VISION 20006/2010
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Zeitgeschehen

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Seliggesprechung der In-vitro-Ferilisation
Der Nobelpreis 2010 für Physiologie und Medizin für eine Großtat mit enormen Auswirkungen bis in Gesellschaft und Politik hinein: Der 85jährige britische Embryologe Robert G. Edwards erhält die Auszeichnung für seine Forschungsarbeiten, welche am 25. Juli 1978 zur Geburt des ersten „Retortenbabys“ der Welt führten. (…) Edwards hatte an der Erforschung der physiologischen Grundlagen der Befruchtung von Eizellen ab den 1950er Jahren gearbeitet. Dessen Partner als Gynäkologe, Patrick Steptoe, verstarb bereits 1988. „Seine Errungenschaften machten es möglich, Infertilität zu behandeln. Das ist eine Situation, die einen wesentlichen Anteil der Menschheit betrifft – inklusive etwa zehn Prozent von Partnerschaften weltweit“, hieß es in der Begründung des Karolinska-Instituts in Stockholm. „Robert Edwards hat den Nobelpreis für Medizin 2010 mehr als verdient, aber viel, viel zu spät erhalten…“, das erklärte der Wiener medizinische Co-Vater des ersten österreichischen „Retortenbabys“, der Gynäkologe Wilfried Feichtinger.
Die Presse v. 4.10.10
Der Nobelpreis als moderne Seligsprechung. Damit werden Abtreibung und künstliche Befruchtung (IVF) außer Streit gestellt. Zur Erinnerung: Finanziert wurden Edwards Arbeiten durch Steptoe mittels Abtreibungen. Unwahr ist auch, daß man Unfruchtbarkeit durch IVF behandelt kann. Das Paar bleibt unfruchtbar. Ihr Kind ist Ergebnis eines „Produktionsverfahrens“, ohne das es „keinen Markt, auf dem Millionen von Eizellen verkauft werden“ gäbe und keine „Vielzahl von Kühlschränken gefüllt mit Embryonen“, (also tiefgekühlten Kinder), wie der Leiter der päpstlichen Akademie für das Leben, Ignacio Carrasco de Paula, erklärte.


Amnesty macht sich für Abtreibung stark
Amnesty International forderte in einem Statement, das am 28. September, dem „Tag der Entkriminalisierung der Abtreibung in Lateinamerika und der Karibik“, veröffentlicht worden ist, von den Regierungen die sofortige Entkriminalisierung der Abtreibung. Diese Forderung richtete sich insbesondere an Chile, El Salvador und Nikaragua, mit dem Hinweis, es sei „schändlich“, daß diese Länder Abtreibung immer noch ohne Einschränkungen unter Strafe stellen. Die in Abtreibungsfragen ehemals neutrale – von einem zum Katholizismus Bekehrten 1961 gegründete – Institution hat sich zu einem lautstarken Befürworter der Abtreibung gewandelt.
Friday fax v. 7.10.10
Absurd: Amnesty, das sich so große Verdienste im Einsatz für verfolgte Menschen erworben hat, als Handlanger der Tötungsmaschinerie! Auf einer anderen Ebene wird diese Maschinerie ebenfalls gepusht:

Reiche Todesengel
Die Gesellschaft für Humanes Sterben (DHSG) (annonciert) längst in den „Gelben Seiten“. Dabei nimmt sich der Eintrag der DHSG noch harmlos aus im Vergleich zu der Werbung, die Organisationen wie „Exit“ und „Dignitas“ mittlerweile für sich machen. Seit dieser Woche etwa wirbt Exit mit 45 Sekunden langen Spots im Schweizerischen Fernsehen jeweils vor den Nachrichten. Prominente (…) trommeln darin für das angebliche Recht des Menschen, Zeitpunkt und Art seines Todes selbt zu bestimmen. (…) Offensichtlich verfügen die „Todesengel“ selbst über immense Summen an Geld oder über entsprechende Kontakte, die ihnen bei derart sündhaft teuren Aktionen bereitwillig unter die Arme greifen. (…) Daß „Exit“ und „Exit International“ jetzt TV-spots einsetzen, zeigt, daß sie das öffentliche Bewußtsein radikal verändern wollen.
Die Tagespost v. 18.9.10


