VISION 20003/2012
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Ein leidvoller Weg der Heimkehr

Artikel drucken Margarete Armstorfer, eine Reiki-Meisterin bekehrt sich nach Jahren der Irrwege (Von Alexa Gaspari)

Margarete Armstorfers (Jahrgang 1952) Kindheit ist eine, die sich viele Kinder wünschen würden: ein liebevolles Elternhaus in einem – wie ich mich überzeugen konnte – traumhaft schönen Bergbauern­umfeld, südlich der Stadt Salzburg. Die Familie wohnt noch immer hier: Margarete und ihr Mann Martin, ihre Eltern, ihr Bruder und ein Sohn mit Familie. Die Häuser sind nur ein paar Schritte voneinander entfernt. Der lange Weg aus dem Tal, den man jetzt gemütlich mit dem Auto herauf fährt – haben Margarete und ihr Bruder früher mit Schlitten oder Skiern bewältigt.
Sie erwartet uns vor ihrem Haus. In Margaretes gemütlicher Küche erinnert nichts mehr an die Jahre, in denen sie vor allem Reiki – eine esoterische Praxis, die von einem Japaner Anfang des 20. Jahrhunderts in die Welt gesetzt wurde – intensiv  praktiziert hat. Es fällt nicht schwer, sich bei Margarete wohl zu fühlen: locker und entspannt erzählt mir diese sympathische Salzburgerin von ihren Erfahrungen mit der Esoterik. Sie weiß, wie wichtig ihr Zeugnis für all jene ist, die in Gefahr sind, ahnungslos in die Esoterik hineinzuschlittern. Denn „so leicht und schnell der Weg hinein ist, so dornenreich und schwer ist der Weg heraus“.
Als Kinder wurden Margarete und ihr Bruder von den Eltern im traditionellen katholischen Glauben erzogen. Die Weihnachtsfeste und die Erstkommunion sind ihr in besonders feierlicher Erinnerung. Auch das Internatsjahr in der Klosterschule, in die sie nach der Hauptschule kommt, tut ihr gut. Doch der plötzliche Tod der geliebten Großmutter mitten im Schuljahr – sie kann dieser nicht einmal mehr sagen, wie lieb sie sie hat – die stets selbstlos für alle da war, beendet abrupt die beschauliche Kindheit . In der Klosterkapelle weint sie sich bei der Muttergot­tes aus und spürt erstmals, dass sie wirklich Trost empfängt.
Statt, wie es ihr Ziel wäre, eine Krankenschwesterausbildung zu machen, fügt sie sich dem Wunsch der Eltern und sucht sich eine Arbeit in einer Schuhfabrik. Dort lernt sie bald ihren späteren Mann kennen und lieben. Mit 17 bekommt sie bereits ihr erstes Kind, mit 19 wird geheiratet. Nach zwei weiteren Söhnen ist die Familie komplett und sehr glücklich.
Über ihren Mann, der damals in einer Käserei arbeitet, erzählt Margarete im Laufe unseres Gesprächs immer wieder nur das Beste. Liebevoll und fürsorglich sei er auch als Vater immer gewesen und, nicht nur bei den Schwiegereltern, sehr beliebt. Mit den drei Söhnen – die Mutter ist zu Hause – haben die Armstorfers viel Freude und wenig Sorgen. Zu Hause wird musiziert, aber auch regelmäßig miteinander gebetet. Sonntags ministrieren die Buben bei der Hl. Messe.
Wäre jedoch, meint Margarete heute, ihr Glaube damals nicht eher oberflächlich gewesen – Jesus weit weg im Himmel –, so hätte sie nicht mit 38 eine Ausbildung im Pflegebereich begonnen, um sich ihren Jugendtraum zu erfüllen, anstatt lieber zu Hause zu bleiben. Die Familie kommt nun zu kurz. Ihr Mann, der schwer im Beruf zu arbeiten hat, muss nun auch daheim aushelfen. Geld – Margarete verdient im Pflegeberuf gut – wird nun immer wichtiger und die Wünsche, die man sich erfüllen kann: ein neues Auto, tolle Urlaubsreisen, Kleidung, ein schöneres Haus. Der Glaube rutscht aufs Abstellgleis.
