VISION 20005/2017
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Leserbriefe

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Es fehlt die Bereitschaft zur Bindung
„In Russland blüht der Glaube auf“, liest man in der VISION 4/17: 1.600 Männer seien 2016 in russisch-orthodoxe Priesterseminare eingetreten, 6.000 bereiten sich auf die Priesterweihe vor. Vergleichsweise ist Österreich ja nur ein kleines Land, aber wenn sich im laufenden Jahr kein einziger (!) Priesterkandidat im „heiligen Land Tirol“ und kein einziger in der Diözese Graz-Seckau der katholischen Priesterweihe gestellt hat, dann müssten schon „alle Alarmglocken läuten“.
Es scheint, dass junge Männer gerne zu kirchlichen „Drei-Tages-Events“ fahren, so zu den Weltjugendtagen und kürzlich zu den  Pfingstfeiertage nach Salzburg-Stadt, wo sich 7000 (auch weibliche) Anhänger zu einem Treffen einer Loretto-Bewegung eingefunden haben. Aber eine langfristige Lebensverpflichtung einzugehen – offenbar „nein danke“! Und es gibt kaum einen Staat in Europa, wo der Anteil der Konfessionslosen an der Gesamtbevölkerung nicht stetig wüchse (mehr als jener der Muslime). Dann wird stets vertröstet, auf anderen Kontinenten sei dies anders, vor allem in Schwarzafrika. Doch davon soll man sich nicht täuschen lassen: Dort in ein Priesterseminar einzutreten, bedeutet eine gesicherte Versorgung und berufliche Zukunft, die man im „zivilen Leben“ nur sehr schwer bekommt, die Bezahlung der Studienkosten durch Paten der Weltmission in Europa, auch die Aussicht einer späteren Übersiedlung ins „gelobte Land“ der EU, wo man gebraucht wird, während dorthin als Flüchtling zu streben immer aussichtsloser wird. Damit soll nicht in Abrede gestellt werden, dass es echt charismatische Priester aus dem „Schwarzen Kontinent“ auch gibt.
Dr. Franz Rader, 1070 Wien
In Afrika blüht ganz allgemein der Glaube, daher auch die Priesterberufungen. Um ein solches Aufblühen müssen wir uns auch hier bemühen. Es würde ähnliche Folgen haben. In Heiligenkreuz, wo der Glaube lebendig erfahrbar ist, gibt es viele Berufungen.

Geistige Kommunion
Zutiefst ist zu bedauern, dass Kardinal Müller keine zweite Amtszeit erhalten hat. So ist zu hoffen und zu beten, dass sein Nachfolger, Erzbischof Ladaria, in dessen konservative Fußstapfen tritt. Kardinal Müller stellte klar, dass es in der katholischen Kirche keine Polygamie gibt! So sehr unser Hl. Vater lobt, wenn sich Bischöfe zu den aktuellen Anliegen äußern, so kann es explizit nur ein Lehramt geben, nicht eines des Papstes und eines von Bischöfen. Die durch Scheidung und Wiederverheiratung betroffenen Katholiken mögen doch bei ihrer Sehnsucht nach Vereinigung mit unserem Heiland in der hl. Kommunion bereit sein, in Ehrfurcht und Demut die Geistige Kommunion zu pflegen. Wie alle Gläubigen wissen sie, dass der Empfang zu Lebzeiten des ersten Ehegatten nicht möglich ist, wie auch nicht das Bußsakrament ohne Bereitschaft zur Enthaltsamkeit (wegen der Unauflöslichkeit der Ehe). Schließen wir die betroffenen Mitchristen in unser Gebet ein!
Josefa Langwald, Stuttgart

