VISION 20001/2019
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Das Wichtigste: gut vorbereitet sterben

Artikel drucken (Christoph Haider)

In pastoralen Gesprächen zeigt sich, dass sich viele Menschen einen möglichst schmerzlosen Tod wünschen: Am Abend schlafen gehen, in der Nacht einfach einschlafen und nicht mehr aufwachen. Auch den sogenannten Sekundentod bezeichnen Leute als „gutes Sterben“. Es ist hart für die Angehörigen, sagen sie, für den Betroffenen sei es jedoch das Beste.
Diese Einstellung zum Tod ist auf rein menschlicher Ebene verständlich. Wer möchte schon viel oder lange leiden! Wenn der Tod das absolute Ende des Lebens ist oder automatisch in ein schöneres Leben führt, dann wäre das möglichst schnelle und schmerzfreie Sterben allgemein erstrebenswert. (…)
Wenn das Ziel des Lebens unsere Heimat im Himmel ist, ist das Wichtigste beim Sterben, gut darauf vorbereitet zu sein. Deshalb sind die Stunden, Tage oder Wochen, die uns zum bewussten Abschiednehmen geschenkt sind, so kostbar. Auch eine Krankheit kann unter Umständen eine Zeit des Reifens sein.
Ich habe es schon oft erlebt, dass eine ganze Familie rund um das Krankenbett eines ihrer Familienmitglieder neu zusammenfindet und die Liebe ganz neue Dimensionen annimmt. Ein älterer Herr in Lederjacke und mit Motorrad erzählte mir bei einem Dorffest über die letzte Zeit mit seiner verstorbenen Gattin: „So richtig innig wurde unsere Liebe erst in der Zeit der Krankheit.“
Und nun das Wichtigste zu diesem Thema: Niemand von uns kann sich die Stunde und die Umstände seines Todes aussuchen. Das liegt nicht in unserer Hand. Aber wir können Gott um einen guten „Heimgang“ bitten. Wie immer unser Tod aussehen wird, der Herr soll es fügen, dass wir darauf gut vorbereitet sind.

Auszüge aus seinem Buch: Das Ziel vor Augen (S. 31f), die Besprechung des Buches findet man auf Seite  22.

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