VISION 20001/2015
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Verliert nicht den Mut – und den Humor!

Artikel drucken (Vladimir Palko)

In seinem Buch Die Löwen kom­men beschreibt der Ex-Innenminister der Slowakei Vladimir Pal­ko den Werte­wandel, der sich in den letzten Jahrzehnten in Euro­pa und Nord­amerika abgespielt hat, eine tiefgreifende Revolution. Sie schlägt sich heute in Gesetzen nieder, die den Wider­stand gegen die Kultur des Todes auf unterschiedliche Weise bestrafen. Für viele ein Grund wegzusehen und stillzuhalten. Es sei höchste Zeit, den Kampf aufzunehmen, meint Palko.
 
Fürchtet Euch nicht.“  Das sind die Worte des seligen Johannes Paul II. – also fürchten wir uns nicht! Ja, jeder, der christlicher Politiker war, weiß, wie schwer es ist, dem Druck der Zeit standzuhalten. Wie es beinahe unmöglich erscheint, ein erfolgreicher Politiker zu werden und gleichzeitig den christlichen Werten treu zu bleiben. Der Kommunismus schaffte den Druck durch Terror, bewaffnete Macht und Geheimpolizei. Das heutige System kann einen ähnlich wirksamen Druck durch seine Ideologie und mediale Überlegenheit schaffen. Trotzdem muss man sich davor nicht fürchten.
Das, was die Christen aus Osteuropa in die heutigen Kämpfe einbringen, ist ihre Erfahrung. Der Kommunismus schien unbesiegbar zu sein, und dennoch fand er ein Ende. Deswegen dürfen wir uns heute nicht von dem Gefühl irreführen lassen, dass es keinen Sieg geben kann.
Auch das heutige System hat seine großen inneren Widersprüche, wie sie auch der Kommunismus hatte. Man kann nicht unendlich lang die wesentlichen Regungen, die Menschen in ihren Herzen tragen, unterdrücken. Es ist nicht möglich, das menschliche Leben wie etwas Materielles zu manipulieren. Es ist nicht möglich, sich als Gott aufzuspielen. Es ist nicht möglich, die Familie zu missachten, die bisher stets eine Basis für die Gesellschaft gewesen ist. Es ist nicht möglich, den Menschen ununterbrochen Rechte zuzusprechen und ihnen ihre Pflichten zu verschweigen und die sich daraus ergebende Unverantwortlichkeit auch noch als Freiheit zu bezeichnen.
Es ist nicht möglich, das Leid der Menschen zu beklagen und sie gleichzeitig auf einen Weg zu führen, der sie zerstört. Es geht auf Dauer nicht, die Kinder gegen ihre Eltern aufzuhetzen und die Tradition zu verachten. Es ist nicht möglich, die Existenz der Wahrheit zu leugnen, sonst wird alles irrational. Es ist auf lange Sicht nicht möglich, ununterbrochen menschliche Schwächen zu unterstützen, die zur Lähmung der Gesellschaft führen. Es ist nicht möglich, Menschen dafür zu bestrafen, dass sie nach ihrem Gewissen leben wollen.
Man kann dies lange so treiben, aber es kommt der Moment, da es nicht mehr geht.
(…) Wir stehen in einer großen kulturellen Wende, die über die Kontinente hinweg stattfindet. Man darf sich nicht mit ihr abfinden und muss sich aber auch nicht vor ihr fürchten. Man muss sie aushalten. Wir müssen uns gegenseitig unterstützen. Verlieren wir nicht den Mut und den Humor! Glauben wir nicht an unsere Überlegenheit. Vergessen wir nicht, dass wir keine Heiligen sind. Wir sind gewöhnliche Menschen, die Fehler machen, die aber wissen, dass ihr Kampf nicht nur ein menschlicher Kampf ist.
Demütig und friedlich kämpfen wir unseren Kampf.
Aus Die Löwen kommen, Fe-Medienverlag,504 Seiten, 12,80 Euro.

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