Parlamentsabgeordneter. Er hat uns immer sehr genau beobachtet. Spannungen gab es vor allem mit meiner Frau, die sich beispielsweise nicht immer an das Kopftuchgebot gehalten hat. Er hatte sie deswegen mehrmals ermahnt. Bei dieser Geburtstagsfeier ist er nun plötzlich mit zwei Zeugen aufgekreuzt und hat uns angezeigt. Ich mußte zur Polizei, weil wir Wein getrunken hatten. Ich rechtfertigte mich damit, daß ich nicht Moslem sei. Dort teilte man mir mit, daß ich am kommenden Tag vor Gericht erscheinen müsse. Ein guter, einflußreicher Freund, hat mir geraten, sofort das Land zu verlassen. Es war abzusehen, daß ich schwer bestraft werden würde. Möglicherweise würde auch ich irgendwo in den Gefängnissen verschwinden. Und so bin ich geflohen.

Wenn Sie nun den Glauben der Christen mit dem der Muslime vergleichen, wie würden Sie den Unterschied kennzeichnen?
Andreas: Das ist wie Licht und Dunkelheit. Die Botschaft Christi erleuchtet Leib, Geist, Seele und Verstand. Vergleichen Sie nur die Länder, die vom Christentum geprägt sind, mit jenen, in denen der Islam vorherrscht. Die Künste und die Wissenschaft haben im christlichen Raum ihre Blüte erreicht. Und schauen Sie sich hier in Europa um: Menschen, die aus christlichen Ländern kommen, können sich leicht integrieren. Sie sind in ihrer persönlichen Haltung, in ihrer Geistesbildung den Zuwanderern aus dem islamischen Raum überlegen. Nehmen sie die Philippinos als Beispiel. Dazu ist allerdings zu sagen: Diese Benachteiligung ist nicht Schuld dieser Menschen, sondern Schuld ihrer islamischen Prägung. Die Christen hier müssen auf die Muslime zugehen, ihnen von Jesus erzählen.

Das Gespräch führte CG.

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