VISION 20001/2020
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Weil Beten Wunder wirkt

Artikel drucken Einen Sturz aus zehn Metern Höhe überlebt (Leopold Scheibreithner)

Wir kennen uns seit vielen Jahren und waren sehr bestürzt, als wir erfuhren: Leopold liegt in der Intensivstation und schwebt nach einem Sturz aus schwindelnder Höhe in Lebensgefahr. Im Folgenden erlebten wir, wie eine Gebetslawine ins Rollen kam. Und sie war nicht vergebens. Gott wirkt auch heute Wunder, wie das folgende Zeugnis zeigt.

August 2016: Ich arbeite beim Dachbodenausbau meiner Tochter Petra mit. Wahrscheinlich durch eine Unachtsamkeit stürze ich aus 10 Metern Höhe vom Dach. Notarzt, Hubschrauber, Intensivstation, Operation, Tiefschlaf …
Diagnose: Schweres Brustkorbtrauma, links alle Rippen gebrochen, rechts vier. Beidseitiger Pneumothorax, ein eingebrochener Wirbel, Schulterblatt zertrümmert, Schlüsselbeinbruch, beidseitig mehrere Schultersehnen gerissen, schwere Gehirnerschütterung…
Prognose des Notarztes: Bei der Schwere der Verletzungen ist alles offen. Nach der Akutbehandlung im Tiefschlaf war ich stabil, aber erfahrungsgemäß beginnen die Komplikationen nach Ende des Schockzustandes, am zweiten oder dritten Tag. Es sind Blutungen in den Organen oder im Gehirn möglich und eine Lungenentzündung folgt mit hoher Wahrscheinlichkeit.
Schon am Tag nach dem Unfall kam Pfarrer Dr. Christoph Weiß zu mir auf die Intensivstation, um mir die Krankensalbung zu spenden.
Für dieses so wichtige Geschenk Gottes, das mir durch die Hand seines Priesters zuteil wurde, kann ich Ihn nur loben und preisen. Denn, wider Erwartung kamen keine Komplikationen hinzu, kein Organversagen, es trat keine Lungenentzündung auf – und es ging langsam, aber stetig mit mir bergauf.
Unendlich dankbar bin ich für die vielen Gebete, die für meine Genesung gesprochen wurden: Die Hörer von Radio Maria beteten schon am Morgen nach dem Unfall den Rosenkranz für mich. Einige Mitarbeiter des Apostolats vom Barmherzigen Jesus waren gerade auf einer Wallfahrt in Krakau, dort opferten sie für mich die Hl. Messe auf.
Unsere Pfarre, der Freundeskreis und natürlich die ganze Familie, beteten zu Gott um meine Genesung. Große Dankbarkeit empfinde ich für die Priester, die mir die Krankenkommunion brachten, und mir im Spital und auch danach viel Trost und Freude schenkten.
Ich bin mir ganz sicher, der liebe Gott hat mir die vielen Gebete, die unmittelbar nach dem Unfall für mich gesprochen wurden, schon vorher, bei der Landung „gutgeschrieben“, sonst könnte ich wahrscheinlich diese Zeilen nicht schreiben.
Bei uns in der Küche hängt ein Spruchkalender mit Worten vom heiligen P. Pio. Jeden Tag betrachtet meine Gattin Elisabeth diese Tagesimpulse und nimmt sie an, als Zuspruch Got­tes. Am 26. August, dem Tag meines Unfalls stand dort: „Dein Zustand ist keine Strafe Gottes, sondern ein Zeichen Seiner Liebe.“
Sie konnte das zunächst nicht zuordnen, trug es aber im Herzen. Den Sinn dieses Wortes erfasste sie erst am Abend an meinem Krankenbett… Das feste Vertrauen in die Verheißung Gottes, dass er alles zum Guten wendet, gab ihr sehr viel Kraft, und sie vertraute ganz fest auf Jesus, dass alles gut werde.
