VISION 20002/2012
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Pressesplitter kommentiert

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EU fordert
Fremdbetreuung
Die deutschen Pläne zum Betreuungsgeld stoßen bei der Brüsseler EU-Kommission auf wenig Gegenliebe.(…) „Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben“, sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar László Andor am Mittwoch in Brüssel. „Es gibt eine klare Politik und die starke Notwendigkeit, die Teilnahme von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt zu fördern.“[…] Die deutschen Pläne seien schlecht für den Arbeitsmarkt, so Andors Sprecherin: „Einen Anreiz einzuführen, der Eltern das Gefühl vermittelt, sie sollten zu Hause bleiben und einen Zuschuss erhalten, ist kontraproduktiv für die Förderung der Beschäftigung“. Die Kommission würde eine Erhöhung der Anzahl der Krippenplätze begrüßen, hieß es. Das werde in Deutschland bereits getan. Wenn der Bundestag im Frühjahr zustimmt, soll das Betreuungsgeld 2013 eingeführt werden. Es ist für Eltern von Kindern unter drei Jahren gedacht, die den Nachwuchs nicht in eine Kita schicken. Es soll zunächst 100 € pro Monat betragen, ab 2014 150 €. Vor allem die CSU macht sich für das Betreuungsgeld stark.
Focus.de v. 1.2.12
Die EU – sie hat keinerlei Kompetenz in der Familienpolitik – zeigt ihr wahres Gesicht! Trotz gegenteiliger Studien sind ihr Liebe und Zuwendung durch eine ständige Bezugsperson weniger wichtig als der „Arbeitsmarkt“. Soll sich wirklich der Mensch der Wirtschaft unterwerfen oder nicht eher diese dem Menschen dienen?

Mehr Muslime in die Caritas-Dienste
Vor dem Integrationsgipfel der Bundesregierung an diesem Dienstag wirbt die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) für mehr Muslime im christlichen Sozialdienst. Dass Caritas und Diakonie oftmals nur Christen einstellten, bezeichnete die Politikerin laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung als „gravierendes Problem“. Eine solche Personalpolitik schließe viele andersgläubige Migranten aus den sozialen Berufen aus. (…) Angesichts vieler arbeitsloser Migranten rief Öney zu einer „zeitgemäßen Interpretation“ der Einstellungspraxis auf. Ähnlich äußerte sich laut Süddeutscher Zeitung auch der ehemalige Bundesverfassungsrichter Brun-Otto Bryde.
Kath.net v. 31.1.12
Wer solches fordert hat keine Ahnung von wahrer Caritas­tätigkeit: Sie soll durch Werke der Nächstenliebe die gegenwärtige Liebe Christi vermitteln.  Wie sollte ein Muslim diese vermitteln? Und noch eine Frage: Wievielen Caritas-Mitarbeitern heute ist dieses zentrale Anliegen bewusst? Der Glaubensverlust ist ja tief in die Kirche selbst vorgedrungen:

Verbreiteter Unglaube unter Christen
Christen sind in Hessen zu einer Minderheit geworden. Nicht einmal jeder Zweite glaubt an einen „Gott, der sich in Jesus zu erkennen gegeben hat“. Das geht aus der Studie Was glauben die Hessen? der Katholischen Hochschule Freiburg hervor (…). Auch unter den Kirchenmitgliedern gibt es danach einen erheblichen Anteil an „Nicht-Christen“: Bei den Evangelischen ist es jeder Dritte, bei den Katholiken jeder Fünfte. Nur 24 % aller Hessen lehnen den Glauben an mehrere Götter ab und glauben stattdessen an einen Gott, der sich um jeden Menschen persönlich kümmert und sich in Jesus Christus gezeigt hat. Unter den Katholiken gelten nach dieser Definition 33 % als Christen, unter den Protestanten 27 % und unter den religiös Ungebundenen 10 %. Das Fazit der Studie: „Ein Christentum ohne Christen ist bereits Realität in den hessischen Kirchen.“
Kath.net v. 30.1.12
Ein Phänomen, das wohl nicht auf Hessen beschränkt ist. Daher geht auch das Verständnis dafür verloren, was es ausmacht, Christ zu sein.

