VISION 20006/2016
« zum Inhalt Internes

Leserbriefe

Artikel drucken

Die Wahrheit zu sagen, ist ein Liebesdienst
Die Versuche, praktizierte Homosexualität als eine legitime Weise, die Sexualität zu leben und dies durch Vertreter der Kirche als rechtmäßig bestätigt zu erfahren, reißen nicht ab. Es gibt dazu sowohl im AT wie auch im NT sehr klare Aussagen, wie sich die Menschen zu verhalten haben. Es liegt daher nicht im Ermessen der Kirche, diese Aussagen abzuschwächen bzw. zu ändern, sondern sie entsprechend den Gliedern der Kirche bekannt
zu machen. Sie sind daher Gott, dem höchsten Gesetzgeber der Menschheit, gegenüber verantwortlich, ob sie dies auch in entsprechend genügender Weise den Menschen gegenüber getan haben.
Daher können Zeitschriften, die sich der christlichen Lehre in Fragen der Moral verpflichtet wissen, es nicht einfach hinnehmen, dass private Ansichten in solch entscheidenden Fragen, die viel Unsicherheit und Verwirrung stiften können, unwidersprochen bleiben. Die VISION 2000 tut dies auch nicht, sondern bemüht sich, dazu gewissenhaft Stellung zu beziehen. Schließlich sind auch die Gremien des Staates und vor allem die Kirche mitverantwortlich für die Erhaltung der Volksgesundheit. Daher hat dies keineswegs mit Lieblosigkeit zu tun.
Es wäre lieblos, diese Wahrheit  den Menschen vorzuenthalten. Es würde sie der Vorwurf Jesu treffen: Wenn Blinde einen Blinden führen, fallen beide in die Grube. Wiederholt wurde in den Medien Aids als die Pest des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Wiederholt wurde auch an den möglichen Zusammenhang von Aids und anderen Geschlechtskrankheiten mit praktizierter Homosexualität erinnert.
So ist etwa in Uganda, wo man sich nach Jahren wieder entschieden hat, sich wieder mehr an die kath. Moral zu halten, Aids deutlich zurückgegangen, während sie in anderen Staaten, wie etwa Südafrika stark zugenommen hat. Die Kirche erfüllt daher eine Liebespflicht, wenn sie Klartext spricht, um nicht die Menschen in falsche Sicherheit zu wiegen.
P. Leopold Strobl OSB,
A-5152 Michaelbeuern

Götzen, Demokratie & Selbstbestimmung
Mit Schaudern lese ich die Zuschrift des Herrn Heinrich Huber in der Vision 5/2016 mit dem Titel „Die Homo-Ehe ist keine Gefahr“, zu der bereits von der Redaktion eine Stellungnahme erfolgte. Ich möchte aber hier noch den grundsätzlichen Irrtum aufzeigen: Der Schreiber geht offensichtlich davon aus, dass Demokratie und Selbstbestimmung im pluralistischen Staat keine hinterfragbaren Größen sind, für ihn also Götzen, denen unbedingt Anbetung und Gehorsam zu leisten sind.
Die Demokratie könnte theoretisch tatsächlich als die beste Staatsform gelten, weil sie auf dem Willen des Volkes aufgebaut ist. Aber von was für einem Volk wird da gesprochen? Etwa dem vom europäischen Liberalismus betrogenen und verführten Volk, das die unbegrenzte Freiheit des einzelnen in den Himmel hebt und die Gleichwertigkeit aller Denkweisen als nicht angreifbaren Pluralismus postuliert?
Wenn Menschen schon von ihrem Gewissen nicht mehr erleuchtet werden und das Gute nicht mehr erkennen, wie es ihrer Natur entspräche, sollten sie doch als Minimalansatz mit Immanuel Kant vom Verstand her das sittlich Gute als das Erstrebenswerte in der staatlichen Ordnung einfordern. Für den Gläubigen und insbesondere den Christen sind dies die Gebote Gottes, die ihm die Grenzen seiner Freiheit aufzeigen, zu seinem eigenen Glück und zum Wohl aller anderen.
Müssen wir das nicht demütig anerkennen, wenn wir die geschichtliche und ebenso tagtägliche Erfahrung haben, dass alle anderen Versuche, den menschlichen Willen als das Höchste zu preisen, kläglich gescheitert sind, angefangen von der französischen Revolution. Dass der Lebensstil der Homosexuellen in unserer Gesellschaft geradezu gepusht wird und Andersdenkende als homophob abgekanzelt werden, ist nur einer der entsetzlichen Irrtümer unseres entwürdigenden Liberalismus.
Herbert Albrecht, E-Mail

