VISION 20005/2019
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Hoffnung in dunklen Zeiten

Artikel drucken Ein Priester entdeckt die Werke von Michael D. O’Brien (Piotr Markielowski)

Seit längerer Zeit lese ich lieber dünne als dicke Bücher. Michael D. O Brien hat aber diesbezüglich vieles in meiner Lesepraxis verändert. Seine Bücher gehören nicht zu den dünnen, und trotzdem liest man sie schnell und mit angehaltenem Atem.


Michael D. O Brien (geboren 1948 in Ottawa) ist ein römisch-katholischer Autor, Künstler und regelmäßiger Essayist. Er vertieft bei den Lesern Glauben und Kultur. Er lebt in Combermere, Ontario, Kanada. Seine Bücher wurden in mehr als 10 Sprachen übersetzt. O Brien ist Mitarbeiter des konservativen Internet-Portals lifesitenews.com, das für den Lebensschutz kämpft. Er ist verheiratet und hat sechs Kinder.
Meinem Eindruck nach ist die Aufgabe, die sich Michael O Brien in seinen Büchern gestellt hat, von einem Abschnitt aus dem Tagebuch der hl. Faustina inspiriert: „Je größer die Dunkelheit, desto vollständiger sollte unser Vertrauen sein“ (Tagebuch, Nr. 357), eine Aufforderung an die Katholiken, ihre Gedanken, Wünsche und Gebete in einer Zeit der Verwirrung und Dunkelheit mit noch größerem und vollerem Vertrauen auf Gott zu richten.
Zu den bekanntesten Werken des kanadischen Schriftstellers gehört eine Trilogie:
1. Sophia House: Das Buch zeigt die Erfahrungen des jungen David Schäfer/Fr. Elijah im Schutz von Paweł Tarnowski, einem polnischen Katholiken während des Zweiten Weltkriegs.
2. Father Elijah – Eine Apokalypse: Es erzählt die Geschichte eines jüdischen Holocaust-Überlebenden namens David Schäfer, der zum Katholizismus konvertiert, Karmeliter-Priester wird und den Namen Father Elijah annimmt. Er wird vom Papst mit einer geheimen Mission betraut: Dem Antichristen entgegenzutreten, ihn zur Umkehr zu bringen und so die Große Trübsal hinauszuschieben. (siehe auch Besprechung in Vision 6/08)
3. Elijah in Jerusalem: Die Fortsetzung des zweiten Buches.
Warum finde ich seine Person und sein Werk so wichtig und so wertvoll für die Menschheit und besonders für die Mitglieder der Kirche? Was die Form angeht, sind seine Werke keine langweilige Dissertationen. Man könnte sie apokalyptische Thriller nennen. Man liest und liest – und ungeduldig blättert man zum Ende.
Was den Inhalt angeht, sind Michael O Briens Bücher eine Warnung vor den Bedrohungen, die in der abendländischen Kultur präsent sind. Wir, die Menschen des 21. Jahrhundert stellen uns oft verschiedene Fragen:
– Leben wir etwa schon in der apokalyptischen Zeit?
– Bedroht uns ein neuer Totalitarismus?
– Wohin führt uns die Globalisierung der Welt?
– Wie wird die Katholische Kirche im 22. Jahrhundert aussehen?
– Ist die Abtreibung ein neuer Holocaust der Ungeborenen?
– Sollte man die Homosexualität erdulden bzw. verurteilen?
Michael D. O Brien sucht zusammen mit uns die Antworten.
1976 hat Kardinal Karol Wojtyła in den USA gesagt: „Wir stehen heute vor der größten Konfrontation, die die Menschheit jemals erlebt hat. Ich vermute nicht, dass breite Kreise der amerikanischen Gesellschaft oder der Großteil der christlichen Gemeinschaften sich dessen voll bewusst sind. Wir stehen vor der endgültigen Konfrontation zwischen Kirche und Antikirche, dem Evangelium und seiner Verleugnung. Diese Konfrontation war in den Plänen der Vorsehung Gottes enthalten. Es ist eine Zeit der Prüfung, in die die gesamte Kirche eintreten muss, insbesondere die polnische.“
Heute fühlen sich viele Katholiken wie in einem dunklen Loch. Sie sehen kein Licht, keinen Strahl, oft nicht einmal einen Funken. Viele verstehen nicht die Initiativen und die Entscheidungen des Bischofs von Rom. Michael O Brien will uns daran erinnern, dass der ewige Feind uns spalten, uns zum Streit verführen will. Das wäre sein Sieg. O Brien richtet an uns den Appell: Trotzt dem Gefühl der Dunkelheit, verliert nicht den Geist, Brüder und Schwestern!
„Menschliche Lösungen wie Apostasie bzw. Schisma sind nur Wunden am Körper und die Erniedrigung der Braut, und verzögern deren Vorbereitung. Wir müssen das Charisma von Petrus, dem Thron des heiligen Petrus, mit großer Liebe lieben und nie das Versprechen des Herrn vergessen, dass die Pforten der Hölle niemals gegen die Kirche siegen werden. Dieses Versprechen legt nahe, dass die Hölle mit Sicherheit alles in ihrer Macht Stehende tun wird, um uns alle in Versuchung zu führen, uns zu sieben wie Weizen. Lasst uns alle Anteil an der Verteidigung der Kirche haben, nicht Teil des Problems sein,“ so schreibt der Autor in der Einleitung zur polnischen Ausgabe von Elijah in Jerusalem.
Michael D. O Briens Bücher, erhältlich im Buchhandel und im Internet, helfen uns – nicht nur den Katholiken –, die Hoffnung nicht zu verlieren und uns nicht täuschen zu lassen. Wir sollen Jesus und Seiner Mutter vertrauen. Der Herr kommt, Er ist nahe.

Der Autor ist seit 1992 Krankenhaus-Seelsorger in Kielce/Polen

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