VISION 20001/2014
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„Wir übergeben Gott unsere Kinder“

Artikel drucken Zeugnis aus einer „Mütter Gebete“-Gruppe aus Salzburg (Maria Honsig)

Denn es gibt einen Lohn für deine Mühe, Spruch des Herrn: Sie wer­den zurückkehren aus dem Feindesland. Es gibt Hoffnung für deine Nachkommen, Spruch des Herrn: Die Söhne werden zurück­kehren in ihre Heimat. (Jer 31)
Mütter und Großmütter, geistige und leibliche, junge und alte Mütter: In allen Ländern der Welt beten Mütter für ihre Kinder. Immer schon. Seit nun schon über 20 Jahren gibt es – bereits in über 100 Ländern – eine überkonfesssionelle Gebetsbewegung „Mütter Gebete/Mothers Prayers“. In gemeinsamem, weltweit einheitlichem Gebet in kleinen Gruppen legen wir unsere Kinder erneut und vertieft in die Hände Gottes. Ebenso unseren Willen, unsere Wünsche für sie – und unsere berechtigten Sorgen! Dies alles in dem großen und wachsenden Vertrauen, dass Er unseren Kindern und uns ganz sicher hilft.
Denn die Welt, in der wir leben, ist in vielfacher Weise nicht be­kömmlich, ja höchst verletzend für unsere Kinder: zerrüttete Familien, Drogen, Süchte, Leistungsdruck, Zeitmangel, Pornografie, Einsamkeit, ein Mangel an nachahmenswerten Vorbildern, das Gefühl von Sinn- und Hilflosigkeit…
Entstanden ist die Gebetsbewegung 1995 in England, wo zwei Großmütter, Veronica Williams und ihre Schwägerin Sandra, vom Herrn geführt begannen, auf eine besondere Art für ihre Kinder zu beten. Im Gebet hatten sie den Wunsch Jesu erfahren, dass alle Mütter ihre Kinder ganz in Seine Obhut übergeben sollten und ihnen selbst der Schmerz genommen werden sollte.
„Das wöchentliche Mothers Prayers Treffen ist für mich ein Fixpunkt in meinem Leben geworden: Hier deponiere ich meine Sorgen, ja meine Verzweiflung, dass es oft so schwierig ist mit meinen Kindern. Seitdem ich so regelmäßig bete, hat sich auch meine Einstellung gändert: Ich kann mehr loslassen, die Kinder Gott übergeben. Und mittlerweile ist mein Vertrauen ganz fest geworden, dass es sich lohnt!“ Katharina lächelt und voller Eifer und Freude wird sie von den in dieser Gruppe mitbetenden Frauen bestätigt: „Für ,Mothers Prayers’ nehme ich mir immer Zeit“, sagt Eva. „Es tut so gut zu wissen, dass es da eine Hilfe gibt! Ich meine von Gott!“
Die Damenrunde lacht, man versichert sich gegenseitig, dass es auch gut tut, sich unter Müttern, Freundinnen, auszutauschen über alles, was da oft doch so unendlich schwer ist, Gleichgesinnte mit ähnlichen Erfahrungen wöchentlich zu treffen, Mitgefühl zu schenken und zu erfahren. Die Treffen sind streng vertraulich, die Gruppe ist sich aber völlig einig: „Wir haben erfahren: Je genauer wir es nehmen mit den Gebeten, je konzentrierter wir eintauchen in die Gebete und Worte aus der Heiligen Schrift, umso erleichterter gehen wir wieder auseinander, jede in ihren oft schwierigen Alltag. Die Kraft kommt vom Herrn. Er weiß es ja viel besser, Er hat einen Plan für uns alle. Unsere Kinder sind bei Ihm am besten aufgehoben, wenn wir auch manchmal an ein Ende kommen mit unseren Bemühungen. Ich muss sagen, auch für mich selbst habe ich schon viel Kraft bekommen aus dieser unbedingten Hingabe an den Willen Gottes, die Veronica betont und die sie auch lebt!“
