VISION 20006/2022
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Einleitung

Artikel drucken (Christof Gaspari)

Als wir uns vor Jahrzehnten Gedanken über die Ausrichtung der Zeitschrift machten, sprachen wir mit einer Anzahl von erfahrenen und weisen Chris­ten. Einer davon war der große italienische Glaubenszeuge Carlo Carretto. Sein wohl bekanntestes Werk war der Bestseller Wo der Dornbusch brennt. Er gab uns damals den Rat „Sagt die Wahrheit!“ mit auf den Weg. Wir haben uns in der Zeit seither, so gut es ging, bemüht, diesem Ratschlag zu folgen.
Warum ich diese Begebenheit diesmal erzähle? Weil ich den Eindruck habe, dass wir in eine Phase eingetreten sind, in der die Verunsicherung, was die Wahrheit betrifft, stark zugenommen hat. Was kann man im Zeitalter der „fake news“, der systematisch gesteuerten Meinungsbildung, der weitgehend gleichgeschalteten Medien überhaupt noch glauben?  Wo findet man zuverlässig Halt?
Verunsicherung auch in der Kirche, in der seit Jahrzehnten das weltliche Denken überhand zu nehmen scheint. Die Vorgänge in der deutschen Kirche mit dem „Synodalen Weg“ sind ein – wenn auch deutliches – Zeichen für diese Entwicklung. Die Ernennung einer notorischen Atheistin und Abtreibungsbefürworterin zum Mitglied der von Papst Johannes Paul II. gegründeten Akademie für das Leben in Rom ist  ein weiterer Grund zu Besorgnis. Diese Entwicklung verhindert auch, dass die Kirche in das herrschende Chaos mit klar erkennbarer Eindeutigkeit ihre lebenswichtige Botschaft verkündet.  
Es ist unsere Aufgabe – die Aufgabe jedes einzelnen Gläubigen – Zeugen der Wahrheit zu sein. Als Orientierungshilfe hat uns Papst Johannes Paul II. den Weltkatechismus hinterlassen. Dort findet man die zeitlos gültigen Wegweisungen Jesu Christi in der Sprache unserer Zeit. Wir dürfen sie unseren Mitmenschen nicht vorenthalten.


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