Mehr Arbeit und Stress prägen die nächsten Jahre, dafür aber  auch mehr Luxus und „Vergnügen“. Doch dann erkrankt Margaretes Mann schwer: die konsultierten Ärzte können mit seinem Krankheitsbild – unerträgliche Schmerzen im ganzen Körper – nichts anfangen. Es verletzt ihn tief, dass ihn einige als Simulanten hinstellen. Also macht sich das Ehepaar auf die Suche nach alternativen Heilmethoden: Heilpraktiker, Homöopathen, Wunderheiler bemühen sich um den Kranken. Obwohl keiner helfen kann, tut ihrem Mann das Ernstgenommenwerden doch gut. Verlockende Angebote lassen das Ehepaar schließlich Techniken der Selbstheilung erlernen.
Auf diesem Weg gerät Margarete an Reiki, eine „Heilungsmethode“, die ein Japaner zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Welt „beschert“ hat.  Was ist Reiki? Da soll eine „universelle Lebensenergie“ empfangen und weitergegeben werden. Dazu bedarf es eines Geheimwissens: Reiki-Lehrer weihen Interessierte schrittweise in die Benützung bestimmter Symbole und mantra-ähnlicher Wortfolgen ein. Damit werden sogenannte Chakren (Kanäle) bei den Praktizierenden geöffnet. Durch sie kann Energie in den Körper eindringen, die man anderen weitergegeben kann. Margarete schafft es nach etwa zwei Jahren bis zur Reiki-Meisterin.
Jetzt, so wird ihr gesagt, könne sie das göttliche Lichtsymbol und göttliche Energie empfangen. Ein tolles Erlebnis: „Es war ein Übergang vom Bach zum Wasserfall. Sobald ich nur an die Symbole dachte, war die ganze Kraft in mir… Ich spürte, wie stark die Energie floss,“ schreibt sie in ihrem lesenswerten Büchlein Der Weg meiner Bekehrung (Mediatrix Vlg). Immer tiefer dringt sie in die okkulte Welt ein, die fantastische Kräfte verspricht, Bewusstseins­erweiterung, Höherentwicklung, Selbstverwirklichung…
Ohne es zu wissen, öffnet sie so der Dämonenwelt Tür und Tor. Denn in der Esoterik wird alles geschickt vermischt: Dabei dienen Jesus und die Muttergottes dem fernöstlichen Reiki nur als Zugpferde. So steht in Margaretes Behandlungszimmer, wo sie hilfesuchende Kranke behandelt, außer dem Massagetisch unter einem Kreuz auch eine Muttergot­tesstatue. Der Rosenkranz, den diese umgehängt hat, wird zum Auspendeln von Bachblüten, Globuli, Schüsslersalzen benützt. Daneben eine Wunschelrute, an den Wänden Mandalas. Auch ein kleiner Buddha, eine Fengh Shui-Schildkröte haben ihren Platz. Nicht zu vergessen verschiedene mit Reikikraft aufgeladene Edelsteine, die den Patienten aufgelegt werden. Auch Fußzonenreflexmassagen kombiniert mit einer Chakra-  und Aurareinigung bietet Margarete an.
