VISION 20004/2009
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Leserbriefe

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Beten um Priesterberufungen

Ich lebe in einer Pfarre in Salzburg, die ihren Pfarrer hergeben mußte, sodaß wir nur mehr einen Provisor haben, der wohl die Messe am Samstag Abend im Altersheim und einen Gottesdienst in der Pfarre am Sonntag leisten kann. Während der Woche gibt es aber nur eine Messe am Mittwoch, im Gegensatz zu früher, wo wir täglich einen Gottesdienst außer Mittwoch hatten.

Alle möglichen Vorschläge kommen vom Pfarrgemeinderat: Marsch nach Rom, um Papst Benedikt XVI. zu gewinnen für das Frauenpriestertum oder die Abschaffung des Zölibats. Aber niemand denkt an das Wort Jesu: “Bittet den Herrn der Ernte, Arbeiter in seinen Weinberg zu senden..."

Ich glaube, die Not ist so groß, daß das Gebet einzelner nicht mehr reicht. Könnte man nicht über Ihre Zeitung den Vorschlag an die Bischöfe und Priester herantragen, nach jedem Gottesdienst mit dem Volk in dieser Intention zu bitten? So wie man früher zum heiligen Erzengel Michael gebetet hat?

Diese Idee ist mir gekommen, weil ich in einem Exemplar Ihrer Zeitung den Vorschlag einer Frau gelesen habe, man möchte doch täglich ein Vaterunser für ein christliches Europa beten. Diesem Vorschlag habe ich mich in großer Dankbarkeit angeschlossen und noch viele andere dazu genommen.

Annemarie Weber, A-5020 Salzburg


Das rechte Maß gefunden

Vielen Dank für Ihren Einsatz in unserer Kirche. Seit vielen Jahren erhalte ich VISION 2000. Ihre Begabung, die Situation in der rechten Weise zu kommentieren, das rechte Maß zu finden und die Menschen herauszufordern, ist großartig. Es ist mir ein großes Anliegen, Menschen von der “Schlaraffenland-Einstellung" zu einer Lebensordnung, die uns Gott anbietet, zu führen.

Walter Froschauer, A-1130 Wien


Demokratische Verstrickungen

Zunehmend beobachte ich eine “Demokratisierung" innerhalb der Kirche, die eher entzweit und verwirrt, als daß sie Einheit stiftet. Wozu wird über dies und jenes “abgestimmt", wozu die Frage “Was wollt Ihr?", z.B. in der “Gestaltung" der Liturgie, usw... Oft muß heute auch das Wort Toleranz dafür herhalten, daß viele Hirten nicht mehr den Mut haben, uns, dem Volk Gottes, also Seiner Herde, voranzugehen, uns zu beschützen und Verantwortung für unsere Seelen zu übernehmen, wie es ihnen aber vom Guten Hirten aufgetragen wurde.

Jesus hat nie gefragt: Was wollt ihr? Wie wollt ihr es? Er war und ist Autorität, Er lehrte, Er beauftragte, Er sandte die Apostel aus, es auch so zu machen.

Mit der Kumpelhaftigkeit aber schwand auch die Autorität und die Ehrfurcht vor dem Priestertum. Der Laie sieht dann allzu oft nur mehr den Menschen im Priester und nicht mehr sein “in persona Christi-Sein", das sich in jeder Heiligen Messe, bei der Wandlung und in der Heiligen Beichte vollzieht. Die Priester müssen sich wieder lossagen von zu menschlichen, demokratischen Verstrickungen, um ihr Hirtenamt mit der so notwendigen Würde und Verantwortung ihrem Auftrag gemäß wahrnehmen zu können. Es ist ein oft einsamer Weg, es braucht Mut und Kraft - und viel, viel Gebet.