Scharia-Gerichte in Deutschland?
Der rheinland-pfälzische Justizminister, Jochen Hartloff (57, SPD), kann sich Scharia-Gerichte in Deutschland vorstellen. „Wenn das in Form von Schiedsgerichten geschieht wie im Handel oder im Sport, dann ist das vertretbar“, so der Politiker zur BZ. Voraussetzung sei, dass beide Streitparteien ein solches islamisches Gericht akzeptieren. Dann sei auch die Scharia, das islamische Recht, als Grundlage vertretbar. Allerdings sei die Scharia nur in einer modernen Form akzeptabel. „Steinzeit werden wir nicht tolerieren. Steinigen ist menschenrechtswidrig.“
Bei Straftaten dürften Scharia-Gerichte in Deutschland generell nicht tätig werden – aber bei Streit um Geld, bei Ehescheidungen oder Erbsachen. Hartloffs Vorstellungen stießen auf scharfe Kritik.
BZ v. 2.2.12
Eine Blüte des Multi-Kulti-Denkens, das Europa ruiniert. Sollen ab nun also in Europa Polygamie und Zwangsverheiratung stillschweigend durch Scharia-Gerichte salonfähig gemacht werden?

Pfarrerin und
Politikerin ein Paar
Marlis Bredehorst (55, Grüne) ist Staatssekretärin im nordrhein-westfälischen Ministerium für Gesundheit und Emanzipation. Ihre Frau, Eli Wolf (46), ist evangelische Pfarrerin in Frankfurt/Main. Jetzt werden die lesbischen Frauen Mütter – Eli Wolf ist im 5. Monat schwanger! (…) „Wir sind einfach überglücklich, dass es geklappt hat. Das Kind soll in unserer Liebe groß werden“, sagt Marlis Bredehorst. (…) Was werden die beiden Ihrem Kind antworten, wenn es später fragt, warum es zwei Mütter hat? Pfarrerin Wolf: „Wir werden von Anfang an ganz normal und offen über alles reden, dann kann es auch selbstsicher damit umgehen.“
Bild.de v. 16.2.12
Klingt cool, ist aber blanker Unsinn. Kinder brauchen zur Persönlichkeitsbildung Vater und Mutter, ein wissenschaftlich abgesichertes Faktum. Und das aus dem Mund einer Pastorin! Da lobe ich mir den Zölibat der Priester.

Mobile Sterbehilfe in den Niederlanden
In den Niederlanden will eine Vereinigung mobile Teams bereitstellen, die ambulante Sterbehilfe zu Hause leisten. Die Pläne stoßen bei Ärzten auf Kritik – auch in Deutschland. Hinter den Plänen zur ambulanten Sterbehilfe steckt die „Niederländische Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende“ in Den Haag. Sie will sechs Teams bereitstellen, die auf Wunsch im ganzen Land ambulante Sterbehilfe leisten sollen. Jeweils ein Arzt und eine Pflegekraft sollen Patienten, bei denen die Hausärzte die nach niederländischem Recht mögliche Euthanasie verweigern, zu Hause beim Sterben helfen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Vereinigung mit der Ankündigung für Furore gesorgt, 2012 eine Sterbehilfe-Klinik einrichten zu wollen.
Ärzte-Zeitung v. 8.2.12
Euthanasie: Was mit der Unschuldsmiene der äußerst sorgfältig gefassten Entscheidung zur Hilfe in extremen Notfällen dahergekommen war, weitet sich zum einträglichen Geschäft des Tötens auf Bestellung aus.

