VISION 20003/2017
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Schließ Frieden!

Druckansicht Vergeben: Das Böse mit Liebe vergelten (Herbert Madinger †)

Wieviel Hast, Ärger, Kränkung, Streit in unserem Alltag – wie leicht dreht sich die Spirale des Unfriedens! Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, braucht es Friedensstifter. Ein Appell.

Der Zorn hat
viele Brüder
Zorn ist eine unheimliche Sache. Denn er macht blind: „blinder Zorn“. Nachher tut es Dir leid, was Du getan hast. Im Zorn toben Kräfte in Dir, die Du noch nicht gebändigt hast. Da schlägst Du Wunden, die tief gehen und schwer heilen. Der Zorn hat eine Menge Brüder, die so schlimm sind wie er: Gereiztheit, Erbitterung, Ärger, Unwille, Entrüstung, Erbostheit, Schärfe, Bissigkeit, Schroffheit, Angriffslust, Heftigkeit, Weiß­glut, Wutausbruch, Koller, Gift und Galle; böse sein, wild werden, sich aufregen, in die Höhe fahren, losfahren auf den anderen, die Geduld verlieren, sich nicht beherrschen können, außer sich geraten, aus der Haut fahren, platzen, toben, kochen vor Zorn, die Fäuste ballen, auf den Tisch schlagen, mit den Füßen stampfen, mit den Zähnen knirschen, vor Wut zittern, seinen Ärger in sich hineinfressen, fuchsteufelswild, wie eine Furie, rasend vor Wut ... Freund, ein Heer von Dämonen!
Lern die Geduld bei Jesus. Geduld hast Du nur, wenn Du zum Dulden bereit bist. Ertragen kannst Du die Situation nur, wenn Du zu tragen bereit bist. Nimm Dein tägliches Kreuz auf Dich! So wie Jesus.

Soll ich mir alles
gefallen lassen?
Wenn uns Unrecht geschieht, dann tobt in uns der Zorn, wir sind empört, die anklagenden Gedanken lassen uns nicht zur Ruhe kommen, am liebsten würden wir dem anderen „unsere Meinung sagen“ und ihn „fertigmachen“, bis die Rechnung wieder glatt ist.
Aber Gott sagt Dir: „Rächt euch nicht selber!“ (Röm 12 19) Sonst schaffst Du neues Unrecht. Deine scharfe Zunge und Dein vernichtendes Urteil würden den Teufelskreis nur vergrößern, nicht durchbrechen. Gott wird Dir Gerechtigkeit verschaffen!
Aber Du sagst: „Soll ich mir vielleicht alles gefallen lassen?“ Freund, ich sage Dir ein Geheimnis, wie Du die Herzen der anderen verwandeln kannst. Wenn er zu Dir böse war und Dir oftmals Böses angetan hat und Du dennoch zu ihm gut bist: das verwundert ihn! Da beginnt er nachzudenken, in sich zu gehen und einzusehen: „Ich habe ihm Unrecht getan!“
Freund, wenn Menschen zu Dir böse sind, Du aber bleibst gut zu ihnen, das ändert ihr Herz, ihr Innerstes, ihren Kern! Selbst wenn ihr Charakter verwildert und boshaft war: Wenn Du Böses mit Gutem vergiltst, kannst Du die Herzen verwandeln! So wie Jesus. Er hat das Böse mit Liebe vergolten. So hat Er uns gewandelt.

Vergib! Sonst wird Dir nicht vergeben
Das ist der Inhalt des fünften Gebotes: Vergib! Sonst zerstörst Du die Liebe bis auf den Grund. Wenn wir nicht vergeben, kann Gott uns nichts geben. Wie kann Er uns Gutes geben, wenn unser Herz vom Bösen erfüllt ist? Gott kann uns nicht vergeben, solange wir unversöhnlich sind und damit das Böse im Herzen behalten. Vergebt, so wird Euch vergeben werden!
„Wenn ihr den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ (Mt 6, 15) Darauf besteht Jesus: Vergib! Erst dann kann Gott Dir helfen, Dich trösten, stärken, segnen, heilen und befreien. „Ver-Gebung“ ist eine Gabe, ein Geben: Du bewahrst dem anderen Dein Herz, Deine Nähe, Deine Güte, Deine Treue.
Deine Vergebung gelingt nur um den Preis des Kreuzes. Den anderen kannst Du nur dann ertragen, wenn Du das Kreuz trägst, das er Dir aufgeladen hat. Geduld mit dem anderen gelingt Dir nur dann, wenn Du vieles erduldest, vieles auf Dich nimmst. Und nicht zurückschlägst. Denn die Gewalt verewigt das Böse. Die Vergebung verewigt die Liebe. Vergib!

Mach Frieden – in deinem Interesse!
Die Welt ist in einer endlosen Kette von Feindschaft und Hass, Streit und Zorn, Gewalttat und Blut gefangen. Und jede Gewalt gebiert neue Gewalt, Hass, Zerstörung ... Nach dem Motto: „Wie Du mir, so ich Dir.“ Ein Meer von Blut und Tränen. Dieses Nicht-Verzeihen zerfrisst die Familien, die Völker und die Gesellschaft. Der Vater gegen den Sohn, die Mutter gegen die Tochter, die Kinder gegen die Eltern ... Freund, wo Hass ist, dort ist Gott nicht! Nur dort, wo Liebe und Güte herrschen, wohnt Gott. Nur dort ist Segen, nur dort gelingt Dein Leben!
Deswegen sagt Jesus: Vergib! Mach Frieden! Versöhn Dich wieder! Und zwar in Deinem ureigensten Interesse. Erst wenn der Frieden wieder in Deinem Herzen ist, dann ist Segen über Dir! Segen in Deinem Denken und Tun. Warum sollst Du Dir durch Deinen Widersacher den Frieden aus dem Herzen stehlen lassen? Dann geht bei Dir alles schief! Freund, verzeih wie Jesus, der Gekreuzigte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23, 34)

Aus: Komm zurück! Ein Beichtbüchlein. Von Herbert Madinger. Katholische Glaubensinformation, A-1153 Wien, Reindorfgasse 21

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