Die Gruppe hat die Gründerin der Gebetsbewegung, Veronica Williams, schon in England besucht. Veronica hat alles, was sie hatte, für dieses Werk, die Gründung und Verbreitung der „Mothers Prayers“-Bewegung, eingesetzt. Und trotz vieler Schwierigkeiten weiß sie von vielen Wundern und Erlebnissen zu berichten, die erkennen lassen, dass Gott Seine schützende Hand über „Mütter Gebete“ hält: „Es gibt nichts, was Er nicht tun könnte; mein Gott ist so groß,“ sagt Veronica, die trotz aller Schwierigkeiten und unterstützt von einigen treuen Wegbegleitern vor allem eines tut: „Ergebt euch Gottes Willen“, sich sozusagen als Sekretärin Gott zur Verfügung zu stellen.
Die Freude, sich Ihm hinzugeben!, heißt ihr Buch, in dem sie überzeugend von den Folgen dieser Ganzhingabe an Gottes Willen erzählt: „Freude hängt von der Verbindung mit dem Herrn ab; mit Ihm in engem Kontakt zu sein und zu wissen, was immer auch geschieht: Er ist da, um uns festzuhalten. ... Ich fand wunderbare Freude durch die Hingabe meines Lebens an den Willen Gottes und erfuhr seine außergewöhnliche und liebevolle Führung auf so viele Arten.“
Die Mütter der Salzburger Kleingruppe strahlen auch schon etwas von dieser Wirkung aus: „Über Jahre hat sich meine Tochter nicht um ihren Glauben gekümmert, ist nicht zur Kommunion gegangen; auf einmal hat sich das geändert. Sie selbst möchte in die Heilige Messe, ja zur Anbetung gehen. Meine Dankbarkeit ist so groß, und ich glaube fest daran, dass es mit unserem Gebet zusammen hängt,“ sagt Theresa. Die anderen Frauen haben ähnliche Erfahrungen gemacht.
„Wenn man mich fragen würde, was ich fühle, was die Auswirkungen meiner Hingabe an den Willen Gottes seien, würde ich sagen: Freiheit.“, so Veronica Williams in ihrem Buch. Freude und Freiheit, tiefe freundschaftliche Verbundenheit untereinander und die Gewissheit, das Beste für unsere Zukunft, unsere Kinder zu tun, das wir überhaupt tun können: durch „Mütter Gebete“ haben wir schon sehr viel geschenkt bekommen.
„Überall auf der Welt gibt es ,Mothers Prayers’-Gruppen. Ich finde es überaus tröstlich und stärkend, dass wir Mütter dieses Gebetsnetzwerk über die ganze Welt spannen. Man muss sich das so richtig klar machen: Wenn so viele Mütter sich und vor allem ihre Kinder dem Willen und der Fürsorge Gottes übergeben, bekommt Gott doch wieder Raum in unserer Welt, die von Gott so wenig wissen will. Und wir machen das weltweit aus derselben Erfahrung: Niemand anderer kann unseren Kindern wirklich helfen,“ so Gertraud, die selbst keine Kinder hat, aber viele – auch Priester –, für die sie betet.
Maria Honsig
Die Namen der zitierten Personen wurden geändert. Veronica Williams war das Portrait in VISION 1/08


Infos zu Mothers Prayers

Eine Gebetsgruppe kann schon mit zwei Frauen begonnen werden – sinnvoller Weise aus der Nachbarschaft.
Beim Gebetstreffen wird weltweit einheitlich das Mütter Gebete – Gebetsbüchlein verwendet; es ist erhältlich bei der Koordinatorin und wurde schon in 40 Sprachen übersetzt. Wir versammeln uns um einen Tisch mit folgenden Dingen:
– einem Kreuz, um uns an unseren Erlöser zu erinnern
– einer Kerze, denn Jesus ist das Licht der Welt
– einer Bibel, denn Er ist das lebendige Wort
– einem kleinen Korb: Dieser wird an den Fuß des Kreuzes gestellt, bereit für die Namen unserer Kinder, die einzeln auf kleine runde Zettel geschrieben werden. (Diese weißen Scheibchen sind ebenfalls bei der Koordinatorin zu erhalten.)
Informationen bei:
Koordinatorin für Mothers Prayers Österreich:
Gertrude Brodowicz, Postfach 2, 5010 Salzburg; Tel.: +43 676 505 49 39
austria@mothersprayers.org
 

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