Masseneintritt
in die Kirche
Das erste Personalordinariat – „Unsere liebe Frau von Walsingham“ – erblickte am 15. Jänner 2011 das Licht der Welt. Das zweite wurde heuer am 1. Jänner offiziell in den USA eingerichtet. Es war Kardinal Donald Wuerl, Erzbischof von Washington DC, der von Rom beauftragt worden war, die „Machbarkeit“ eines solchen Personalordinariats und die Anwendung von Anglicanorum coetibus (Dokument, das den Übertritt von Anglikanern in die kath. Kirche regelt, Anm.) auf die USA zu prüfen. In seinem Bericht vom 15. Juni anlässlich der Frühjahrs-Vollversammlung der US-Bischöfe, legte der Kardinal ein positives Ergebnis vor und kündigte an, dass rund 100 Pastoren der Episkopalkirche und mehr als 2.000 Gläubige den Wunsch hätten überzutreten, sobald ein Personalordinariat eingerichtet sei. Am 15. November kündigte der Kardinal dann an, letzteres würde am 1. Jänner geschehen, was nun Rom auch offiziell verkündet hat.
Ein ehemaliger verheirateter episkopalischer Bischof, Jeffrey Steenson, der 2007 in die Katholische Kirche übergetreten und 2009 vom Erzbischof von Santa Fe zum Priester geweiht worden war, wurde als erster Ordinarius für das „Ordinariate of the Chair of St. Peter“ von Rom ernannt. .
L’Homme Nouveau v. 14.1.12
Während bei uns Priester- und Laieninitiativen die Kirche zu protestantisieren versuchen, drängen immer mehr Christen aus dem reformierten Raum in die um Petrus versammelte Kirche, die dem Zeitgeist widersteht.

Gemeinde Wien
bezahlt Abtreibungen
Für Frauen, die in Wien ihren Erstwohnsitz gemeldet haben und deren monatliches Nettoeinkommen 754 Euro nicht überschreiten, kann bei einem Schwangerschaftsabbruch eine Kostenübernahme durch die Stadt Wien erfolgen. (…)
Die Stadt Wien stellt allerdings einen Ausnahmefall in Österreich dar. Frauen müssen in Österreich für die Kosten eines Schwangerschaftsabbruches nämlich selbst aufkommen und auch auf die Übernahme für Verhütungsmittel konnten sich PolitikerInnen bisher nicht einigen. In den meisten europäischen Ländern ist das anders: Sowohl die Abbrüche ungewollter Schwangerschaften als auch Verhütungsmittel werden von Krankenkassen und/oder staatlichen Einrichtungen übernommen.
Der Standard-online v. 7.4.11
Man kann nicht oft genug daran erinnern: Die Abtreibung ist ein – wenn auch unter bestimmten Bedingungen straffreies – Verbrechen. Und wir finanzieren dieses über unsere Steuern mit… Damit dürfen wir uns nicht abfinden im Wissen, dass:

Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren
Die Abschlusspredigt der Nationalen Gebetsvigil für das Leben hielt der designierte Erzbischof von New York Timothy Dolan (…), bevor die Gläubigen aus dem Heiligtum der Unbefleckten Empfängnis auf die Straßen der amerikanischen Hauptstadt strömten. (…) Wir dürfen die Hoffnung, den Kampf für das Leben zu gewinnen, nicht verlieren, ermahnte er sie. „Gottes Gnade, Gottes Macht sind grenzenlos! Es gibt keine Schlechtigkeit, kein Gräuel, keine Sünde, die von den heilenden Strahlen seiner Gnade ausgenommen wären“. Erzbischof Dolan gab zu, dass man versucht sein könnte zu verzweifeln (…) Indem er diesen Kampf mit dem Streit zwischen David und Goliath verglich, erklärte der Kardinal, die Pro-Life-Bewegung sei wie David „vom Goliath der gut geschmierten, gut geimpften Massen der Abtreibungsbefürworter in den Schatten gestellt worden“. „Aber es siegte nicht der Riese Goliath, oder?
Es siegte der zuversichtliche, kluge, gottesgläubige, energievolle kleine David!”.
Zenit.org v. 24.1.12