Rüstungswettlauf
Den Vereinigten Staaten liegen Waffenbestellungen arabischer Golfstaaten von mehr als 120 Milliarden Dollar vor, die der Zustimmung des Kongresses bedürfen. Auf Saudi-Arabien entfällt mit 68 Milliarden mehr als die Hälfte. Die Vereinigten Arabischen Emirate, die seit 2005 unter den fünf größten Importeuren von Rüstungsgütern der Welt rangieren, haben für ihre 50.000 Mann starke Armee Bestellungen von 35 Milliarden Dollar aufgegeben. Von Oman sind Bestellungen von 12 Milliarden Dollar bekannt, von Kuweit von 7 Milliarden Dollar. (…) (…)Das iranische Arsenal an ballistischen Raketen gilt den arabischen Golfanrainern als die größte Gefahr. Die Vereinigten Arabischen Emirate kaufen seit Jahren die teuersten und besten Waffensysteme in der Hoffnung ein, den bedrohlichen Nachbarn Iran zu beeindrucken und die Schwächen beim Einsatz der Systeme zu überdecken.
FAZ.net v. 12.10.10
Eine Meldung, die zeigt, wie massiv die Wirtschaft von Rüstungsaufträgen abhängt und die auch die tiefe Kluft zwischen den muslimischen Staaten deutlich macht.

Genderwahn made in Austria
Der Salzburger Trachtenhersteller Lanz suchte eine „Schneidermeisterin“ per Zeitungsannonce, um seiner Damenkundschaft „geschlechtergerechte“ Dienste beim Schneidern von Damentrachten anbieten zu können. Wie sich herausstellte, war dies ein verhängnisvoller Mißgriff. Der Unternehmer und Geschäftsinhaber Lanz hat (…) damit gegen Gleichbehandlungs- und Diskriminierungsdogmen verstoßen. Um die Gleichstellungsordnung auch in seinem Geschäft zu wahren, hätte er ebenso nach einem Schneidermeister suchen müssen. (…) Über solche Gender-Fehlgriffe wacht im Alpenland Österreich eine Gleichbehandlungsanwaltschaft mit derzeit 19 Personen. (…) Der staunende Beobachter mag sich allerdings fragen, wie es dieser Gleichbehandlungsanwaltschaft gelungen ist, sämtliche 19 Stellen in ihren Büros mit weiblichen Kräften zu besetzen, ohne nicht selbst gegen eben jene Bestimmungen zu verstoßen, die sie penibel und unter Strafandrohung in der Arbeitswelt Österreichs verbissen verteidigt.
Medrum v. 29.12.09
Eigentlich müßte man über solchen Unfug lachen. Das fällt jedoch schwer bei dem Gedanken, daß wir ihn aus Steuermitteln finanzieren. Wie konsequent und erfahrungsresistent die Vertreter der Gender-Ideologie sind, zeigt übrigens die nächste Meldung:

Marsch in die Kinderbetreuung
Der Bürgermeister des Berliner Stadtbezirks Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), forderte eine breite gesellschaftliche Debatte über Integration und Bildung. Aus den bildungsfernen Schichten würden wegen der hohen Geburtenrate in großer Zahl Kinder ohne ausreichende Chancen auf Bildung und Integration heranwachsen, sagte Buschkowsky dem Tagesspiegel. „Wir rasen auf ein sehr großes gesellschaftliches Problem zu“, sagte der SPD-Politiker und mahnte: „Wir verschließen die Augen vor den Brandherden der Zukunft.“ Buschkowsky forderte die Einführung einer staatlichen Pflicht für den Kita-Besuch bereits ab dem ersten Lebensjahr. „Die Erziehungsüberforderung von Eltern nimmt in Deutschland rapide zu“, sagte er. Das betreffe alle, nicht nur Migranten. Außerdem will der SPD-Politiker in Zukunft nur noch die Hälfte des Kindergeldes an die Eltern auszahlen. Die andere Hälfte, rund 17 Milliarden Euro im Jahr, sollten für Zusatzinvestitionen in Kitas und Schulen genutzt werden.
Berliner Zeitung v. 4.9.10
Wie schädlich die forcierte frühe außerhäusliche Kinderbetreuung ist, haben die Erfahrungen im ehemaligen Ostblock deutlich gezeigt. Auch Schweden verabschiedet sich nach schlechten Erfahrungen von dem Modell. Und alle wissenschaftlichen Befunde warnen vor zu früher Trennung von Mutter und Kind.