Bei ihrem Mann hat mittlerweile ein deutscher Arzt eine schwere Autoimmunerkrankung diagnostiziert: Fibromyalgie. Er bekommt Opiate gegen die unerträglichen Schmerzen. Sie – und seine Hand am Herzchakra (Margarete hatte ihn zu Reiki überreden können) – lassen den Kranken endlich wieder durchschlafen. Als er in Pension geht, kümmert er sich um die Enkel, während die Großmutter dauernd neue Kurse und Seminare besucht: Yoga, Traumseminare mit Astralreisen, Channelling-Behandlungen, die sie sich selbst gibt, Meditationen usw. Sie scheint, kaum etwas ausgelassen zu haben. Über das katholische Bildungswerk macht sie eine Ausbildung zum Fastengruppenleiter – sie ist ja nach wie vor überzeugt, sehr gläubig zu sein.
Erst später wird ihr bewusst, dass sie kaum mehr in die Kirche geht, und eigentlich auch häufig schlecht über sie redet. Beim Fasten bringt sie es zu Meisterleistungen: bis zu 50 Tage nur von Flüssigkeiten leben und sich voll Energie fühlen, eine Energie, von der sie meint, sie käme von Gott. „Heute weiß ich: Satan ist ein raffinierter Verführer. Nur kannte ich seine Taktiken noch nicht…“ Und: „Man ist von dieser Energie gefangen, wie von der Spinne im Netz. Man kann nicht aus, wird total abhängig, will sich diese Kraft geben, weil man sie sich selbst jederzeit holen kann,“ beschreibt sie ihre damalige Situation schonungslos.
„Wie hat sich diese Energie angefühlt?“ frage ich, weil ich mir das nicht vorstellen kann. „Sobald man das Zeichen, das Symbol gemacht und das Mantra gesagt hat, strömt Energie ins Kronen-Chakra und erfüllt den ganzen Körper. Ich habe einen unglaublichen Energie­fluss in mir gehabt. Wenn ich jemanden die Hände aufgelegt habe, ist ihm warm geworden. ,Ah, jetzt hab ich Kraft, jetzt fühle ich mich wohl, du hast goldene Hände,’ haben die Leute gesagt. Bei der Fußreflexzonenmassage war überall die Kraft, ich hab nur daran denken müssen und die Energie war da.“
Margarete aber fügt gleich hinzu: „Das ist keine Gotteskraft, sondern dämonische Energie. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Wie abhängig wird man davon!“  Obwohl sie mittlerweile kaum je in eine Kirche schaut, hält sie sich nach wie vor für gläubig – ein bekanntes Phänomen unserer Zeit!
Der Umschwung beginnt, als sie sich – Gott sei Dank – bei der Hospiz Bewegung anmeldet, um Sterbende zu begleiten. Dort trifft sie auf Anni, den „Schutzengel, den mir die Muttergottes geschickt hat. Denn Anni hatte schon früher aus der Esoterik herausgefunden,“ erklärt mir mein Gegenüber sichtlich dankbar.
Anni wird in den nächsten Jahren ihre neue Freundin behutsam aus der Esoterik herausführen. Ihr erster Versuch, ein Seminar bei Prof. Ivancic und eine Reise nach Medjugorje – dort bewegen sie die Zeugnisse der Ex-Drogensüchtigen im Cenacolo von Sr. Elvira am ehesten –, bringt keinen nennenswerten Erfolg. Denn die Kräfte, denen sie freien Zutritt zu ihrer Seele gewährt hatte, lassen nicht locker. Obwohl sie überzeugt ist, nichts Schlechtes zu tun, rührt sich langsam doch ihr Gewissen. Nach einem Seminar bei P. Clemens Pilar, zu dem Anni sie mitnimmt, sieht Margarete endlich klar: „Mein ganzes Herz öffnete sich: Es wurde mir bewusst , dass das, was ich mache, Sünde ist. In Sünde aber wollte ich nicht leben.“
Bibelstellen belegen es jetzt schwarz auf weiß: Sie ist im Unrecht. Sie beichtet, der Priester spricht ein Befreiungs- und Heilungsgebet über sie, spendet ihr die Krankensalbung.