Arabischer Frühling falsch eingeschätzt
Der nigerianische Theologieprofessor und Menschenrechtsexperte Obiora Ike fordert ein stärkeres Engagement der europäischen Länder für Religionsfreiheit und Menschenrechte in den arabischen Ländern. Zugleich warf der Politologe, Mitglied des „Club of Rome“, am Montag im Deutschlandfunk den Europäern vor, die tatsächlichen Auswirkungen des arabischen Frühlings gründlich zu verkennen. Das ganze islamische Nordafrika führe eine islamische Staatsordnung ein, „eine anti-christliche, anti-westliche Bewegung“ und „eine Kampagne gegen Christen weltweit“, so Ike: „Was die Europäer nur nicht verstehen, ist, dass es kein arabischer Frühling zur Verwestlichung ist, sondern ein arabischer Frühling zur Arabisierung und Islamisierung.“
Kath.net v. 10.1.12
Symptomatisch für diese blauäugige, einseitige Sichtweise ist die Medienberichterstattung über die Ereignisse in Syrien. Selten, dass man einen Blick hinter die Kulissen werfen kann:

Konfessionskrieg
in Syrien
In Homs, dem antiken Emesa, einst christlicher Bischofssitz, sind die Christen längst in das Visier der sunnitischen Rebellen geraten. Deren Gewalt richtet sich ebenso gegen die Alawiten. Die Familie Assad gehört den Alawiten an. (…) Die Alawiten haben ihr Zentrum in Syrien, wo sie etwa 20 Prozent der Bevölkerung stellen. Der im Westen als Konflikt zwischen Regime und Opposition dargestellte Kampf in Syrien ist in Wirklichkeit auch ein religiöser Konflikt zwischen Sunniten und Alawiten. Die christliche Minderheit gerät im Nahen Osten einmal mehr zwischen die Fronten. (…) AsiaNews zitiert nicht regimenahe Quellen: „Die Sicht der Dinge klärt sich schrittweise und sie entspricht nicht dem Bild der internationalen Presse, wenn man es schafft, die dicke Mauer der Desinformation zu durchstoßen. Die Realität ist nicht so schwarz-weiß, wie sie uns serviert wird. Sie ist komplex. Wird es in einem destabilisierten Syrien noch Platz für die Christen geben? Wird die Zukunft Syriens die des Irak sein?“, heißt es auf der Internetseite des Klosters von Saint Jacques le Mutilé in Syrien.
(…) Seit Ausbruch des Konflikts sei jedoch eine grundlegende Veränderung im Gange. „Der Konflikt wandelte sich von einer Volksbewegung für Freiheit und Demokratie am Anfang zu einer islamistischen Revolution.“ Der Umbruch wurde am 20. Januar 2012 deutlich sichtbar, als die Revolutions-Koordinierungskomitees zum Freitagsgebet die Parole ausgaben: „Das Volk erklärt den Dschihad!“
www.katholisches.org v. 8.2.12
Im Anschluss an einen äußerst fragwürdigen politischen Prozess wurde Julya Timoschenko, ehemalige ukrainische Ministerpräsidenten, verurteilt. Seit August 2011 ist sie in Haft, aus der sie folgende Zeilen geschrieben hat:

Brief aus dem
Gefängnis
„In den Schützengräben gibt es keine Atheisten“ – so lautet eine bekannte Lebensweisheit. Wenn man trotz unerträglicher Schmerzen ununterbrochen während mehr als zehn Stunden befragt wird, wenn ein autoritäres Regime und sein ganzes Unterdrückungssystem – inklusive der Medien – alles unternimmt, um dich in Verruf zu bringen und dich ein für alle Mal zu zerstören, dann wird das Gebet zu deinem einzigen vertrauten Gesprächspartner, der für dich da ist, als einziges vertrauenswürdig und Ruhe vermittelnd. Dann wird dir klar, dass Gott dein einziger Freund, deine einzige Familie ist.
Zitiert in Le Figaro v. 28.12.11
Ein wichtiges Zeugnis: Gott ist da, in jeder Not. Wer sich für Ihn öffnet, erfährt Seine tröstende Nähe.

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