VISION 20005/2019
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Alles von selbst?

Artikel drucken Naive Fragen zur Evolution (Christof Gaspari)

Wer kennt sie nicht, diese wunderschönen Universum-Filme, in denen die ganze Pracht und Vielfalt der Schöpfung vor dem Zuseher ausgebreitet wird. Von Schöpfung ist hier allerdings nie etwas zu hören. Immer ist es die „Evolution“, die da Staunenswertes hervorgebracht haben soll.

Die Vorstellung, dass alles irgendwie von selbst, durch Zufall und Auswahl zustande gekommen sei, gilt heute als Selbstverständlichkeit. Erst unlängst habe ich ein interessantes Gespräch mit einem jungen Mann geführt, in dem dieser engagiert den Evolutionismus verteidigt hat.
Ihm habe ich dann die Lektüre des Buches Alles ganz von Selbst – Naive Fragen zur Evolution von Peter Blank empfohlen. Dieser stellt sich als naturwissenschaftlicher Laie naheliegende Fragen, die bei näherer Betrachtung den Evolutionsmechanismus als Quelle der in und um uns herrschenden Vielfalt als äußerst zweifelhaft erscheinen lassen.
Ein Beispiel: Seit der Entstehung der Erde dürften 5 Milliarden Jahre vergangen sein. In Sekunden ausgedrückt: 16 mit 16 Nullen dahinter. Eine scheinbar unfassbar große Zahl.
Dieser stellt der Autor die Anzahl der Versuche gegenüber, die ein Affe, der ungezielt auf einer Schreibmaschine herumtippt, brauchen würde, damit dabei einmal der Satz: „Ich hab es getragen sieben Jahr“ herauskommt. Das Ergebnis: 17 mit 43 Nullen dahinter.
Fazit: Der Affe müsste „seit Bestehen unserer Erde, d.h. seit etwa fünf Milliarden Jahren, pro Sekunde“ sage und schreibe eine weitaus größere Zahl von Anschlägen (die Zahl entspricht einer 1 hinter der 27 Nullen stehen) getippt haben – allein für diesen kurzen Satz!
Wenn man dann bedenkt, dass man seit der Entdeckung des menschlichen Genoms, weiß, um wie viel komplexer als dieser kurze Satz dieses Gebilde ist, das unsere Erbsubstanz trägt, steigt das Staunen darüber, was man dem blinden Zufall alles zutraut, ins Unermessliche.
Dabei versucht der Autor in keiner Weise das Phänomen Evolution an sich in Frage zu stellen. Selbstverständlich passen sich Pflanzen und Tiere auch an veränderte Umweltbedingungen an. Das ist wissenschaftlich längst bewiesen. Unbewiesen ist jedoch, dass es solche Prozesse auch bei der Entstehung neuer Arten zum Tragen kommen. Da haben wir es nämlich mit Wesen zu tun, die in einer Weise perfekt funktionieren, dass ein schrittweiser Übergang zu solcher Perfektion undenkbar erscheint.
Der Autor illustriert das am Beispiel des Bombardierkäfers. „Wenn der Bombardierkäfer sich nämlich angegriffen fühlt, schießt er unter Knallen und Puffen mit Giftgas auf seine Angreifer …“ Dazu ist es notwendig, dass er zwei verschiedene chemische Substanzen produziert. Sie werden in einer eigenen Kammer gemischt – in einem ganz bestimmten Verhältnis. Von dort wird das Gemisch bei Bedarf in eine „Explosionskammer“ befördert – feuerfest, weil beim Ausstoß Temperaturen um die 100 Grad entstehen. Dieses Gemisch muss richtig dosiert sein. Ist die Menge zu gering, funktioniert die Sache nicht, ist sie zu groß, explodiert der Käfer… Wenn Sie, liebe Leser, wissen wollen, was da alles zusätzlich funktionieren muss, damit der Käfer sich erfolgreich verteidigen kann, empfehle ich, es im Buch nachzulesen. Eindrucksvoll.