Mit der Gnade rechnen
Manche wiederverheiratete Geschiedene möchten gerne die heilige Kommunion empfangen. Falls ihre erste Ehe gültig ist, ist nach der 2000-jährigen Lehre der Kirche ein Kommunionempfang nicht erlaubt. Ist die geistige Kommunion ein Ersatz? Vermittelt sie Gnaden für den Betroffenen? Antwortet der Herr denn nicht auf die Sehnsucht eines Menschen, der sich mit Gott verbinden will? Zweifellos ist diese Sehnsucht in den Augen des Herrn ein Wert, der ihn vor jenen auszeichnet, die sich in Gleichgültigkeit um Gott und sein Gebot überhaupt nicht kümmern.
Wenn der Apostel Paulus in liebevoller Sorge den Ernst der Situation aufzeigt und die Gläubigen mahnt: Wer „unwürdig“ den Leib des Herrn empfängt, „der isst und trinkt sich das Gericht“, dann erwartet Gott vonseiten des Menschen, dass er die so ernste Situation im Sinne Gottes zu beheben sucht.
Das Gebet des in der Keuschheit selber geprüften hl .Thomas von Aquin um die Tugend der Keuschheit zeigt realistisch den Weg dazu auf: „Mein lieber Jesus, ich weiß ganz wohl, dass jedes vollkommene Geschenk, und mehr als jedes andere das der Keuschheit, von dem überaus mächtigen Einfluss Deiner Gnade abhängt und dass ohne Dich kein Geschöpf etwas vermag. Darum bitte ich Dich, Du wollest mit Deiner Gnade die Keuschheit sowohl meiner Seele als auch meines Leibes verteidigen…“ Diese ermutigende Glaubenswahrheit, dass Gott für schwere Situationen Seine Gnaden bereitstellt, ist uns leider weithin verlorengegangen. Sie wartet darauf, wieder entdeckt und ins Leben umgesetzt zu werden. Das heißt auch, sich nach den gesunden Hinweisen vom hl. Papst Johannes Paul II. in Familiaris consortio auszurichten, worauf die polnische Bischofskonferenz in ihrer jüngsten Stellungnahme zum Problem hingewiesen hat: Wenn eine Trennung vom Partner aus der zweiten Verbindung aus schwerwiegendem Grund, z.B. der Erziehung der Kinder, nicht möglich ist, sich jener Akte zu enthalten, die Eheleuten vorbehalten sind. Mit der Hilfe der Gnade Gottes, aber nur mit ihr, ist dies möglich, wie beeindruckende Beispiele zeigen.
Hilde Bayerl, D-81241 München

Brieffreundschaft
Ich bekomme VISION2000 von einer Freundin aus Österreich. Habe eine Bitte: ich wünsch mir Brieffreunde in Österreich oder Deutschland, freue mich über jeden Brief.
Maria Halina Wilczyk
Witose 21 m3
PL-67-100 Nowa Sol

Fatima-Botschaft bleibt aktuell  
„Betet täglich den Rosenkranz – und hört auf, Gott zu beleidigen.“ Diese Worte müsste man heute in die Welt hinausschreien. Warum? Weil sie Worte einer liebenden Mutter sind, die das Heil und die Rettung der Welt, der Menschheit und jedes einzelnen Menschen will. Es ist die Sorge, die Maria, unsere himmlische Mutter, vor 100 Jahren in Fatima ausgesprochen hat und die bis heute nicht geringer geworden ist.
100 Jahre Fatima – Jubiläumsjahr! Wer spricht schon davon? Auch kirchliche Berichte sind selten geworden. Andere Themen scheinen wichtiger, obwohl der Papst den Erscheinungsort besucht und die beiden Seherkinder heiliggesprochen hat. Fatima ist von der Kirche anerkannt, aber trotzdem vielen „fremd“ geblieben, trotz seiner Wichtigkeit. Fatima fehlt in der Verkündigung.
Aber was macht Fatima so wichtig? Fatima ist vielleicht die größte, wichtigste und eindringlichste Botschaft des Himmels an unsere Zeit. Heute genau so wichtig wie vor 100 Jahren. Es gibt keinen Menschen, der aus dem Schlamassel unserer Zeit heraus weisen kann. So kommt uns Gott selber entgegen. Er schickt uns Seine Mutter! Und was ist ihre Botschaft? „Bekehrt Euch! Bringt Opfer für die Sünder und betet täglich den Rosenkranz! Hört auf, Gott zu beleidigen, der schon zu viel beleidigt worden ist!“
Im Grunde genommen nichts Neues. Genau das, womit schon der Täufer und später Jesus selbst ihre Verkündigung begonnen haben. Bekehrung – eine „Pille“, die nicht immer schmeckt, aber jedem heilsam ist. Die Sorge dieser guten Mutter ist ja: „Unser Himmel“, unsere Rettung, unser ewiges Heil, weil viele den Weg des Verderbens gehen… Und deshalb ist diese Botschaft so wichtig.
Karl Schinzel, A-8045 Graz