Eine Woche später, während der Aufwachphase aus dem Tiefschlaf, besuchte mich ein Priester von der Familie Mariens. Er betete für mich und legte mir eine Reliquie des heiligen P. Pio auf die Brust, einen seiner Handschuhe, mit dem er zu Lebzeiten die Wunde seiner rechten Hand bedeckte. Ich erinnere mich nur dunkel daran, dass wir dann das „Gebet der Frau aller Völker“ beteten, und ich freute mich so darüber.
Eine Woche später hat sich mein Zustand soweit verbessert, dass ich von der Intensivstation auf die Bettenstation verlegt wurde.
Eine große Freude bereitete mir meine Frau, als sie mir mein Handy mitbrachte, denn mit dem Headset konnte ich nun wieder mit Radio Maria den Rosenkranz beten. Besonders freute ich mich, dass ich dadurch auch die Jahreswallfahrt aus dem Stift Göttweig mitfeiern konnte.
In der dritten Woche nach dem Unfall die ersten Gehversuche, eingehängt zwischen zwei Krankenpflegern, später fast allein, mit Rollator.
Dennoch schien es noch ein langer Weg zu sein bis zum Verlassen des Spitals, denn durch die Nervenschädigung an der Wirbelsäule waren Teile meines Rückens, des Beckens und die Blase gefühllos.
Am Beginn der vierten Wochen des Spitalsaufenthalts besuchte mich ein anderer befreundeter Priester; ich bin sehr dankbar für seine tiefe Verbundenheit und die aufmunternden Worte in dieser schwierigen Zeit. Zum Abschied legte er mir betend die Hände auf und erteilte mir den Krankensegen. In diesem Moment verschwand das Taubheitsgefühl im Bauchraum und am Rücken, und auch das Gefühl in der Blase kehrte zurück.
Diese spontane, gravierende Verbesserung meines Gesundheitszustandes führte dazu, dass ich am darauffolgenden Freitag, am 23. September 2016 aus dem Spital entlassen wurde. Der 23. September ist der Gedenktag des heiligen P. Pio!
Eine große Hilfe war für mich in dieser Zeit das Wissen um den Wert des aufgeopferten Leidens. Viele Menschen meinen, Leiden sei sinnlos, aber ich bin mir sicher, kein Leiden ist umsonst, wenn wir es Jesus schenken! „Vereinige deine Leiden mit den Meinen“, sagte Jesus zur heiligen Sr. Faustyna, „und ich mache sie unendlich wertvoll.“
Das Wissen um diesen Wert war so ein Trost für mich! Dass meine körperlichen, aber auch seelischen Schmerzen nicht umsonst sind, sondern durch die Gnade Gottes viel Gutes bewirken werden, gab mir das Gefühl, trotz Krankheit gebraucht zu sein und etwas Gutes und Sinnvolles tun zu können.
Am 26. Oktober machte ich mit Elisabeth eine Wallfahrt zur Mutter Gottes nach Brünnl in Tschechien. Nach der heiligen Beichte fragte mich der Priester, ob ich nicht die Krankensalbung empfangen möchte. Ich hatte nicht damit gerechnet, aber in Anbetracht meines Gesundheitszustandes freute ich mich sehr darüber.
Und wiederum zeigte sich Gottes Wirken durch das Sakrament, gespendet vom Priester: Die Schmerzen, das Stechen in der Lunge kamen nicht wieder, ich konnte frei atmen und brauchte ab diesem Tag keine Schmerzmittel mehr.
Ja, in den Sakramenten können wir wirklich Gottes Zuwendung spüren.
Das gemeinsame Gebet in der Familie, aber auch das Gebet mit der Hörerfamilie von Radio Maria gab mir die Sicherheit, dass ich getragen bin von der Gnade Gottes und von den Menschen, die mich lieben. Das Geborgensein in einer gläubigen Gemeinschaft ist etwas ganz Großes und Unersetzbares! Gelobt sei Jesus Christus!

Elisabeth Scheibreithner war das Portrait in Vision 4/05.

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