VISION 20006/2014
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Unlogisch und irrig

Artikel drucken Die Wissenschaft widerspricht den Aussagen des Atheismus (Günther Berwanger)

Physiker des 20. Jahrhunderts haben gesagt: Gäbe es Gott nicht schon , müsste ihn die Physik postulieren und ihn als die größte Entdeckung aller Zeiten feiern. Atheistische Wissenschaftler widersprechen dem vehement.

So meint etwa Peter Atkins, Professor für Chemie in Oxford: „Die Menschheit sollte akzeptieren, dass die Wissenschaft die Rechtfertigung für den Glauben an Sinn und Zweck des Kosmos beseitigt hat.“ Und der Generalsekretär der Giordano Bruno Stiftung in Deutschland (sie verfolgt das Ziel, die Religion zu verdrängen) behauptet: „Keine der bestehenden Religionen ist mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung in Einklang zu bringen.“
Pascual Jordan, ein berühmter Physiker, hingegen behauptet: „Die heutige naturwissenschaftliche Erkenntnis liefert keinen Einwand mehr gegen einen Schöpfergott.“ Und Walter Heitler aus dem Göttinger Kreis der Quantenphysiker war der Meinung: „Natur kann gar nicht vollständig wissenschaftlich behandelt werden, ohne die Frage nach Gott mit einzubeziehen.“ Fast alle namhaften Physiker bekennen sich offen zu einem Gottglauben. Wie kommt es, dass heute dennoch ein rasant fortschreitender Glaubensverfall eingesetzt hat, der vielfach in den Atheismus mündet? Um dem nachzugehen, müssen wir zurückkehren in die Zeit der Aufklärung.
Im 18. und 19. Jahrhundert feierte die Naturwissenschaft ihre ersten großen Erfolge. Das verleitete damals vor allem die Philosophen zu der Ansicht, alles sei berechen- und erklärbar. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch die letzten Geheimnisse des Kosmos und des Lebens aufgeklärt seien. In diesem Denken hatte Gott keinen Platz. Eine allgemeine Glaubensfeindlichkeit der oberen Gesellschaftsschicht war die Folge. Werner Heisenberg, Quantenphysiker und Nobelpreisträger, bringt die Ursache der Atheismuswelle unter den Gelehrten der Aufklärungszeit auf den Punkt: „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“
Das ist meiner Meinung nach auch heute der Grund für den Glaubensverfall. Der gebildete Mensch von heute bekommt hauptsächlich das naturwissenschaftliche Wissen des 19. Jahrhunderts aufgepfropft. Sein Wissen reicht gerade aus, um glauben zu können, die Welt sei wirklich nur so, wie wir sie sehen. Dementsprechend skeptisch steht er einem Gottglauben gegenüber. Er wird offen gegenüber dem Atheismus. Ein Faktencheck jedoch kommt zu dem Ergebnis: Der Atheismus ist wissenschaftlich nicht haltbar. Er hat keine Zukunft. Für jeden weiter denkenden Menschen erhebt sich ja die Frage: Wenn Leben eine Folge der Evolution, also Ergebnis eines zu­fälligen natürlichen Prozesses ist, wie steht es dann um die Begriffe der Moral? Sind Recht, Unrecht, Wahrheit, Schönheitsempfinden oder Güte Ergebnisse rein materieller Zufälligkeiten? Ist der menschliche Geist zufällig aus der Materie entstanden?
Die Vertreter des Materialismus bejahen dies. Sie meinen, die Fähigkeit zu denken sei durch Selbstorganisation der Materie entstanden. Das ist eine Annahme, für die es keine stichhaltigen Argumente gibt. Sie leugnen den Geist: Nicht sie denken, sondern ihr Gehirn denkt. Ihr Gehirn denkt, dass ihr Gehirn denkt. Eine solche Denkweise erscheint den meisten Menschen wohl unlogisch. In weiten Kreisen der Naturwissenschaft ist man sich heute einig, dass unser Geist kein Produkt des Gehirns ist, sondern umgekehrt: Der Geist bedient sich des Gehirns wie eines Computers. Gedanken entstehen nicht im Gehirn. Das Gehirn dient nur dazu, unsere Gedanken zu speichern und zu verwalten.
Zudem: Alles, was wir hören, schmecken, riechen, sehen, also alles, was wir mit unseren Sinnesorganen aufnehmen, kommt zuerst als physikalische Information in Form elektrischer Impulse über das Nervensystem in unser Gehirn. Dort wird es von dem, was wir die Geistseele nennen, zu einer Sinnesempfindung gewandelt, bewertet, interpretiert und eingeordnet. Dass die Materie des Gehirns zu solchen Aktivitäten fähig sein sollte, ist eine fiktive Annahme, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.
Faktencheck: Der Atheismus beruht auf Hypothesen ohne Beweiskraft.
Der meist zitierte Atheist, auf den sich alle Glaubensgegner immer wieder berufen, ist Richard Dawkins, ein Biologe in England. Für ihn ist Gott eine bösartige Wahnvorstellung, die ausgerottet gehört. Er ist auch der Meinung, dass durch die Evolution alles erklärt werden könne und es daher keinen Gott gäbe. Er übersieht dabei, dass alle Naturgesetze und Naturkonstanten nicht nach und nach durch Evolution entstanden sind, sondern schon von Anfang an im Urknall enthalten waren.
Sie sind nicht eine Folge der Evolution, sondern genau umgekehrt: die Evolution ist eine Folge der Naturgesetze und Naturkonstanten. Unsere Welt entstand also nicht zufällig, sondern nach schon im Urknall vorgegebenen Gesetzmäßigkeiten.
Faktencheck: Die Atheisten befinden sich im Irrtum.
Für Dawkins resultiert die Evolution aus einer zufälligen Selbstorganisation der Materie. Die Natur sei eine Maschinen herstellende Maschine. Die Maschine Natur stellt Tiere, Pflanzen und Menschen her, die selbst wiederum nichts anderes als zufällig entstandene Maschinen ohne Ziel und Zweck sind. Für die Physiker ist diese Selbstorganisation der Materie eine Annahme ohne jede Beweiskraft. Mathematiker haben berechnet, dass das Zeitalter des Universums nicht ausreichen würde, um durch zufällige Selbstorganisation auch nur ein einfaches Organ wie das Auge entstehen zu lassen.
Faktencheck: Atheismus ist unlogisch und irrig.
Eine der unrealistischen Thesen Dawkins lautet: Die natürliche blinde Auslese ist ein automatischer, zielloser Prozess. Sie ist die Erklärung für die Existenz allen Lebens. Das Wort Auslese beinhaltet bereits Zielhaftigkeit. Jede Auslese hat ein Ziel und erfolgt nach bestimmten Kriterien. Weiters kann Auslese nicht das Leben erklären, denn Auslese setzt Leben bereits voraus. Nur aus schon Vorhandenem kann man eine Auslese treffen.
Faktencheck: Die Aussage ist rundweg falsch.
 Dawkins und seine Anhänger meinen, wenn man Gott ins Spiel bringe, sei dies das Ende aller Wissenschaft. Die Geschichte beweist allerdings das Gegenteil. Fast alle großen Forscher, welche die klassische Naturwissenschaft begründet haben, waren gottgläubig. Sie forschten nicht, obwohl sie gläubig waren, sondern weil sie gläubig waren. Sie forschten, weil sie hinter unserer Sinneswirklichkeit eine Wahrheit zu erkennen glaubten, die sie ungleich wichtiger, größer und erhabener wähnten als die vordergründige Wirklichkeit. Eine Zufallswelt ohne Ziel, Sinn und Zweck wie sie die Atheisten propagieren, wäre für sie der Erforschung nicht würdig gewesen.
Faktencheck: Die Atheisten befinden sich im Irrtum.
 Zur Ehrenrettung der Atheisten muss man jedoch sagen: Nicht alle sind so radikal wie Daw­kins. Die meisten Atheisten bekennen sich zu den Werten des Wahren, Guten und Schönen. Sie bekennen sich somit zu Gott, sie wissen es nur nicht.

