VISION 20005/2020
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Die verlassene Generation

Artikel drucken An Eltern gerichteter Weckruf (Christoph Hurnaus)

Nach ihrem Bestseller Die globale sexuelle Revolution, der in viele Sprachen übersetzt wurde, legt die bekannte Publizistin Gabriele Kuby nun ein weiteres wichtiges Buch vor. Nach den Worten des TV-Moderators und Bestseller-Autors Peter Hahne ist das neue Werk Kubys ein aufrüttelndes Klartext-Buch und ein Hilfeschrei und Weckruf um fünf vor zwölf.
Mit den Worten der Autorin wirbt das Buch dafür, dass das Herz der Väter und Mütter sich wieder den Söhnen und Töchtern zuwende, auf dass diese ihr Herz wieder den Eltern zuwenden. In ihrer gründlichen Analyse stellt Gabriele Kuby den Lesern das ganze Leid und die Dramatik einer Generation vor Augen, die sie als „die verlassene Generation“ bezeichnet.
Einleitend schreibt die Autorin, dass sie selber nicht als Moralapostelin vom hohen Ross herunter mahnen will, weil sie als Scheidungskind und als  Geschiedene selber betroffen ist.
Der Themenkreis des Buches reicht vom Nein zum Kind durch Verhütung und Abtreibung über die künstliche Produktion von Kindern, die staatliche Kollek­tiv­betreuung in der Krippe, die Sexualisierung in Kindergarten und Schule, die Smartphone-Epidemie mit Zugang zur Pornografie und die traumatischen Folgen von Scheidung. Die schonungslose Bestandsaufnahme Kubys möchte den Leser nicht in Resignation und Depression zurücklassen, sondern wachrütteln und zur Besinnung und Umkehr führen.
Mit der Zerstörung des inners­ten Wesenskerns unserer Gesellschaft, der Familie,  ist unsere moderne Gesellschaft dabei, die Grundlagen des Lebens und somit sich selbst zu zerstören. So stellt der Pädagoge, Publizist und Psychologe Josef Kraus fest, dass „ohne die klassische Familie mit Mutter, Vater und Kind(ern) im wahrsten Sinne des Wortes kein Staat zu machen ist“.
Kuby zeigt in ihrem Buch, welche Folgen die staatliche Kollektivbetreuung von Kindern unter drei Jahren hervorbringt: Ein Viertel bis ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist krank an Leib und Seele, so krank, dass sie von Ärzten und Therapeuten betreut werden müssen. Bevor die Politik in den westlichen Ländern daran ging eine Krippenoffensive von Kindern unter drei Jahren zu starten, galt die kollektive Fremdbetreuung von Kleinkindern als kommunis­tischer Irrweg. Viele Studien belegen heute, dass Krippenkinder unter Dauerstress leiden, der sie körperlich und seelisch krank macht. Gabriele Kuby nennt Kinderkrippen ein institutionalisiertes Hyperstress-System für Kinder, Erzieherinnen und Eltern, das letztlich allen schadet.
Kritisch sieht die Autorin die wiederkehrende Forderung nach der Verankerung von Kinderrechten in der Verfassung. Wollte der Staat tatsächlich das Kindeswohl fördern, so Kuby,  müsste er die Familie stärken, denn nichts beeinträchtigt das Kindeswohl mehr als zerbrochene Familien. Besonders traurig stimmt das Kapitel über Frühsexualisierung in Kindergarten und Schule. Durch die zunehmende Digitalisierung wird auch das Thema Pornographie schon im Kindesalter zu einem immer größeren Problem.
Bei all den negativen Fakten und Zahlen, die die Autorin aufzeigt, vergisst sie nicht, die Schönheit von Ehe und Familie und die Berufung des wahren Lebens zum Leuchten zu bringen. Familie ist auch heute kein Auslaufmodell, noch immer lebt die Hälfte der Deutschen das klassische Modell von Familie. Kuby möchte mit ihrem Buch gerade diesen Menschen Mut machen.
Sie ruft den Lesern des Buches in Erinnerung, dass Überleben und Wohlergehen der kommenden Generation in unser aller Händen liegt. Am Ende des Buches stellt sie die Frage, ob es nicht an der Zeit ist, das, was zusammengehört wieder zusammenzufügen: Leib und Seele, Mann und Frau, Sexualität und Fruchtbarkeit, Eltern und Kind.

Die verlassene Generation. Von Gabriele Kuby, 366 Seiten, Fe-Medienverlag,18,30 €.

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