VISION 20005/2021
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Dein Reich komme!

Artikel drucken Gedanken darüber, was Gott uns mit der Pandemie zeigen will (Christof Gaspari)

Weil das derzeitige Geschehen so bedrängend ist, den Alltag der Menschen stark verändert hat und dazu verleitet, dauernd um das Thema Nummer eins zu krei­sen, ist es wichtig, auch davon Abstand zu nehmen und zu fra­gen: Was will der Herr da sagen?

Er lädt uns ein, zur Besinnung zu kommen. Denn wir schreiten mit unglaublicher Konsequenz weiter in eine Sackgasse. Schauen wir uns um: Ist das, was wir da jetzt erleben, nicht nur ein weiterer Schritt in die Richtung, die wir seit langem verfolgen? Ist nicht dieselbe Logik am Werk, in der wir gesellschaftlich seit Jahrzehnten voranschreiten? Friedrich Nietzsche hat klar erkannt, wohin dieser Weg führt, als er schrieb: „ Was ich erzähle, ist die Geschichte der nächsten zwei Jahrhunderte. Ich beschreibe, was kommt, was nicht mehr anders kommen kann: die Heraufkunft des Nihilismus. Diese Geschichte kann jetzt schon erzählt werden: (…) Unsere ganze europäische Kultur bewegt sich seit langem schon mit einer Tortur der Spannung, die von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wächst, wie auf eine Katastrophe los: unruhig, gewaltsam, überstürzt: wie ein Strom, der ans Ende will, der sich nicht mehr besinnt, der Furcht davor hat, sich zu besinnen.“
Krass formuliert. So etwas hört man nicht gerne: ausweglos auf eine Katastrophe zusteuern – das kann es doch nicht geben! Für Christen klarerweise unannehmbar, weil Gott, der Herr, jederzeit alles zum Guten wenden kann. Nur ist die Voraussetzung dafür unsere Bereitschaft, Ihn darum zu bitten und auf Ihn zu hören.
Genau das geschieht aber nicht. Sondern je länger wir voranschreiten – die letzten 75 Jahre waren geprägt von einem rein weltlichen Fortschrittskonzept –, umso mehr entfernen wir uns von den Wurzeln, die Europa groß werden ließen, der Botschaft vom Reich Gottes, die uns Jesus Christus gebracht hat. Und im Zentrum dieser Botschaft, steht die Einladung an den Menschen, Jesus Christus in allem den Vorrang zu geben, denn Er führt auf Wege des Lebens. Er lehrte uns zu beten: „Dein Reich komme!“
Genau das Gegenteil geschieht. Gott wird entsorgt und wir bauen weiter am Werk des Menschen. Ich zitiere noch einmal den israelischen Philosophen Yuval Harari, der in seinem Buch Homo Deus (Der Mensch als Gott) schreibt: „Nachdem wir ein beispielloses Maß an Wohlstand, Gesundheit und Harmonie erreicht haben und angesichts (…) der gegenwärtigen Werte werden die nächsten Ziele der Menschheit wahrscheinlich Unsterblichkeit, Glück und Göttlichkeit sein.“
Harari wird viel gelesen, gern zu Vorträgen eingeladen. Seine Aussage entbehrt jedoch jeglichen Realitätsbezugs. Gerade die jetzige Krisensituation wäre eine Chance zu erkennen, dass wir an Grenzen stoßen, nicht Herren unseres Schicksals sind. Wir könnten Demut lernen und das Staunen wieder entdecken.
In den letzten Monaten habe ich im Zusammenhang mit der Pandemie viel gelesen, gehört. Und immer wieder musste ich darüber staunen, wie wunderbar der Leib des Menschen unter normalen Verhältnissen funktioniert. Ich war hingerissen zu entdecken, wie perfekt unser Körper für Angriffe durch Viren, Bakterien, Pilze… gerüstet ist. Was für ein Wunderwerk, eben das Werk eines Größeren, des Schöpfers!
In dieses perfekte System jetzt einzugreifen, indem man genetische Information in den Organismus einbringt, wiederholt die Sünden, deren Folgen wir in unserer Umwelt mittlerweile beklagen, nur eben jetzt an der Krone der Schöpfung, dem Menschen.
Wieder meint der Mensch, er könne es besser als der Schöpfer und schiebt diesen beiseite. Und so kann Er uns auch nicht zu Hilfe kommen, wie wir im Psalm 81 hören: „Doch mein Volk hat nicht auf meine Stimme gehört; (…)  Da überließ ich sie ihrem verstockten Herzen, und sie handelten nach ihren eigenen Plänen.“