Im Juni 2003, nach einem weiteren Vortrag, ist sie bereit, ihr Leben Gott zu übergeben. Sie kommt nach Hause und erklärt ihrem Mann, dass sie mit Reiki, den Behandlungen, usw. aufhören möchte. Jetzt wisse sie, das sei mit ihrem katholischen Glauben nicht vereinbar. Damit beginnt jedoch eine schlimme Zeit, denn der Gegner will das Feld absolut nicht räumen. Wenn sie versucht, die esoterischen Symbole, Engelkarten, Mandala, Bachblüten usw. wegzuwerfen, ist die Stimme des Ungeistes in ihr und sagt ihr sehr deutlich, der Priester habe Unrecht. Das sei alles Lüge: „Mach’ weiter, das habe ich Tag und Nacht gehört. Auf der anderen Seite war da der Heilige Geist, der mir die Worte des Priesters in Erinnerung rief,“ erzählt sie von ihrer großen Zerrissenheit. Immer wieder fühlt sie sich von der „anderen Seite“ eingenommen, spürt sie die Energie, die sie eigentlich nicht mehr haben will.
Immer mehr Freunde verabschieden sich. Sollte sie vielleicht doch weitermachen? Gott sei Dank steht ihr Mann ihr zur Seite. Gemeinsam fahren sie zu Exerzitien, wo Priester auch über ihren Mann Heilungs- und Befreiungsgebete sprechen. Eine weitere Reise nach Medjugorje bewirkt zwar die Heilung der Beziehung zur Familie ihres Bruders – sie war durch Margaretes Esoterik-Begeisterung stark in Mitleidenschaft gezogen worden –, die dämonischen Angriffe setzen sich jedoch noch ein ganzes Jahr fort: „Auch wenn ich es nicht wollte, immer wieder haben  sich geheime Symbole und Mantras aufgedrängt und schon war diese Energie und die Versuchung, sie auch zu wollen, wieder da. Bei der Einweihung ins Reiki öffnet man ohne es zu ahnen leider freiwillig dem Teufel die Tür.“
Immer noch ist sie zerrissen: War sie nicht irrsinnig beliebt und bewundert worden, solange sie Reiki praktizierte? Andrerseits: Hatte sie nicht ihr Leben Gott übergeben? Der durch dämonische Mächte angestachelte Egoismus in ihr tut sich schwer mit dem Abdanken. Er raubt ihr den Schlaf, die Lust zu beten. Gespräche mit Priestern tun ihr gut – außer mit jenen, die ahnungslos selbst in der Esoterik gefangen sind! „Heute wird überall deutlich, wie Satan alles Gottgeweihte angreift: die Priester, die Ehen. Der Widersacher hasst alles, was Gott geheiligt hat und greift es an. Wir brauchen täglich den Schutz Jesu und der Muttergottes,“ fügt sie aus eigener Erfahrung hinzu.
