VISION 20006/2016
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Pressesplitter kommentiert

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Manipulierte Sprache
In einem Grundsatzpapier mit dem Titel „ÜberzeuGENDERe Sprache“, das auf ihrer Homepage steht, schlägt die Sozialpädagogin Annelene Gäckle folgende Alternativen vor: „Mitarbeitendengespräche, MitarbeiterInnengespräche, Mitarbeiter/innengespräche, Mitarbeiter_innengespräche, Mitarbeiter*innengespräche“. Der Unterstrich, der sogenannte Gender-Gap, soll signalisieren, dass das Wort alle Menschen meint, also auch Personen, die sich nicht eindeutig dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht zuordnen. Das Sternchen in „Mitarbeiter*innengespräche“ steht ebenfalls für alle Geschlechter, es sei „eine weitere sprachliche Repräsentationsform jenseits des binären Systems“, wie es akademisch-kompliziert in dem Papier heißt.
(…) Professor Ulrich Kutschera aus Kassel formuliert seine Kritik am Gender-Deutsch drastischer. Die „Geschlechter-Ideologie“, wie er sie nennt, sei nicht akzeptabel. In seiner fast vierzigjährigen Laufbahn als Biologe an Hochschulen in Deutschland und den Vereinigten Staaten habe er „noch nie, weder beruflich noch privat, eine Frau kennengelernt, die sich sprachlich diskriminiert gefühlt hätte“.
FAZ online v. 5.11.16
Leider auch in der Kirche weitverbreitet: Liebe Christinnen und Christen, Spenderinnen und Spender… Wäre nicht gerade die Kirche dazu berufen, gegen diese von oben verordnete Bewusstseinsveränderung eine Mauer zu errichten? Wie sehr der Druck von den „Eliten“ kommt zeigt folgende Meldung:

EU-Parlament: Labor der Gender-Ideologie
Als ich ins Europa-Parlament kam, war meine erste Überraschung: Fast ein Viertel der Europa-Abgeordneten sind Mitglieder der Intergruppe der „Lesben, Homo-, Bi- und Transsexuellen“. In meiner Gruppe, „Indépendance et Démocratie“, gab es beispielsweise einen Abgeordenten, der zwischen seinen beiden Mandaten das Geschlecht gewechselt hatte: Im ersten war er ein Mann; im zweiten wurde er eine Frau. In ihrer Person und durch die eigene Veränderung verkörperte sie die teure Parität.  Die Intergruppe LGBT ist mit Abstand die bedeutendste 28 der Intergruppen im derzeitigen EU-Parlament.
Ich habe eine kleine Rechnung mit einem bemerkenswerten Ergebnis angestellt: Im Laufe der letzten fünf Jahre hat sich das EU-Parlament 250 Mal zu Texten, die in Verbindung mit der sexuellen Orientierung und der Gender-Identität stehen, geäußert und in mehr als 100 Berichten positiv ausgesprochen. Da wird deutlich, dass der Plenarsaal dauernd unter Druck steht und sich für die Gender-Theorie begeistert.
Philippe de Villiers, französischer EU-Abgeordneter v. 2004-2014 in seinem Buch Le moment est venu de dire ce que j’ai vu. Albin Michel 2015
Auch fünf der 18 österreichischen Abgeordneten gehören der Intergruppe an: 28%.

Bist du lebensmüde – lass dich töten
In den Niederlanden soll die Tötung von Mitmenschen weiter ausgeweitet werden. Laut Medienberichten soll das umstrittene Euthanasie-Gesetz erweitert werden. Die Regierung möchte laut dem Entwurf ermöglichen, dass in Zukunft alle Bürger „Beihilfe“ zum Suizid bekommen können, auch wenn keine unheilbare Krankheit vorliegt. Die niederländische Gesundheitsministerin Edith Schippers möchte, dass diejenigen, die glauben, ein „erfülltes Leben“ hinter sich zu haben, aus dem Leben scheiden können. In den Niederlanden ist das Töten auf Verlangen unter bestimmten Umständen seit 2002 legal.
Kath.net v. 20.10.16
Anfangs hieß es: Tötung nur in extremen Notfällen, bei unerträglichen, nicht linderbaren Schmerzen und keinerlei Aussicht auf Heilung. Alles streng überwacht. Mittlerweile ist das Töten zur Routine geworden. Bald wird sich die Euthanasie zum „Menschenrecht“ gemausert haben, wie es bei der Abtreibung fast schon der Fall ist. Ein Blick nach Belgien gibt eine Vorahnung auf die Entwicklung:

Belgien: Euthanasie-Eldorado
Seitdem das Euthanasie-Gesetz 2002 in Belgien beschlossen worden ist, gab es viele Novellierungen. Jedesmal ging es darum, neue – für unmenschlich gehaltene – Situationen mit einzubeziehen. Zuletzt, im Jahr 2014 wurde Belgien zum ersten Land der Welt, das die Euthanasie auch für Minderjährige – „ohne Altersbegrenzug“ – eingeführt hat und das, gegen die einhellige Meinung der belgischen Kinderärzte. Vor kurzem wurde also ein 15-jähriges Kind getötet. (…) Im Februar 2016 hat der Fall einer 38-jährigen Frau im Gefolge einer Fernsehreportage eine Debatte ausgelöst. Sie hatte nach Euthanasie verlangt wegen „psychischer Störungen und Leiden“ und sie auch bekommen. Das Gesetz lässt das zu. (…) Im Juli 2015, verlangt die 24-jährige Laura wegen psychischen Leidens und schwerer Depression die Tötung und bekommt sie. 2013 wiederum verlangt Nathan Verhelst nach einer Geschlechtsumwandlung die Euthanasie wegen schwerer Identitätsprobleme. Er wird getötet, obwohl er weder krank ist, noch sich sein Leben dem Ende zuneigt. (…) Jedenfalls steigt die Zahl der Euthanasiefälle in Belgien kontinuierlich. 2015 waren es 2.000. Dazu kommen nicht gemeldete Fälle, bei denen die Patienten oft gar nicht gefragt werden.
Famille Chrétienne v. 1.-7.10.16

Boom beim
Munitionsverkauf
Die Bundesregierung hat die Ausfuhr von Kleinwaffen im ersten Halbjahr 2016 leicht zurückgefahren, doch haben sich zugleich die Exporte von Munition für diese Waffen verzehnfacht. Das geht aus dem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Rüstungsexportbericht für die erste Jahreshälfte hervor (…) Demnach sank der Wert der Genehmigungen für Kleinwaffen in den ersten sechs Monaten 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 12,4 Millionen auf 11,6 Millionen Euro. Der Wert der Genehmigungen für Munition kletterte hingegen von 27 Millionen auf 283,8 Millionen Euro.
Die wichtigsten drei Bestimmungsländer für Kleinwaffen, einschließlich Teilen und Munition, waren demnach Frankreich, der Irak und Polen. (…) Zu Kleinwaffen zählen Maschinenpistolen und -gewehre. Mit ihnen werden in Bürgerkriegen wie in Syrien die meisten Zivilisten getötet.
FAZ online v. 25.10.16
75 Prozent der weltweiten Waffenproduktion gehen auf das Konto von fünf Ländern: USA (30%), Russland (23%), Deutschland (11%), Frankreich, England. Wer da wohl ein Interesse haben mag, dass der Absatz für diese Waren floriert?