Was also tun? Gott in unser Tun einbeziehen, Ihn nicht weiter ausblenden! Er weiß Wege auch aus allen Sackgassen. Nur Er. Im Psalm 81 sagt Er uns ja, was die Folge unserer Hinwendung wäre: „Ach dass doch mein Volk auf mich hörte, dass Israel gehen wollte auf meinen Wegen! Wie bald würde ich seine Feinde beugen, meine Hand gegen seine Bedränger wenden.“
Ein erster Schritt zu dieser Hinwendung wäre, die Wahrheit zu suchen. Im Zeitalter des Internets ist man nicht auf den Einheitsbrei der Medien angewiesen. Dass diese unisono alles unterdrücken, was gegen das Narrativ von der lebensbedrohlichen Pandemie und deren einzigen Heilsweg, die Impfung, verstößt, ist schon verdächtig genug.
Als vernunftbegabte Menschen sind wir, auch als Laien fähig, uns ein Urteil zu bilden. Wir müssen aufhören, die Wissenschaft zu verklären, als wäre sie ein Unternehmen, in dem alle selbstlos nach der Wahrheit suchten. Tatsächlich war sie seit Beginn ihres großen Aufbruchs in der Neuzeit bedroht, instrumentalisiert zu werden. Alle totalitären Systeme haben sie veerinnahmt, und ein großer Teil der heutigen Wissenschafter steht im Dienst mächtiger Wirtschaftsinteressen. Damit sind nicht alle von ihnen diskreditiert, aber anfällig sind doch viele.
Es gilt also, nach der Wahrheit zu suchen und herauszufinden, wem man vertrauen kann.
Auch in der Politik. „Es ist doch unmöglich, dass sie in fast allen Ländern dieselbe Strategie verfolgt, wenn dies nicht notwendig wäre. Wir haben die Leute gewählt, wir müssen ihnen vertrauen“, sagte mir ein junger Mann im Gespräch. Dazu ist festzustellen: Die Politik ist sehr vernetzt – und stark von potenten Wirtschaftsmächten abhängig.
Wie wenig vertrauenswürdig Politik ist, erkennt man auch daran, was sie uns in den letzten Jahrzehnten alles „beschert“ hat: die Abtreibung, die künstliche Befruchtung, die „Ehe“ für alle, die giftigen Früchte der Gendertheorie, die Leih­mutterschaft, die Geschlechtsänderung bei Jugendlichen, die Hilfe zum Selbstmord… All das wurde von oben verordnet und mithilfe der Medien unter die Leute gebracht. Warum also Einrichtungen vertrauen, die so ideologieanfällig sind?
Wir dürfen uns selbst ein Urteil bilden. Ja, wir müssen es sogar. Denn „der Körper ist das Hoheitsgebiet des Bürgers und kein sozialpflichtiges Eigentum, über das (…) Regierende in der Demokratie nach Gutsherrenart entscheiden könnten,“ so Stefan Rehder in Die Tagespost v. 12.8.21.
Und noch etwas: Wir müssen innerlich frei werden, dürfen uns nicht in Grabenkämpfe in Sachen Corona und Impfung verbeißen. Zwar gibt es derzeit eine Spaltung in der Bevölkerung, sogar in den Familien. Sie gilt es zu überwinden, zunächst im eigenen Herzen, und dann auf Versöhnung hinwirken .
Dabei sollten wir uns klarmachen: Der eigentliche Feind ist der Teufel, der uns durch Angst, Irreführung, Verwirrung, Zorn, Verführung gegeneinander aufbringt. All dem gilt es zu widersagen und stattdessen an der Gemeinschaft zu bauen, Beziehungen zu pflegen, einander zu ermutigen und zu bestärken.
Keine Frage, vieles spricht dafür, dass wir schweren Zeiten entgegengehen, dass totalitäre Tendenzen der Machtausübung das demokratische System zerstören. Dem treten wir Christen am besten entgegen, indem wir uns erneut fester an den Herrn der Geschichte binden, vergeben lernen – auch denen die uns unrecht tun – und uns um Versöhnung bemühen. Danach gefragt, wie Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft leben sollten, erklärte Erzbischof Gänswein: Eigene Strategien für diese Zeit seien nicht notwendig. „Wer den Glauben intelligent, überzeugend und mit einem Schuss Humor lebt, ist ein schweigsamer, aber sehr wirksamer Zeuge.“


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