Bedenkt man, dass Archäologen bei Ausgrabungen glücklich sind, irgendwo einen Ziegelstein zu finden, um daraus den Schluss zu ziehen, dass hier planende Menschen am Werk waren, so fällt es einem schwer, bei einem solch perfekt funktionierenden Wunderwerk wie dem Bombardierkäfer nur blinden Zufall und Auswahl als Ursprung zu vermuten.
Noch eindrucksvoller wird es, wenn Blank über die menschliche Zelle spricht. Ihr Kern ist nur 0,002 mm groß. Dort befinden sich die Doppelstränge der DNA-Ketten, Träger der Erbinformation. Und beide sind zwei Meter lang! Die Zellen erneuern sich, indem sich diese Doppelstränge aufspalten und jeder einzelne sich verdoppelt und eine neue exakte Kopie erzeugt. Und das geschieht im Körper laufend bei jeder dieser 60 Billionen Zellen ein Leben lang.
Von all dem wusste Darwin nichts, aber man versteht, dass der Autor fragt: „Heute soll man akzeptieren, dass sowohl die Idee wie die Herstellung dieser DNA ihre Existenz einer blinden materiellen Zufallsentwicklung verdankt, dass so etwas sich einfach ganz von selbst erdenkt und konstruiert?“
Ich überlasse es Ihnen, liebe Leser, die weiteren im Buch aufgeführten Wunder selbst nachzulesen. Besonders eindrucksvoll die Darstellung der Mechanismen, die für die DNA-Reparatur im Falle von Kopierfehlern sorgen. Unglaublich!
Schlussfolgerung des Autors: Zu verlangen, „das alles habe sich rein zufällig so ergeben, sei ganz von selbst so geworden, das ist mir des Glaubens einfach zu viel. Zu tief und nachhaltig haben die Unordnung auf meinem Schreibtisch und der Affe an der Schreibmaschine die Überzeugung hinterlassen, dass das nackte Von-Selbst kaum etwas an Ordnung und sinnvollem Ineinander zustande bringt.“
Im Anschluss an diese Darstellung setzt Blank sich mit einigen grundsätzlichen Fragen auseinander, die ebenfalls wichtig sind. So etwa mit der Aussage, die man oft zu hören bekommt: „Für dich existiert Gott vielleicht, für mich aber nicht.“ Dem ist entgegenzuhalten: Dies ist keine Ansichtssache. Entweder gibt es Gott oder nicht. „Kein noch so intensiver Glauben an Gott kann einen nichtexistierenden Schöpfer des Weltalls erschaffen und kein noch so intensiver atheistischer Un-Glaube kann den wirklich existierenden Schöpfer der Welt beseitigen.“ Es ist gut, sich das einmal bewusst zu machen.
Die Frage, die sich somit stellt, ist: Wofür spricht die beobachtete Realität? Für die Existenz eines Schöpfers oder für die rein materialistische Sichtweise der sich selbst organisierenden Materie? Der Mensch steht hier vor einer Glaubensentscheidung. Die Naturwissenschaft kann sie mit ihrem Instrumentarium nicht treffen. Sie kann nur die Realität beschreiben – die daraus zu ziehende Schlussfolgerung bleibt jedem Einzelnen überlassen.
Blank ist es wichtig zu betonen, dass es nicht um die Leugnung der Existenz von Evolutionsmechanismen geht, sie widerlegen in keiner Weise die Existenz des Schöpfers. Ihm wendet sich der Christ durch einen Glaubensakt zu, der wissenschaftlicher Einsicht nicht entgegensteht. Ein ebensolcher Glaubensakt liegt dem vorherrschenden Evolutionismus zugrunde. Wissenschaftlich begründbar ist dieser jedenfalls nicht.

Alles von Selbst? – Naive Fragen zur Evolution. Von Peter Blank. Christiana Verlag. 179 Seiten, 6,95€.

Wer sich in das Thema Evolutionismus weiter vertiefen will, dem sei das Buch Mehr als Materie und Zufall – Warum die DNA den Darwinismus widerlegt von Herbert Klupp empfohlen.

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