VISION 20001/2015
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Faszinierend – auch heute

Artikel drucken 2015 – Das Jahr der Orden: Wie Gott in Seine Nachfolge ruft

Papst Franziskus hat ein „Jahr der Orden“ ausgerufen. Es dauert bis zum 2. Februar 2016. Ein Anlass, sich Gedanken über das Ordensleben zu machen, besonders in Österreich, das auch als „Klösterreich“ bezeichnet wird: reich an eindrucksvollen Stiften, Klöstern, Abteien, die nicht nur das kirchliche Leben des Landes, sondern auch das Landschaftsbild prägen. Eindrucksvoll, keine Frage. Aber wie lebendig ist das Ordensleben hierzulande und in Europa?
Da gibt es einerseits das Bild von „Prachtbauten, durch deren Gänge alternde Mönche oder Nonnen schlurfen, höchstens noch als Kulturerbe von Touristenmassen besucht“, wie mir eine Ordensschwester schreibt. Wo Ordensmitglieder überhaupt noch als solche erkennbar in Erscheinung treten, „haben sie graue Haare und faltige Gesichter. Wenn sie jung sind, kommen sie aus anderen Ländern.“ Viele Zeitgenossen haben daher den Eindruck, in Europa läge das Ordensleben in den letzten Zügen.
Sicher, das ist eine besorgnis­erregende Facette des Themas. Aber da gibt es andererseits Gemeinschaften, die auch in unseren Ländern eine starke Anziehungskraft auf junge Leute ausüben. Und damit sind nicht nur die in den letzten Jahrzehnten neu gegründeten Orden gemeint oder das Zisterzienserstift Heiligenkreuz, das aus allen Nähten platzt.
Ein ganz Gott geweihtes Leben zu führen, bleibt nun einmal ein über die Zeiten hinweg attraktives Lebensmodell für Menschen, die dem lebendigen Gott begegnet sind. Dazu schreibt die oben zitierte Schwester: „Solange es Gott gibt – und Er ist ewig –, solange Gott liebt – und das ist Sein Leben –, solange Menschen im Glauben die persönliche Liebe dieses Gottes zu ihnen im Glauben erfahren und davon überwältigt sind, solange wird es auch das gottgeweihte Leben geben.“
Und sie verweist auf Charles de Foucauld, den ehemals glaubenslosen Lebemenschen, der eine tiefe Bekehrung erlebt und mit Bezug auf diese Erfahrung festgestellt hat: „Von dem Augenblick an, als ich glaubte, dass Gott ist, konnte ich nicht anders als nur noch für Ihn leben.“
Eine ähnliche Erfahrung machen auch heute Menschen, die hellhörig für den Anruf Gottes geworden sind. Dass das Ordensleben auch heute seine Anziehungskraft nicht verloren hat, illustrieren die Zeugnisse auf den folgenden Seiten.            
CG

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