Immer wieder leidet sie unter dem Zwiespalt. Unwillkürlich denke ich mir, wie unglaublich hartnäckig und besitzergreifend solche Mächte werden können, wenn man sich ihnen wissentlich oder unwissentlich ausgeliefert hat. Was denn bei der Bekehrung das Schwerste gewesen sei, frage ich sie. „Sich einzugestehen, dass man in der Sünde lebt, also den Stolz zu brechen und demütig zu werden. Der Mensch will nicht, dass man ihm sagt: Du lebst in der Sünde. Der ,Andere’ lässt einen das auch nicht erkennen. Man lebt wie mit einem Schleier vor den Augen des Gewissens. Die Seele ist total vernebelt. Daher ist es so schwer auf Gott zuzugehen, Ihm zu sagen: Ich will, dass Du jetzt sorgst, Du bestimmst und nicht mehr ich.“  
Sie sagt das eindringlich und fährt fort: „Die eigenen Vorstellungen loszulassen ist schwer. Weil wir stolz sind, uns eigene Gebote machen möchten und nicht auf Gottes Hilfe vertrauen, können wir auch nicht für die Liebe Gottes frei sein, können Jesus, die Wahrheit, nicht erkennen. Wer  in Esoterik gefangen ist, kann niemals die Freiheit der Kinder Gottes erlangen.“  
In Zeiten der Anbetung im Lorettokloster – dort fühlt sie sich besonders beschützt – spürt sie immer öfter die Kraft des Heiligen Geistes, festigt sich ihr Vertrauen auf Gottes Hilfe. Viel Zeit verbringt sie bei der Hospizarbeit. Bei den Sterbenden nimmt sie die Nähe Gottes besonders wahr. Deutlich erkennt sie, „dass der Mensch sich schwer tut, alles loszulassen.“
2004 fährt das Ehepaar in ein Ferienhaus auf einer einsamen dänischen Insel. Dort melden sich noch einmal Zweifel und Zerrissenheit besonders stark. Margarete verfällt in eine schwere Depression, sieht keinen Ausweg mehr. Als sie einmal den langen Weg zur Küste geht, schreit sie in ihrer Hilflosigkeit laut nach Gott: „Wo bist du, Herr, wenn es dich gibt? Ich suche Dich, will Dich finden… Komm doch endlich in mein Leben, hilf mir aus der Dunkelheit! Du siehst, ich kann nicht mehr…“ Und da geschieht es: „ Gott kam in mein Leben. Er füllte die Leere in mir, erst kam Wärme in meinen Körper, dann spürte ich Liebe, die ich nicht beschreiben kann, denn kein Mensch auf Erden könnte jemals so eine Liebe geben: Sie floss direkt in mein Herz und füllte es. Dann zog ein tiefer Friede in mich ein, den auch die Welt nicht geben könnte.“
Wie verwandelt bleibt sie auf einem Stein sitzen: „Heute weiß ich, dies war das große Gnadengeschenk meiner Bekehrung. Dies war meine Begegnung mit dem lebendigen Gott: Er kam spürbar in mein Leben.“ Von diesem Moment an ist die Reiki-Energie weg und sie kann sich auch an keines der Symbole und der Mantras erinnern. Alles ist ausgelöscht. Stattdessen spürt sie nun eine andere Kraft, die sie belebt und mit „unendlicher Liebe und einem tiefen Frieden, einer großen Gelassenheit, Zufriedenheit und Dankbarkeit, füllt.“ So wie ich Margarete heute, acht Jahre später, erlebe, scheint sie nichts von diesem Geschenk eingebüßt zu haben, nichts scheint verblasst.
Wie ging es dann weiter, will ich wissen. „Nach meiner Bekehrung konnte ich nicht schnell genug, endlich all das Unnütze wegwerfen. Alles, was ich mir mühsam und gierig erarbeitet hatte, habe ich verschenkt. Worauf ich früher so stolz war, habe ich jetzt als Last empfunden. Gott hat mich meine Götzen erkennen lassen. Ich fühlte mich wie eine neue Schöpfung, neu geboren im Heiligen Geist,“ fasst Margarete diese Zeit zusammen.