Junge Kirche– wo?
„Es gibt sie, die junge Kirche“, erinnerte VISION 2000 in der Ausgabe Nr, 5/2016. Ja, aber wo? Im ablaufenden Sommer habe ich Sonntagsgottesdienste in fünf oder sechs Kirchen in Wien sowie außerhalb davon besucht. Überall mit der Wahrnehmung, dass die ‚jüngere Generation‘ nur wenige Prozent der ‚Gläubigen‘ stellt. Insbesondere die Firmlinge der vergangenen Jahre, aber auch des laufenden, bleiben aus. Ich habe diese Beobachtung mehreren der katholischen Kirche im allgemeinen nahestehenden Freunden und Bekannten mitgeteilt. „Bei uns ist das nicht anders“, war in etwa die Antwort, die ich erhielt. „Kirche bunt“, die Sonntagszeitung der Diözese Sankt Pölten, meldete in diesem Sommer einmal, in Deutschland seien 2015 nur 58 junge Männer zu Priestern geweiht worden. Das ist ein völlig ungenügender Nachschub zur Betreuung von formell noch etwa 25 Millionen Katholiken. Heiligenkreuz im Wienerwald und die Hochschule Benedikt XVI. kenne ich gut, dort besteht noch eine ‚blühende Oase in der Wüste‘, doch die Absolventen verstreuen sich in der halben Welt.
Dr. Franz Rader, 1070 Wien

Die Homo-„Ehe“ ist keine Gefahr?
Der Leserbrief in Ihrer jüngsten Ausgabe bedarf der Ergänzung. Von der seit Jahren bestehenden Möglichkeit, amtlich eingetragene Homo-Partnerschaften zu begründen, wird kaum Gebrauch gemacht. Laut amtlicher Mitteilung gibt es nur sehr wenige Fälle. Dort, wo es jetzt schon sogenannte „Homo-Ehen“ gibt, ist es ganz ähnlich. Das beweist, dass es keinen Bedarf danach gibt. Die Gründe für die Agitation sind ganz andere. Es geht um Provokation, um Düpierung der Bevölkerung und um Zerstörung der bisherigen Gesellschafts-Basis. Natürlich auch um Verspottung der Christen, für die Homosexualität Sünde ist („Hasse die Sünde, liebe den Sünder“) …
Herbert Bauer,
A-2542 Kottingbrunn

Wo bleibt der
Aufschrei der Kirche?
Es drängt mich, Ihnen nach der Lektüre Ihres Heftes VISION 2000 5/2016 ein paar Zeilen zu schreiben. Von den Schriften, die mir zur Verfügung stehen, ist VISION2000 die einzige in unserer Kirche, die die Dinge beim Namen nennt und die dafür auch eine konstante Meinung hat. Sie sagen mit unterschiedlichen Worten, was zu sagen ist: dass Abtreibung eine schwere Sünde, eine Tötung, also ein Verbrechen ist, dass herbeigeführter Frühtod abzulehnen ist aus denselben Gründen, dass alles, was mit Gender zu tun hat, ein Wahnsinn, eine Umkehrung des Willens des Schöpfers ist (das wollen die Betreiber ja gerade hinkriegen!), dass Präimplantationstechniken oder die uns sicherlich bevorstehenden Kreuzungen zwischen Mensch und Tier abzulehnen sind – solange wir uns noch katholische Christen nennen.
Worüber ich mich eigentlich aufrege? Über das „Wischiwaschi“ zu diesen unappetitlichen Dingen, wie es unsere Kirche pflegt. Ich erinnere mich an den Beginn des Bekanntwerdens von Miss­brauchsfällen durch Priester: erste Antwort war: „Und Sie, haben Sie nicht gesündigt?“ Zweite Antwort: „Barmherzigkeit üben mit den Tätern“. Das hieß damals, etwa in den Siebzigerjahren: unter den Teppich kehren, schweigen, dulden, nicht veröffentlichen, (…) Eine Diözese (ich glaube Boston) ist an den eingegangenen Klagen bankrott gegangen, vom Imageschaden der katholischen Kirche und den dazugehörigen Austritten ganz abgesehen. Und wie spät erst hat man sich der Opfer erbarmt?! Und heute? Gendermainstreaming wird in unserer Kirche prinzipiell hingenommen, bejaht, usw. Wo bleibt da der Aufschrei der Amtskirche? Und das ist, was ich hier eigentlich am meisten ausdrücken will: Wo bleibt der Aufschrei unserer Kirche?
Und damit bin ich zurück beim Ausgangspunkt: Ich danke Ihrer Zeitschrift, dass wenigstens diese immer wieder solch einen Aufschrei absetzt. Mögen viele Ihre Zeitung lesen!
Robert Freund, A-1170 Wien.