England hat den Papst liebgewonnen
Wie soll man die wundervollen Ereignisse der letzten Tage des Papstbesuches beschreiben? Alles war großartig – und das größte war, die Art, in der alles anders wurde von dem Moment an, als der Papst angekommen war. (…)
Ein Papst, der ein Loblied auf die Parlamentarische Demokratie Englands singt und die Nation eindringlich ermahnt, das Christentum nicht an den Rand zu drängen oder dessen entscheidende Rolle für die Begründung der Freiheit und der Menschenrechte aus dem Blick zu verlieren. Junge Leute – rund 80.000 –, die im stillen Gebet bei der kerzenbeleuchteten Vigil im Zentrum Londons knien. Nieselregen im hügeligen Land, zu dem Tausende schon in der Nacht pilgern, um das Gedächtnis eines großen Engländers zu feiern und seine Selig?sprechung zu vernehmen. Eine sanfte Stimme mit deutschem Akzent, die die Helden der Schlacht um England ehrt, den Nazi-Horror eingesteht und Englands Einstellung im 2. WK positiv wertet. Der Besuch Papst Benedikts XVI. war voller außerordentlicher, wunderbarer, unvergeßlicher Momente. Es war eine Zeit der Gnade, eine Zeit der Heilung, eine Zeit nie dagewesener Zusammenkünfte in der britischen Geschichte, ein Volk, das irgendwie Frieden geschlossen hat.
Joanna Bogle in Baptisti Times


Der „heilige Vater“ faszinierte bei seiner Reise. (…) Vier Tage lang beherrschte er die britische Insel. Die Sunday Times korrigierte das Bild des Ratzinger-Papstes mit den Worten: „Rottweiler? Nein, er ist ein heiliger Großvater.“ Es war die vollständige Verwandlung eines fünf Jahre alten öffentlichen Bildes in drei Tagen, die ein Heer von Journalisten fassungslos beobachtete: „Britain learnt to love the Pope“ – die Briten lernten den Papst zu lieben.
Die Welt v. 20.9.10


Im Rahmen seiner wichtigsten Ansprache während seines historischen Besuchs griff der Papst die politisch korrekten Vorstellungen an: etwa man dürfe Weihnachten aus Angst, damit bestimmte Minderheiten zu verletzen, nicht feiern oder man sollte Gläubige zwingen, ihren Glauben nur privat bekennen zu dürfen. Bei seiner Rede in Westminster Hall vor einem Auditorium, das vier ehemalige Ministerpräsidenten umfaßte, erklärte der Papst, die Politik habe sich nicht in die Gestion katholischer Einrichtungen einzumischen (…) Große Menschenmassen in den Londoner Straßen bejubelten Papst Benedikt XVI. zuerst in Twickenham und später im Zentrums Londons.
Daily Telegraph v. 17.9.10
Alle hatten ein Fiasko prophezeit. Aber die Demut des Papstes hat die Herzen auch vieler seiner Gegner erobert. Nicht so in Österreich: Da gelang es dem ORF, ein total verzerrtes Bild des Papstbesuches wiederzugeben. Gott sei Dank kann man heute jedoch auf anderen Kanälen verfolgen, was tatsächlich geschah.

