VISION 20004/2019
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Wir dürfen Gott um alles bitten – aber wie?

Artikel drucken Anregung zum Bittgebet (Benjamin Coste)

Das Bittgebet ist jene Gebetsform, die uns am leichtesten von den Lippen kommt. Vor allem in schwierigen Situationen. Daher auch der Spruch: „Not lehrt beten“. Aber wie sollte man seine Bitten an Gott herantragen? Im Folgenden ein Beispiel, in welcher Form Bittgebete Gott gefallen könnten.

Ein Mädchen vertraut sich dem Priester in der Pfarre an. Sie sagt: „Pater, ich hätte die Gelegenheit, ein tolles, für mein Berufsleben entscheidendes Praktikum zu machen. Aber wir sind 30 Bewerber für 20 Plätze.“
Darauf der Priester: „Wunderbar, ich werde Gott das Anliegen anvertrauen.“ Sofort darauf ihre Antwort: „Nur das nicht! Meine Gebete werden nie erhört.“
Worauf der Priester sie dazu animiert, ihr Gebet zu formulieren. Sie betet: „Herr, ich will dieses Praktikum!“
Darauf meint der Priester, sie sollte das etwas ausführlicher aussprechen. So fügt sie hinzu: „Herr, Du Allmächtiger, danke, dass Du mir dieses Praktikum ermöglichen wirst.“
Worauf der Priester ihr vorschlägt: „Sollten wir nicht eher den Herrn bitten, das Praktikum jenen Kandidaten, die es am meisten brauchen, zukommen zu lassen?“
Das Mädchen brummelt: „Dann riskiere ich womöglich, es nicht zu bekommen…“ Dazu bemerkt der Priester: „Wenn du von Gott eine Wohltat erbittest, diese aber nicht ebenfalls den 29 anderen Kandidaten gönnst, bist du da sicher, dass dies ein wirklich rechtes Gebet ist?
Nach kurzem Bedenken versteht das Mädchen, was der Pries­ter ihr sagen wollte und ist bereit, so zu beten, wie der Pfarrer es vorgeschlagen hatte. Einige Tage lang beten beide in diesem Anliegen. Und das Mädchen hat den Platz im Praktikum bekommen.

Famille Chrétienne v. 13.1.12


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