VISION 20001/2017
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Alle in die Mission?

Artikel drucken Warnung vor dem Einigeln in der Kirche (Clotilde Hamon)

Wo die Kirche ihren missionarischen Elan verliert, ist sie gefährdet. Sie beginnt, um ihre eigenen Probleme zu kreisen. Ein Weckruf.


Henri de l’Éprevier, Pfarrer in Paris, erinnert daran, dass die Kirche sich in den ersten Jahrhunderten in der Konfrontation mit dem Heidentum und später mit den unzivilisierten Völkern entwickelt hat, zu einer Zeit, in der sie selbst in Häresien verwickelt war.
„Die Mission der Kirche besteht nicht darin, sich selbst am Leben zu erhalten, sondern Christus zu verkündigen. Wenn die Sorge um die klare Verkündigung des Evangeliums erlischt, kapseln sich die Gemeinschaften ab, kreisen um innerkatholische Probleme, und einzelne Ideen laufen dann dem Absolutheitsanspruch des Glaubens den Rang ab. Ohne den Austausch zwischen Christus und jenen, die Ihn nicht kennen, begnügt man sich, das Werkel am Laufen zu halten. Zuletzt geht man sang- und klanglos in Konkurs.“
Das geschieht, wenn sich die Katholiken einigeln, ihre Fauteuils mit Schonbezügen versehen, um sich vor der Welt zu schützen, oder im Gegensatz dazu, sich so an die Welt angleichen, dass sie das Evangelium nicht mehr verkünden.
Für P. de l’Éprevier sind wir sowohl unserem Schicksal zu sehr ergeben als auch zu ängstlich: „Nichts ist endgültig entschieden, Christus kann jederzeit alles auf den Kopf stellen! Es genügt aber auch nicht, sich untätig zurückzulehnen und darauf zu warten, dass der Heilige Geist endlich etwas unternehme.“
Also alle in die Mission? „Es geht nicht um simplen Aktivismus,“ setzt der Priester fort, „sondern es geht um einen umfassenden Einsatz, der zwingend erfordert, dass man sich Gedanken über den eigenen Glauben gemacht hat, und der vom Gebet getragen sein muss.“

Auszug aus Famille Chrétienne v. 2.10.16

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