Noch keiner
kam zurück
In einem Leserbrief in Vision 4/17 stand u.a. der Satz „… es ist ja noch niemand von drüben zurückgekommen!“ Dazu möchte ich allen Lesern, die dieselbe Meinung vertreten, das Buch „Der Blitz hat eingeschlagen“ von Gloria Polo Ortiz empfehlen. Frau Dr. Polo, Zahnärztin in Kolumbien, wurde 1995 vom Blitz getroffen, es verbrannte innerlich und äußerlich ihr gesamter Körper, Herzstillstand trat ein. Die Ärzte im Krankenhaus hatten sie aufgegeben; sie hat überlebt… Beim Erleben ihres eigenen Gerichts in der Ewigkeit hat sie den Auftrag bekommen, in der Welt Zeugnis abzulegen und diese Erfahrung weiterzugeben zwecks Neuevangelisation, zur Rettung der Seelen.
Hermine Winter,
A-3380 Pöchlarn


Doppeltes Drama
Die Freiheit in der Geschwindigkeit zu suchen, bringt Nachahmer von Akrobaten nicht selten in Lebensgefahr. Eine unfallfreie Ausfahrt wird als Selbstverständlichkeit wahrgenommen; wie oft dabei wohl der Schutzengel „grenzwertig“ beansprucht wird? Wenn es aber doch passiert, dass ein lebensfroher Mensch mitten aus dem Leben gerissen wird, kann von einem doppelten Drama ausgegangen werden: Die schmerzliche Abschiedserfahrung für die Angehörigen wird von der unvorbereiteten Begegnung des Sterbenden mit dem Endgültigen und Unbestechlichen dramatisch übertroffen ... „Es ist noch niemand zurückgekommen“, ist durch Frau Dr. Gloria Polo eindrucksvoll entkräftet…
Gebhard Blesl, E-Mail
Hier handelt es sich um „Nahtoderfahrungen. Zurück­gekommen ist vor allem der Herr Jesus selbst: „Hinabgestiegen in das Reich des Todes, auferstanden von den Toten…“

Gilt analog für
Homosexuelle
Für den wunderbaren Artikel über „die Wichtigkeit der Seel­sorge für Menschen, die in eine Abtreibung verstrickt waren" (4/17 „Die Kirche hätte eine große Chance“) möchte ich mich bei Frau Lindner und der Redaktion sehr bedanken! Fast alle ihre Anregungen sollten wir Christen und die Amtskirche genauso zu der ebenfalls so aktuellen Frage um Homosexualität analog umsetzen.
Hier einige Beispiele: „Doch wer hilft Homosexuellen?“; „Man lässt die Homosexuellen weiter alleine und kann ihnen nicht wirklich helfen“; „Das Thema Homosexualität und ihre Folgen für die Betroffenen wäre eine Riesenchance für die Kirche“; „… in vielen Fällen leidvolle und dramatische Entscheidungen“; „Der Schwerpunkt sollte immer auf der Liebe, Gnade und Vergebung Gottes liegen, ohne die Schuld und Verantwortung zu leugnen oder zu verdrängen – das tun die Homosexuellen selbst, oft schon seit Jahren“.  „Was wäre das für eine Pressekonferenz: Die Bischofskonferenz spricht alle Homosexuellen direkt an, bietet Seelsorge, Gespräche, Versöhnung, Beichte – die ganze Palette der Kirche, die ganz wunderbar helfen könnte, tiefe Wunden zu heilen.“ Einen wunderbaren Film dazu findet man auf youtube unter:
The Third Way: Homosexuality and the Catholic Church. Hier wird auch das Thema Enthaltsamkeit offen angesprochen.
Carl Philip Clam, E-Mail
Siehe auch S.  11.

Zur Tötung verführt
Die verschiedenen Unternehmungen gegen die Tötung der ungeborenen Kinder im Mutterleib und die Zeugnisse der Mütter und Betroffenen führen uns vor Augen, wie wichtig es ist, dieses Thema um das größte Grauen unserer Zeit in der Gesellschaft wach zu halten. Was kann es noch Schlimmeres geben, als wenn Mütter ihre Kinder zum Töten freigeben? Bei jeder Abtreibung stirbt nicht nur ein Mensch, sondern auch die Seele und das Herz der Mutter, die durch eine verbrecherische Gesetzgebung zur Tötung ihrer eigenen Kinder verführt werden.  
Sofie Christoph, E-Mail


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