VISION 20004/2019
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Darf die Kirche vom Teufel reden?

Wie kann man vom Teufel reden, ohne den Menschen Angst zu machen?
P. Meiattini: Sind wir wirklich sicher, dass es – auch vom anthropologischen Gesichtspunkt – eine weise Entscheidung ist, die Sprache der Angst zu vermeiden? Denken Sie nur an die weit verbreiteten Horrorfilme oder -romane, die von bösen Geistern aller Art bevölkert werden. Warum sehen sich Millionen von Menschen diese schrecklichen Filme an? Weil sie einen Ersatzritus brauchen, in dem sie eine „kontrollierte“ Angst erfahren, um sie – am besten mit einem in einer gewissen Weise befreienden Finale – zu überwinden. Dem Schweigen der Kirche über die diabolischen Mächte und die Angst, die diese unweigerlich einflößen, entspricht das Wiederaufblühen dieser Gegebenheiten in anderen Bereichen.

Was sagt das Schweigen über den Teufel über die Kirche aus?
P. Meiattini: Wenn die Kirche die Symbole des Bösen und der Angst eliminiert, deren Repräsentant schlechthin der Teufel ist, zeigt sie, dass sie den Menschen nicht kennt, und vergisst, dass für die Verbundenheit mit Christus ein Kampf gegen die Mächte des Bösen ausgetragen werden muss und nicht nur gegen ihre sozialen und psychologischen Begleiterscheinungen. Am Ende werden diese Symbole woanders gesucht, doch auf verzerrte Weise und verbunden mit schweren Gefahren und häufig schädlichen Folgen.
Auszug aus einem Interview mit P. Meiattini, Mönch der Abtei Santa Maria della Scala in Bari, der  an der Hochschule Sant’Anselmo in Rom Fundamentaltheologie lehrt.
Die Tagespost v. 2.5.19
Wie recht P. Meiattini hat, zeigt die folgende Meldung:

Hexenkulte im Vormarsch
Je mehr die Jugend sich abwendet vom Chris­tentum, umso mehr nimmt der Hexenkult zu. Liest man das so, erscheint die Gleichsetzung allzu simpel und bigott. Jedoch genau das titelte nicht etwa irgendein Pfarrblatt in der Provinz, sondern das super-laizistische Newsweek im November… Aus welchem Motiv, könnte man fragen, beschäftigt sich eine keineswegs religiöse Zeitung (…) mit dem Phänomen Hexenkult – noch dazu in besorgtem Ton? Aus einem einfachen Grund: dem exponentiellen Wachstum dieser Form von antiker und neuer Religiosität. Es reicht, daran zu erinnern, dass sich 1990 die Zahl der Wicca-Hexen  – also jene, die sich mit der neuheidnischen Galaxie identifizierten – einer Studie des Trinity College zufolge auf 8.000 belief. Gar nicht so wenige, nebenbei bemerkt. Wie schlimm jedoch, dass es 2008 schon 340.000 gab und 2018 sogar viermal so viele. Mit dem Ergebnis, dass sich laut Catholic News Agency heute rund 1,5 Millionen Menschen für diesen Kult interessieren. Eindrucksvolle Zahlen, wenn man daran denkt, dass die Zahl der praktizierenden Presbyterianer insgesamt bei 1,4 Millionen liegt.
La Nuova Bussola Quotidiana v. 6.2.19
Wer sich mit dem Widersacher einlässt, setzt eben auch entsprechende Handlungen, wie man in Frankreich sieht, wo der Okkultismus ebenfalls blüht:

Starker Anstieg bei Entweihungen
Christenfeindliche Handlungen nehmen zu. Exponentiell. Von 2008 bis 2018 um 220% in Frankreich! Das Pfingstwochenende hat leider das Seine an Scheußlichkeiten beigetragen. In der Diözese Toulouse beklagte Bischof Robert Le Gall die Profanierung hunderter Gräber auf dem Friedhof von Terre-Cabade. Gleiches am „col de l’Échelle“ in der Diözese Gap, wo Bischof Xavier Malle die Vandalisierung eines Gefallenen-Denkmals und einer Kapelle angeprangert hat. Im Westen (den Regionen Aquitaine-Limousin-Poitou-Charente und Bretagne), in Paris und weiters im Norden finden die meisten Vandalismen und anti-christlichen Handlungen statt.
FC v. 20.6.19