Quo vadis Europa?
Anlässlich des Festes Kreuzerhöhung am 14. September habe ich mir einige Gedanken über das „christliche Abendland“, über Europa gemacht. Da läuft  etwa im Kunstforum bis November eine Ausstellung. Man gedenkt des „großen Künstlers“ Martin Kippenberger. Unter seinen Werken: ein Kreuz mit angenageltem Frosch mit heraushängender Zunge und einem Bierkrug in der Hand. Das wird uns als große Kunst verkauft und erschüttert nur noch vereinzelte Menschen. Wo bleibt der Aufschrei? Unter dem Deckmantel der Toleranz und der Freiheit der Kunst wird uns Blasphemie verkauft.
Auch die böswillige Entfernung einiger Gipfelkreuze in den Alpen haben die Volksseele nicht erschüttert. Ein „Künstler“ hat an Stelle des Gipfelkreuzes in der Schweiz die Skulptur eines Halbmondes aufgestellt…  Ich frage mich, ob wir uns bewusst sind, was da im „aufgeklärten“ Europa vor sich geht.
Inge Kitzmüller, A-1030 Wien

Vertrauen auf
das Gebet
Angesichts der heutigen Zustände benötigt es schon viel Mut, noch eine „christliche Vision“ für das Abendland aufzubringen; vor allem deshalb, weil „unsere“ christlichen Würdenträger und Bischöfe dieses „christliche Europa“ offensichtlich schon „aufgegeben“ haben! „Ein Realist hat keine Visionen“ – frei nach Franz Vranitzky –, denn sonst ist er ein „Illusionist“ – und braucht einen Arzt!
Glauben dürfen wir natürlich trotzdem und hoffen auf eine Bekehrung der Muslime – aber auch der vielen Christen, die nicht mehr glauben können und wollen. Das Gebet, die „Atomkraft Gottes“, steht uns allen offen. Vertrauen wir darauf!
K.J. Schilling, A-3653 Weiten

Schwierig, heute
Vater zu sein
Vielen Dank für Ihren Artikel zur Wichtigkeit der Väter. Ich stimme Ihnen zu. Ein Punkt fehlt mir als „Ursache“ des Vätermangels: Frust... Es ist einfach nicht leicht, die Väterrolle einzunehmen, zu einem wegen „der Gesellschaft“ (aber gut, das wäre noch zu meistern, auch wenn es nicht leicht ist), aber oft auch wegen der eigenen Ehefrau. Wenn man da nicht an einem Strang als Eltern zieht, dann ist es oft sehr schwierig Grenzen zu ziehen (man hat ja die unangenehmere Rolle als Vater in dem Fall). Manchmal habe ich den Eindruck, dass viele Mütter am liebsten als Vater nur eine zweite Mutter mit männlichem Aussehen wünschen, und viele selbstbewusste Frauen können es dann auch durchsetzen, so dass man sich als Mann und Vater einfach duckt oder zurückzieht, da man den Raum für das Vater-Sein nicht bekommt. Ich kämpfe selbst im Moment damit, und in Gesprächen höre ich das oft auch bei anderen Vätern heraus.
A. F., E-Mail





© 1999-2020 Vision2000 | Sitz: Beatrixgasse 14a/12, 1030 Wien | Mail: vision2000@aon.at | Tel: +43 (0) 1 586 94 11