VISION 20002/2012
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Der Kampf für die Kultur des Lebens

Artikel drucken Worauf es bei „pro life“ ankommt (Von Philip Reilly)

P. Philip Reilly hat die Bewegung „Helpers of God's precious Infants“ gegründet. Deren Mit­glieder beten vor Abtreibungskliniken, bewahren Mütter da­vor, ihre Kinder töten zu lassen und haben auf diese Weise vielen das Leben gerettet.  Viele US-Bischöfe nehmen an Gebets­aktionen vor Abtreibungskliniken teil. Der Erfolg: In den USA wurden zahlreiche Abtreibungskliniken geschlossen. Im folgenden Reillys Gedanken zum Kampf für das Leben:


Worum es mir geht: Ursprünglich hatten wir in der Auseinandersetzung allein das physische Leben im Blick. Wer „pro life“ war, versuchte das physische Leben anderer zu retten und sich gegen jene zu stellen, die für die Tötung eintraten. In Wahrheit kann man aber nicht pro life sein und sich gleichzeitig im Kampf gegen die Menschen in der Kultur des Todes profilieren.
Wir müssen das Geschehen mit den Augen Gottes zu betrachten versuchen. Und da müssen Sie wissen: Gott ist niemandes Feind. Gott liebt alles, was Er geschaffen hat. Er möchte, daß all diese jungen Leute, die da schreien: „Das ist mein Recht, das ist mein Bauch!“, in den Himmel kommen. Er ist dafür gestorben, daß all diese Menschen dorthin kommen. Er will, daß sie ewiges Leben haben.
Daher muß jeder, der pro life ist, einen viel weiteren Horizont haben: Wir müssen die Grundhaltung Gottes annehmen lernen. Wir müssen zur Abtreibungsklinik gehen in der Haltung: Die Leute dort sind nicht meine Feinde, ich will mein Leben für sie einsetzen, so wie Jesus das getan hat, ich will für sie Zeuge der Liebe Gottes dort sein, ich will, daß sie gerettet werden. Und das kann man nur in der Kraft Gottes tun, das geht nur, wenn der Heilige Geist durch uns wirkt. Und daher die Bedeutung der Eucharistie: Gott gibt uns eine neue Fähigkeit, die Welt zu lieben: „Ich will, daß ihr eure Feinde liebt!“
Das ist etwas anderes als ein humanitärer Einsatz. Ohne die Kraft Gottes kann man seine Feinde, den anderen, der in keiner Weise liebenswert ist, nicht lieben. Und wenn nun die anderen diese Liebe spüren, wo eigentlich Ärger und Ablehnung zu erwarten wären, dann fragen sie sich: Welcher Geist bewegt diese Leute? Und dann fühlen sie sich zu diesem Geist hingezogen. Es bringt nichts, wenn wir unseren armen Geist gegen den armen Geist der anderen einsetzen. Das bringt Konfrontation. Da spielt sich alles auf einem zu niedrigen Niveau ab. Es geht um die Öffnung für die Dimension Gottes.
Meine Antwort also: Ich habe begriffen, daß es sich beim Einsatz für das Leben um ein übernatürliches, ein Werk Gottes handelt. Es geht um das ewige Leben der Menschen. Und sie sind nicht unsere Feinde. Wir wollen, daß Christus durch uns für sie gegenwärtig wird. Auf diese Weise bringen wir sie heraus aus der Kultur des Todes, hinein in die Kultur des Lebens.

Auszug aus VISION 2000 6/02

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