Hier versagt die Kirche
In den sechs Jahren, die ich nun bei Human Life International tätig bin, habe ich mehr als 60 Länder bereist. Auf dem Hintergrund mehrerer Dutzend Vorträge, die ich gehalten habe, und hunderter Gesprächsrunden in Pfarren schätze ich, dass 90% der Menschen nie eine Predigt über das Übel der Verhütung – und kaum ein Wort über deren abtreibende Wirkung – gehört haben und nichts über das schreckliche Verbrechen der Abtreibung.
Die Missionsreise, die mich vor kurzem nach Irland geführt hat, war nichts als eine weitere Bestätigung dieser Tatsache. Fast jeder, mit dem ich während unserer Konferenzen gesprochen habe, sagte mir, dass er von den Bischöfen und Priestern nie etwas über diese Themen gehört hatte. „Wir bekommen da kaum Wegweisungen, und dann wundern sie sich, dass Familien sich auflösen und Kinder ihren Glauben verlieren.“
Fr. Shenan Boquet, Präsident von Human Life International
Life Site News v. 10.10.16
Und dabei geht es um eine zentrale Frage, wie auch Kardinal Christoph Schönborn in einer Predigt 2008 festgestellt hat: „Die Schuld Europas, die Hauptschuld, ist das Nein zum Leben. Vor einigen Tagen habe ich im österreichischen Fernsehen auf die Frage eines Journalisten geantwortet: ,Europa hat dreimal Nein zu seiner eigenen Zukunft gesagt’. Das erste Mal im Jahre 1968, wir feiern jetzt 40 Jahre, durch das Ablehnen von Humanae Vitae. Das zweite Mal im Jahre 1975, als die Abtreibungsgesetze Europa überschwemmt haben. Das dritte Mal zur Zukunft und zum Leben. Gerade gestern habe ich aus Österreich die Nachricht bekommen, dass die Regierung der homosexuellen Ehe zugestimmt hat, auch in Österreich: das ist das dritte Nein…“ Wir sollten einen neuen Aufbruch zur Klarstellung wagen.

Obama bevorzugt Muslime
Barak Obama hatte zu Jahresbeginn versprochen, 10.000 syrische Flüchtlinge Asyl zu gewähren. Im Lauf des Jahres wurden um 1.000 mehr aufgenommen, also 11.000 bis Mitte September. Unter diesen gibt es insgesamt 56 (sechsundfünfzig) Christen. Die Christen sind die am meisten verfolgte Minderheit in Syrien. IS nimmt vor allem sie ins Visier, ebenso Al Nusrah (ehemals Ableger von Al Kaida in Syrien) und die Mehrzahl der fundamentalistischen Gruppen, die in den Reihen des Anti-Assad-Aufstandes kämpfen. Daher müssten sie auch aus einem rein humanitären Gesichtspunkt  – abgesehen von politischen und religiösen Motiven – Vorrang haben. Dennoch sind es nur ganz wenige, fast eine irrelevante Zahl.
La Nuova Bussola Quotidiana v. 3.11.16
Nicht nur die USA versagen im Umgang mit christlichen Flüchtlingen. Im Folgenden ein Bericht aus Deutschland:

Übergriffe in
Flüchtlingsheimen
Das deutsche Büro von Open Doors legt bei einer Pressekonferenz in Berlin am 17. Oktober einen neuen Lagebericht vor. Dazu wurden im Zeitraum Mai bis September Gespräche mit hunderten Flüchtlingen im gesamten Bundesgebiet geführt. Neu dokumentiert wurden dabei religiös motivierte Übergriffe auf 512 christliche sowie 10 jesidische Flüchtlinge in deutschen Asylunterkünften. (…)Von 743 Betroffenen berichten 617 (83 Prozent) von mehrfachen Übergriffen, 314 (42%) von Todesdrohungen, 416 (56%) von Körperverletzungen, 44 (6%) von sexuellen Übergriffen. Die Übergriffe gingen zu 91% (674) von muslimischen Mitflüchtlingen aus, zu 28% (205) von muslimischem Wachpersonal und zu 34% (254) von anderen Personen. Bei den Übergriffen waren oft auch mehrere Personen beteiligt. Mangelnde Hilfe seitens Wachdienste, Heimleitung sowie Behörden verschärfte nicht selten die Situation der Betroffenen. De Maizière: „Wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt.“
Kath.net v. 17.10.16
Als ob das alles wirklich eine Überraschung wäre! Es ge­nügt im Koran nachzulesen, welche Stellung Christen dort haben, wo Muslime in der Mehrzahl sind. Und sie sind auch in der Mehrzahl, wenn es um den Nachwuchs geht, denn ein Großteil der Migrantenfamilien sind Muslime:

