VISION 20006/2011
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Einleitung

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Müsste man ein Wort finden, das die Situation im Jahr 2011 kennzeichnet, man würde wohl „Krise“ wählen. Krisen, wohin man schaut: Krisen der Finanzmärkte, der Staatsverschuldung, des Vertrauens in die Politik, Krise der Kirche, wieder einmal Krise im AKW Fukushima, Krise im Nahen Osten, Krise der Familie sowieso…
Im Vordergrund der Aufmerksamkeit steht die Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft Europas. Gebannt starren die Medien auf Börsenkurse, Wirtschaftsprognosen, Ergebnisse von „Gipfelgesprächen“. Diese Konzentration auf Perspektiven des materiellen Wohlbefindens kennzeichnen das vorherrschende Wertegefüge: Es identifiziert den Konsum von Gütern und Dienstleistungen mit menschlichem Glück. Je reicher, umso glücklicher, könnte man vereinfachend sagen, ist die Devise nach der sich die politischen und gesellschaftlichen Anstrengungen ausrichten. Das jährlich zu beschließende Budgetgesetz wird als das wichtigste Werk jeder Regierung angesehen, soll es doch die Weichen für das Wirtschaftsgeschehen stellen.
Genau diese Orientierung erweist sich heute immer deutlicher als Wegweisung in eine Sackgasse. Jahrzehntelang be?währte Instrumente der Steuerung versagen. Politik und Ökonomie sind ratlos. Diese Systemkrise war absehbar. Sie ist das Ergebnis einer grundlegend falschen Einschätzung der Wahrheit über den Menschen: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4), stellt Jesus Christus klar. Aber sagen Sie das heute einem Entscheidungsträger. Er wird Sie für überspannt und realitätsfremd halten. Und dabei ist das Verdrängen eben dieser Wahrheit der Kern der rundherum aufbrechenden Krisen. Das zu erkennen, ist wiederum die Chance all dieser Krisen.

Christof Gaspari

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