Der Autor ist Kernphysiker und Autor von Naturwissenschaft und Evangelisation (siehe Kasten).


In Naturwissenschaft und Evangelisation zählt Günther Berwanger eine Reihe von wissenschaftlichen Argumenten auf, die das christliche Weltbild stützen. Er zeigt, dass die Evolutionstheorie als alles erklärende Lehre ungeeignet ist, dass Wunder nicht den Naturgesetzen widersprechen…
Wie andere Größen, mit denen die Physik arbeitet, sei auch das Licht nach wie vor etwas Geheimnisvolles, stellt der Autor fest: „Wir wissen nicht genau, was Licht ist.“ Und dabei sei es überall und spiele bei allen Vorgängen die Hauptrolle. „Licht scheint der Schlüssel zum Geheimnis der Welt zu sein,“ erklärt Berwanger und verweist auf die Heilige Schrift, die das Licht als erstes Schöpfungwerk darstellt. Ein lesenswertes Buch.             CG

Naturwissenschaft und Evangelisation. Von Günther Berwanger. Eigenverlag. 192 Seiten. 15 Euro. Zu beziehen bei Christoph Hurnaus und ab Februar beim Autor: A-8224 Kaindorf Nr. 152, Jägergasse, Tel.: +43 664 4530727, E-mail: guenther.berwanger@aon.at

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