Nur normal-männliche Männer als Priester
Männer mit homosexuellen Neigungen nach ihrer Pubertät sind nicht geeignet für das Priesteramt, weil Homosexualität eine Gefühls- und Persönlichkeitsstörung auf dem Gebiet der Männlichkeit ist. Priester sollen normal-männliche Männer sein, das heißt, erwachsen männlich in Bezug auf ihren Charakter und ihre sexuellen Gefühle. Das ist der wichtigste Grund, warum Männer mit dieser Orientierung weder zur Priesterweihe noch zum Pries­terseminar zugelassen werden sollten. Das gilt für alle Zeiten und kulturelle Umstände, nicht speziell für die dekadente Zeit, die wir heute mit ihren Miss­brauchs­skandalen erleben. Wenn man diese Grundregel beachtet hätte, dann hätte auch die Missbrauchs­epidemie seit ungefähr den sechziger Jahren zweifellos nicht stattgefunden. (…) Da Homosexualität und Pädophilie suchtartig sind und weitaus mehr als normale Heterosexualität zu Verführung und Belästigung tendieren, ist die übergroße Mehrzahl der priesterlichen Missbrauchsfälle von Jugendlichen und Kindern homosexueller Natur. Wobei dann noch eine Dunkelziffer dazukommt in Bezug auf den homosexuellen Missbrauch junger erwachsener Seminaristen.
Auszug aus einem Interview mit Gerard van den Aardweg, niederländischer Psychotherapeut, Autor mehrerer Bücher zum Thema Homosexualität in Die Tagespost v. 9.5.19
Erstaunlich, dass sich jemand heute noch traut, das so deutlich zu sagen. Und erstaunlich, dass sich die eigens zum Thema Missbrauch einberufene Synode in Rom zu diesem Thema ausgeschwiegen hat.

Des Lesens unkundig
Im Rahmen der Studie Leo 2018 – Leben mit geringer Literalität wurden im Jahr 2018 etwa 7.200 Menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren befragt. Auf der Jahreskonferenz der Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016-2026 in Berlin präsentierte das Forscherteam der Universität Hamburg nun (…) die Ergebnisse: bei rund 6,2 Millionen der Erwachsenen reichten deren Lese- und Schreibkompetenzen für eine volle berufliche, gesellschaftliche und politische Teilhabe nicht aus. Mit 52,6% habe mehr als die Hälfte von ihnen Deutsch als Muttersprache. „Geringe Literalität bedeutet in unserer Studie, dass Erwachsene Texte nicht sinnentnehmend lesen können und sie auch nicht sinnproduzierend schreiben können. Das heißt aber sehr wohl, dass sie einzelne Buchstaben und Wörter kennen; auch einzelne Sätze können sie erlesen und schreiben. Das allerdings in aller Regel in einer Geschwindigkeit, die zeigt, wie mühsam es für sie ist. Menschen aus dieser Gruppe sagen meist über sich selbst: Ich kann nicht richtig lesen und schreiben,“ so Anke Grotlüschen, Professorin für Lebenslanges Lernen an der Universität Hamburg und Studienleiterin.
IEF-Newsletter v. 24.5.19
Die vielen links-ideologisch geprägten Bildungsreformen tragen eben ihre Früchte. Wie linkslastig das Klima im Bildungssystem ist, zeigen auch die folgenden, bedenklichen Statistiken aus Österreich:

Linke theologische Hochschulen
Die in Österreich abgehaltenen ÖH Wahlen haben erneut gezeigt, dass die Studentenvertreter an theologischen Ausbildungsstätten zum Teil mehrheitlich von links(extremen) Gruppierungen dominiert wird. So haben an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Erzdiözese Wien fast 27%die Grüne Fraktion gewählt, 17,5% die Sozialisten und sogar 1,44 die Kommunisten. Damit erreicht die Linke dort mehr als 47% der Stimmen. Fast die absolute Mehrheit erreichten die linken Gruppen an der Katholisch Theologischen Privatuniversität in Linz. Mehr als 32,47% wählten dort die Grünen, fast 12 Prozent die Sozialisten. Die Kommunisten kamen dort auf 2,6 Prozent. Damit erreicht die Linke dort 49,36%. Die absolute Mehrheit (56,22 Prozent) erreichte die Linke schließlich an der Privaten Pädagogischen Hochschule der Stiftung der Diözese Graz-Seckau. (…) Diese Zahl wird aber von der Privaten Pädagogischen Hochschule Stiftung Burgenland (Diözese Burgenland) noch getoppt. Dort erreichten die Linksgruppen 59,15% …
kath.net v. 3.6.19
Man muss sich vorstellen, dass es sich hier um jene Personen handelt, die künftig als Religionslehrer oder Pastoralassistenten für die Glaubensverkündigung verantwortlich sein werden.

Kurz bei Gebetstreffen
„Awakening Europe“, so nennt sich eine Veranstaltung in Wien, die vier Tage lang 10.000 Chris­ten in der Wiener Stadthalle versammelte. Medien berichteten im Vorfeld kaum, doch das änderte sich wenige Stunden vor Ende der Veranstaltung schlagartig. Was war passiert? Sebastian Kurz, der ehemalige Bundeskanzler der Republik Österreich, hatte die Veranstaltung besucht. Nur wenige wussten darüber im Vorfeld Bescheid, bekannt wurde es erst am Sonntag knapp vor dem Eintreffen des Ex-Kanzlers. Sebastian Kurz sprach lediglich einige wenige knappe, aber freundliche Grußworte. Er war bereits dabei, die Bühne zu verlassen, als Ben Fitzgerald, evangelikaler Pastor aus Australien und Leiter von „Awakening Europe“, den Impuls hatte, für Kurz zu beten. Kurz selbst wusste im Vorfeld nichts davon.
kath.net v. 17.6.19
Dieser Auftritt des Ex-Kanzlers wurde heftig kritisiert – selbst von kirchlichen Stellen. Als wäre es unanständig, dass ein um Stimmen werbender Politiker betende Christen für sich gewinnen will. Dass sich Österreichs Bundespräsident gleichzeitig massiv mit den Anliegen der Schwulen, Lesben, usw. identifizierte, stieß nicht auf Kritik – auch nicht bei Vertretern der Kirche.

Bundespräsident bei EuroPride
Liebe Teilnehmer*innen an der Regenbogenparade für ein aufgeschlossenes und freies Europa! Als erstes Staatsoberhaupt, das bei einer EuroPride eine Ansprache hält, möchte ich Ihnen sagen, dass mir dieses „Coming Out“ und das Zeichen, das damit gesetzt wird, große Freude bereitet: Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Intersex und queere Personen leben inmitten unserer Gesellschaft und werden auch weiterhin ein sichtbarer, respektierter und integraler Teil unserer Gesellschaft sein!
Bei Ihrer Bewegung geht es aber nicht nur um gleiche Rechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender-Personen, intergeschlechtliche und queere Menschen. Es ist eine demokratische Bewegung, die die Freiheit aller Menschen stärkt und Vielfalt sichtbar macht. Dies ist gerade in Zeiten, in denen diese Freiheiten infrage gestellt werden, besonders wichtig. (…) Als Bundespräsident dieses Landes rufe ich allen LGBTIQ- und heterosexuellen Menschen – auf diesem Platz und in ganz Europa und der Welt zu: LGBTIQ-Rechte sind Menschenrechte!
Auszug aus der Ansprache von Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei der EuroPride19 Vienna am 15.6.19 am Wiener Rathausplatz
Wie wenig freiheitsliebend diese Bewegung ist, zeigt das Bemü­hen, therapeutische Hilfe für Menschen, die von homosexuellen Neigungen frei werden wollen (Konversionstherapien), zu verbieten:

Konversionstherapien verbieten
Mit dem Thema „Konversions- oder Reparativtherapien“ befasst sich ein vom Abgeordneten Mario Lindner (SPÖ) eingebrachter Entschließungsantrag (…) . Mit diesem Begriff werden jene umstrittenen Methoden bezeichnet, die darauf abzielen, Homosexualität in asexuelles oder heterosexuelles Verhalten umzuwandeln. (…) Im Sinne eines proaktiven Umgangs mit dieser Problematik tritt Lindner dafür ein, die Ausübung von „reparativen“ Therapieformen an Minderjährigen gesetzlich zu verbieten.
Parlamentskorrespondenz
Nr. 14 v. 10.1.19
Ähnliche Bemühungen gibt es auch in Deutschland.

Hier droht eine Kirchenspaltung
Wenn ich mich in alledem frage, wo gibt es substantielles Wachstum im Glauben, in unserer Treue zum Herrn, die sich vertieft, die sich hält und bleibt, und die davon auch überzeugend sprechen kann, dann sehe ich es deutlicher dort, wo die katholische Profilierung ausdrücklich zunimmt und gewollt ist. Und ich sehe es eben nicht dort, wo die Liberalisierung unserer Überzeugungen um sich greift. Im Grunde kenne ich keinen einzigen Ort, wo Liberalisierung in diesem genannten Sinn fruchtbar wäre und zu Wachstum in diesem Sinne führt. (…)
Im Punkt Entwicklungsmöglichkeiten des Glaubens müssen wir unterscheiden lernen, was denn wirkliche und wahrhaftige Vertiefung einerseits ist. Und welche geforderten Entwicklungen andererseits keine Vertiefung wären, sondern am Ende zu einem anderen Menschenbild führen und damit auch zu einem anderen Verständnis von Kirche. Viele der heute gängigen Forderungen zu den klassischen Reizthemen zielen aus meiner Sicht eher in die zuletzt genannte Richtung: Sie drehen sich in den meisten Fällen um Sexualität und/oder um das Verhältnis der Geschlechter zueinander. Und ja, ich glaube, auch in diesen Punkten müssen wir tiefer verstehen und sprachfähiger werden. Aber ich bin zugleich überzeugt, dass wir hier ein solches Herzstück unseres Glaubens berühren, dass die ständig geforderten Veränderungen unser Menschenbild und unser Glaubens- und Kirchenverständnis massiv verändern würden. Und zwar so, dass uns letztlich eine erneute Kirchenspaltung droht. Sie droht deshalb, weil mit solchen Veränderungen zugleich Kernpunkte der Offenbarung berührt werden und diese nach meiner Einschätzung verfälschen und eben nicht weiterentwickeln würden.
Auszüge aus der Predigt des Passauer Bischofs Stefan Oster bei der Heiligen Messe in der Wallfahrtkirche Mariahilf am 24..5.19, dem Hochfest „Maria, Hilfe der Christen“.
Wir sind dem Passauer Bischof dankbar für diese Klarstellung.

Neuseelands Ärzte gegen Euthanasie
Bisher haben 1085 Ärzte in Neuseeland einen offenen Brief an ihre Mitbürger unterzeichnet, in dem sie festhielten, sie würden da nicht mitmachen. „Wir unterstützen die Sichtweise der „World Medical Association“ und der „New Zeeland Medical Association“, dass ärztlich assistierter Selbstmord und Euthanasie unethisch sind, auch wenn diese legalisiert würden,“ schrieben sie. (…) „Wir sind überzeugt, dass die Grenzüberschreitung zur bewuss­ten Beihilfe beim Sterben eines Menschen die Arzt-Patient-Beziehung, die auf Vertrauen und Respekt beruht, grundlegend schwächen würde,“ erklärten sie.
LifeSiteNews v. 24.6.19
Erfreulich, dass es mittlerweile in vielen Ländern Ärzte gibt, die sich öffentlich gegen die Kultur des Todes stellen.

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