VISION 20006/2014
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Antithese zum Christentum

Artikel drucken (Martin Rhonheimer)

Auf die Frage, ob es überhaupt eine Basis für einen echten Dialog mit dem Islam gibt, gab der Ethiker und Philosph Rhonheimer folgende Antwort:

Ich denke, dass es sich bei diesem interreligiösen Dialog um eine Illusion handelt. Zumindest wenn man damit bezweckt, zu theologischer Gemeinsamkeit oder einem gemeinsamen „Weltethos“ zu gelangen. Obwohl der Islam monotheistisch ist und an einen barmherzigen Gott glaubt – der allerdings nur für Muslime barmherzig ist –, ist der Islam aufgrund seines Menschen- und Gottesbildes doch die absolute Antithese zum Christentum.
Wir scheinen, gerade weil sogar Jesus und Maria im Koran  auftauchen, sehr nah beieinander zu sein, doch da  Jesus lediglich als Prophet und nicht als Messias angesehen wird, liegen wir doch sehr weit auseinander.
Der Islam ist nicht eine Religion, die Jesus Christus nicht kennt. Sondern eine Religion, für die gerade wesentlich ist, Jesus als Erlöser des Menschen zu leugnen. Die zentrale christliche Glaubensaussage „Jesus ist Gottessohn, er ist Gott“ ist für Muslime eine Blasphemie. Während es für uns Christen ein Riesenproblem ist, dass Jesus beim Islam durch den Propheten Mohammed ersetzt wird, der von Muslimen als der definitive Prophet Gottes verehrt wird.
Nicht zu reden von anderen Verfälschungen der christlichen Wahrheit,  die man im Koran finden kann, etwa wenn von der christlichen Trinität, angeblich bestehend aus Gott Vater, Jesus und Maria, die Rede ist.
Will man hier vorankommen, müssen Muslime bereit sein zuzugeben, dass der Koran auch Irrtümer enthält.

Der Autor ist Professor für Ethik und politische Philosophie an der Päpstlichen Hochschule Santa Croce in Rom. Seine Antwort ist einem Interview in Die Tagespost v. 30.9.14 entnommen.

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