VISION 20003/2016
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Als Ehepaar miteinander zu beten, ist eine Herausforderung

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Als Ehepaar miteinander zu beten, ist gar nicht so einfach.  Denn im gemeinsamen Gebet tritt man in eine neue Form von Intimität ein: Man lässt den anderen teilhaben an der eigenen persönichen Beziehung zu Gott. Außerdem geht es darum, zwei unterschiedliche Wege im Glaubensleben in Einklang zu bringen – ein herausforderndes Projekt.
Viele Paare haben versucht, miteinander zu beten, manche haben aufgegeben. Dennoch halten viele Paare an dieser Übung fest. Im folgenden einige Zeugnisse zu diesem heiklen Thema gesammelt von Bénédicte Drouin:

Finden immer
wieder zurück
Wenn wir miteinander beten, gibt es Hochs und Tiefs. Nunmehr sind es aber schon 15 Jahre – so lange sind wir verheiratet –, dass wir immer wieder zu regelmäßigem, gemeinsamem Gebet zurückfinden – vor allem, wenn wir durch schwierige Zeiten gehen: kranke Kinder und Eltern, Probleme am Arbeitsplatz… Übrigens ist es schade, dass unser Beten sich hauptsächlich auf das Bitten beschränkt.
Agnès & Charles

Eine persönliche
Angelegenheit
Was mich betrifft, so ist das Beten eine persönliche Angelegenheit. Ich kann mir nicht gut vorstellen, wie man zu zweit beten könnte. Jeder hat doch ein Schamgefühl, eine eigene Art zu empfinden, einen eigenen Rhythmus. Miteinander Messe zu feiern, das reicht mir.
Éric


Zu wenig Zeit
Es ist schon nicht ganz einfach, jeden Sonntag die Messe miteinander zu feiern. Dann auch noch Zeit finden, um miteinander zu beten – ich wüsste nicht, wann und wie wir das schaffen könnten.
Éloise

Unterschiedliche Vorstellungen
Unterschiedliche Zeitabläufe, viele berufliche Reisen, Geburten, die ermüden: Wir haben das gemeinsame Beten bald eingestellt. Außerdem hatten wir da unterschiedliche Vorstellungen. Er mag das meditative Lesen, ich bevorzuge die Stille… Mir geht nichts ab, würde mich mein Mann allerdings zum Beten animieren, würde ich es schon wieder versuchen.
Marguerite

Wir beten täglich
Seit wir als Verlobte an einer Einkehr teilgenommen haben, beten wir miteinander. Wir beten jeden Tag, meistens ein Vaterunser und ein Ave Maria – und zwar in der Früh. Und dabei reichen wir uns die Hand. Für uns ist das einfach wesentlich, uns gemeinsam vor Gott zu stellen, einfach so, als bedürftige Menschen. Wir legen Ihm alles hin, das Schwere, die Freuden… Da braucht es auch keine langen Reden. Außerdem bemühen wir uns, jedes Jahr gemeinsam an Exerzitien teilzunehmen: Das ist dann das große Reinemachen. Das tut unserer Harmonie gut,  dann sind wir wieder verliebter.
Aliette  & Jean

Aus Famille Chrétienne v. 16.1.14

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