Homopaare jetzt auch in Schulbüchern
Nach der Vertreibung der Mutter vom Herd und der Einführung von Scheidungskindern und Patchworkfamilien steht jetzt offenbar die nächste Modernisierungswelle in den Schulbuchfamilien an. Der größte holländische Schulbuchverlag hat angekündigt, schwule und lesbische Paare künftig in allen Fächern zu berücksichtigen, etwa auch in Mathematik oder Fremdsprachen. „Wenn es in Lesebüchern zum Beispiel um den Familienurlaub geht, sieht man auf Zeichnungen Kinder mit Vater und Mutter. Das geht doch auch anders“, meinte dazu Frans Grijzenhout, der Direktor des Verlages. Da Lehrbücher immer mit dem Alltag verbunden seien, müßten sie auch die „gesellschaftliche Realität von Papa-Papa- sowie Mama-Mama-Familien angemessen widerspiegeln“, erklärte Grijzenhout nach Angaben der Deutschen Presseagentur.
Die Tagespost v. 31.8.10
Ähnliches geschieht in den Filmen: Da werden Homo-Paare salonfähig gemacht und durchwegs sympathisch dargestellt.
Bücherverbrennung: zweierlei Maß
Während eine angedrohte Koranverbrennung durch eine kleine christliche Gemeinschaft in den USA weltweit Empörung auslöste, blieb das Verbrennen von Hunderten Bibeln im Iran ohne Reaktion aus Politik, Kirchen und Religionsgemeinschaften. (…) Anfang Juni hatte der Informationsdienst Farsi Christian News Network gemeldet, daß Sicherheitskräfte der Islamischen Republik Iran Ende Mai in der westiranischen Grenzstadt Sardasht hunderte Alte und Neue Testamente beschlagnahmt und verbrannt hätten. (…) Im Unterschied zu der für den 11. September geplanten, aber kurz vorher abgesagten Koranverbrennung durch Pastor Terry Jones aus Gainesville im US-Bundesstaat Florida nahm die Weltöffentlichkeit kaum Notiz von der iranischen Bibelverbrennung. Es gab keine wahrnehmbare Reaktion aus Politik, Kirchen und Religionsgemeinschaften. Gegen die geplante Koranverbrennung hatten hingegen Staatslenker wie US-Präsident Barack Obama und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenso protestiert wie muslimische Verbände und christliche Vertreter.
Zenit.org v. 27.9.10
Erstaunlich, wie opportunistisch sich die politische Elite Europas in Fragen des Glaubens verhält. Daher ist es erfreulich, daß der deutsche Bundespräsident Wulff kürzlich in der Türkei erklärte, er erwarte sich, „daß Christen in islamischen Ländern das gleiche Recht haben, ihren Glauben öffentlich zu leben, theologischen Nachwuchs auszubilden und Kirchen zu bauen,“ wie es umgekehrt die europäischen Länder den Muslimen einräumen.
Falsch vorhergesagt
Hellseher, Horoskope oder Zukunftsprognosen (…) wecken immer wieder das Interesse der Menschen. Auch viele gläubige Menschen interessieren sich regelmäßig für ihr persönliches Horoskop. Dabei darf bei nüchtemer Analyse des Jahres 2009 folgendes festgestellt werden: Von 140 Vorhersagen der weltbesten Wahrsager trafen im abgelaufenen Jahr lediglich zwei ein. (…)
Und auch diese beiden „Treffer“ sind mit einem gewissen Vorbehalt zu sehen, denn weder der Verbleib von Angela Merkel als Bundeskanzlerin, noch der Tod Michael Jacksons waren eine wirkliche Überraschung. Gerade der Tod des King of Pop war von einer kanadischen Hellseherin in den vergangenen Jahren bereits einige Male angekündigt worden. Auf andere prognostizierte Ereignisse warteten die Menschen im Jahre 2009 aber vergeblich: Weder stürzte die Golden-Gate-Bridge ein, noch zerbrach die österreichische Bundesregierung an der Wirtschaftskrise. Auch das gegen den US-Präsidenten Obama vorhergesagte Attentat wurde nicht Wirklichkeit. Und George Clooney (…) ist noch immer zu haben.
Kath. Wochenzeitung v. 20.8.10
Wieder falsch geraten. Aber im Fernsehen werden, Kartenleger und Hellseher weiterhin stundenlang lebensentscheidende Ratschläge erteilen.

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