Nun interessiert mich aber noch ein Punkt: Was ist mit all den Menschen, denen sie Reiki gegen deren Leiden weitergegeben hat? „Das waren eigentlich keine wirklichen Leiden, die man da behandelt. Ich bin sicher: Wer sich Reiki-Kraft geben lässt, bekommt viel geistigen Schaden ab. Die Energie vergeht, hinterlässt aber einen seelischen Schleier. Der Schaden verschiebt sich sozusagen. Die Rückenschmerzen sind vielleicht weg, dafür kommt etwas Geistiges, etwa Depressionen, seelische Verstimmungen oder Egoismus dazu, nach dem Motto: Hauptsache mir geht’s gut, dann geht’s auch den anderen gut. Und vor allem: Weder die Wahrheit, noch die Sünde werden in der Esoterik erkannt. Die esoterischen Kräfte helfen den Menschen letztlich nur, Leid, Schmerzen – die eigenen und die anderer – zu verdrängen, abzulehnen.“
Margarete erklärt mir: „Ich selbst hatte in der Reiki-Zeit kein Kreuz. Und die Kreuze rundherum habe ich nicht gemerkt oder weggeschoben.“ Das Dämonische ebnet einem die leichten Wege. Alles scheint für einen selbst harmonisch, schön und leicht zu sein. Jesus hingegen, gibt uns die Kraft, die Kreuze in unserem Leben anzunehmen, um uns zu wandeln.“ Das ist wohl die große Versuchung: kein Kreuz haben zu müssen und kein anderes heranzulassen, denke ich unwillkürlich. Und außerdem: Welches Machtgefühl macht sich wohl breit, wenn man jederzeit Energie – zwar aus dubiosen Quellen – anzapfen kann und sie anderen – die von einem abhängig werden – weiterzugeben. „Ja, man lässt nichts an sich ran,“ fährt Margarete fort „Ich hätte nie für jemanden, auch nicht für meinen Mann, gebetet.“.
Heute betet sie für viele Menschen, auch für all jene, denen sie Reiki-Kraft weitergegeben hat. Auch hilft sie allen, die sich nach der Lektüre ihres Büchleins bei ihr melden, weil sie aus den Fängen der Esoterik heraus wollen.“
Doch das ist, wie sie selbst erfahren hat, nicht so einfach. „Solange man sich der Macht dieser Ungeister bedient, geht es einem scheinbar gut. Erst wenn man sich abwendet, geht es los. Dann erst merkt man, mit wem man es zu tun hat. Um sich aus dieser Verstrickung zu lösen, braucht man dann unbedingt die Hilfe von Priestern und deren Heilungs- und Befreiungsgebete. Jene, die mich heute um Hilfe bitten, haben oft schreckliche Träume, erleben sich von Schlangen oder Dämonen umgeben oder bedroht,“ weiß Margarete aus deren Berichten. Ist der Kampf dann aber gewonnen, ist auch so mancher, der die Kirche verlassen hatte, wieder heimgekehrt.
Und heute? Heute beginnt sie den Tag meist um fpnf Uhr Früh am Hof ihres Sohnes, wo sie die Stallarbeit verrichtet: „Damit möchte ich jeden Tag voll Freude Gott für meine Bekehrung und Befreiung danken. Dabei genieße ich dann auch Gesang der Vögel“ lächelt sie froh. Nach wie vor wirkt sie mit großer Freude im Hospiz mit, allem bei der Sterbebegleitung. Sie erzählt mir von den wunderbaren Erlebnissen, wenn sie Menschen begleitet, die im Frieden mit Gott aus dem Leben scheiden.
Heute legt sie auf die Fürsprache der lieben Gottesmutter, auf die sie voll vertraut, alles Jesus hin, alle Kreuze, jeden seelischen und körperlichen Schmerz und bittet Ihn sie zu verwandeln: „Er hilft uns tragen und macht alles zum Segen, wie ich immer wieder feststellen darf. Mir wird jeden Tag mehr bewusst, welches Geschenk es ist, glauben, vertrauen und dem Herrn das Sorgen überlassen zu dürfen. Wenn man zum Glauben kommt, erlebt man ein Sterben vor dem Sterben und das neu Geborenwerden. Ich habe keine Angst mehr vor dem Hinübergehen in die ewige Heimat. Zwar lebe ich gern, um für meine Familie da zu sein, aber ich mache mir keine Sorgen mehr um die Zukunft. Wir wissen ja, dass Jesus bei uns ist alle Tage, bis ans Ende der Zeit. Auch wenn es Kreuze gibt, die wir Jesus tragen helfen, so darf ich heute die Liebe Gottes und Seinen Frieden spüren, die ich als Reikimeister nicht kannte.




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