Migranten-Familien
Im Jahr 2014 wurden rund 30% aller 8,1 Millionen Familien (in Deutschland, Anm.) als Familien mit Migrationshintergrund gezählt (mindestens ein Elternteil hat einen Migrationshintergrund, im folgenden MH). Empirisch kann festgestellt werden, dass in Migrantenfamilien traditionelle Lebensformen eher bewahrt werden. Die Auflösung der Institutionen Ehe und Familie ist hier noch nicht so weit fortgeschritten wie in der einheimischen, nicht-zugewanderten Bevölkerung.
Im Vergleich zu Familien ohne Migrationshintergrund
– basieren Familien mit MH häufiger auf einer Ehe (80%, ohne MH: 69%),
– sind Familien mit MH seltener geschieden (Anteil von Alleinerziehenden 14% gegenüber 21% bei der Bevölkerung ohne MH),
– haben sie zu einem höheren Anteil drei und mehr Kinder (15% gegenüber 9% ohne MH)
– sind Migrantenfamilien doppelt so häufig armutsgefährdet.
– Migrantenfamilien leben häufiger von staatlichen Transferleistungen als Familien ohne MH, ihr durchschnittliches Haushaltseinkommen ist geringer als bei Familien ohne.
– Migranten leben überdurchschnittlich oft in großen Städten (43,9% im Vergleich zu 27,8% der Bevölkerung ohne MH).
– Der Anteil der Kinder und Jugendlichen liegt bei der Bevölkerung mit MH deutlich höher als bei jenem Bevölkerungsteil ohne MH (28, 4% zu 15,4%).
– Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt ihrer Kinder unterscheidet sich – zugewanderte Frauen sind bei der Geburt ihrer Kinder jünger als nicht zugewanderte. In der EU sind zugewanderte Frauen um ein Jahr, in Deutschland um zwei Jahre jünger.
IDAF-Aussendung  v. 13.9.16

Zuversicht im
Angesicht des Todes
Heute, am 22. Dezember, wurden wir nach dem Semjonowplatz geführt. Dort wurde uns allen das Todesurteil verlesen, man ließ uns das Kreuz küssen, zerbrach die Degen über unseren Köpfen, hüllte uns in unsere Sterbegewänder (weiße Hemden). Darauf wurden zuerst drei Mann zur Vollstreckung der Hinrichtung an die Pfosten gestellt. Ich stand als sechster, aufgerufen wurden wir zu drei Mann, folglich war ich in der zweiten Reihe, und es blieb mir nicht länger als eine Minute zu leben – Da ertönte plötzlich ein Trommelwirbel, man führte die an die Pfosten Angebundenen zurück und verlas uns, dass Seine Kaiserliche Majestät uns das Leben schenke. Darauf erfolgte die Verlesung des wirklichen Urteils. (Vier Jahre Zwangsarbeit).
Ich habe heute drei Viertelstunden lang dem Tode ins Antlitz geschaut, und ich habe diesem Gedanken standgehalten. Ich habe meine letzte Stunde schon durchlebt, und nun fange ich noch einmal an zu leben. Ich blicke zurück auf die Vergangenheit und denke an die verlorene Zeit, die dahingegangen ist in Irrungen, Verfehlungen, Trägheit, Unkenntnis des Lebens. Warum habe ich den Wert des Lebens nicht besser erkannt? Wie oft habe ich mich versündigt an meinem Herzen und an meiner Seele! Mein Herz blutet. Das Leben ist ein Geschenk Gottes, das Leben ist ein Glück, jede Minute kann, wenn sie vom Glück erfüllt ist, zur Unendlichkeit werden. Nun gestaltet sich mein Leben neu, es wurde neu geboren in neuer Form.
Fjodor Dostojewski (Brief an den Bruder) in PURmagazin 11/16
Müsste eigentlich für uns alle eine Ermutigung sein, sich auch in schwierigen Situationen die Kostbarkeit des Lebens in Erinnerung zu rufen.

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