Irene Rippel, A-5023 Salzburg


Ein Wunder ist geschehen

Es ist wirklich ein Wunder, daß die Redaktion Vision 2000 einen Leserbrief von Wilfried Jäger abgedruckt hat, den ich nur unterschreiben kann. Und ich wundere mich eigentlich weiter, wenn ich daran denke, daß ich mit dem Herausgeber und Hauptredakteur von VISION 2000, Dr. Christof Gaspari, schon die verschiedensten Gespräche geführt und ihm auch diverse und ausführliche Unterlagen gegeben habe, die aber bis heute leider keinen redaktionellen Niederschlag in dem ansonsten zweifelsohne sehr guten christlichen Medium gefunden haben.

Natürlich verstehe ich durchaus die Schwierigkeiten, die heute ein christliches Magazin hat, Positionen zu vertreten, die zwar wahr und in den christlichen Kirchen selbst eine jahrhundertelange Tradition hatten (Zinsverbot), aber im neoliberalen Klima auch innerhalb der christlichen Kirchen kaum Platz haben.

Die desaströsen Ereignisse der letzten Monate haben sich seit sehr langer Zeit angekündigt, nur hat man sich einfach geweigert, die angeblich so erfolgreiche Ausbeutungspraxis der sogenannten freien (sozialen?) Marktwirtschaft näher zu hinterfragen. Nun werden uns die leidvollen bitteren Erfahrungen lehren, daß wir uns schon seit geraumer Zeit auf dem sozioökonomischen Holzweg befinden. Ich habe dazu ein Arbeitshandbuch geschrieben, das auf 48 DIN A4-Seiten die gesellschaftlich-ökonomischen Hauptprobleme in relativ einfacher Sprache zusammenfaßt und verständlich macht. Diese Broschüre - eine Zusammenfassung aus Seminaren, Vorträgen und Konferenzen aus etwa 4 Jahrzehnten - kann man k o s t e n l o s als PdF übers Internet herunterladen:

(http://www.hifa.at/files/3-5-4_Karner%20Abschluss_98-2.pdf.)

Ich wäre sehr dankbar, wenn diese Arbeitsbroschüre größere Verbreitung fände. In der christlichen Fraternität der kranken und körperbehinderten Personen, für die wir ja auch schon 48 Jahre im Einsatz stehen, gibt es den Leitspruch “durch Leiden zum Leben". Aber ich denke, wir könnten die logischen, ehrlich-aufrichtigen Schlußfolgerungen auch einmal ohne Hilfe des Leidenhammers ziehen. Damit man sehen kann, daß wir uns durchaus im Rahmen päpstlicher Rundschreiben bewegen, weisen wir auch noch auf die Enzyklika “Vix pervenit" von Papst Benedikt XIV. vom 1. November 1745 hin.

Adolf Paster, adolf.paster@hifa.at

Anmerkung: Wir stehen dieser Sichtweise gar nicht so fern. In einem Interview (Nr. 6/08) zum Thema “Abschied vom Dogma des unbegrenzten Wachstums" stellt Prof. Heinrich Wohlmeyer fest: “Die Juden waren angehalten, alle 50 Jahre im Jobeljahr alle Vermögensverhältnisse neue zu ordnen (...) Diese Regel ist von der Erkenntnis getragen, daß der Zinseszins nicht funktionieren kann... (...) Wir können etwas schaffen: Den Zinseszins abschaffen."


Lernt tanzen!

Verehrter Kizito Chinedu Nweke, wir Christen müssen uns nicht verstecken, aber wir müssen auch nicht am allgemeinen unfreundlichen Geschrei teilnehmen. Wir sollen auch in Freiheit eingestehen, daß einige Kritik an unserer Kirche leider berechtigt ist. Natürlich johlt die öffentliche Meinung voller Hohn, wenn Stammtischvorurteile über Geistliche und Übergriffe in Internaten bedauerlicherweise bestätigt werden.

Niemand muß Christ sein. Der christliche Glaube ist ein großzügiges Angebot, und es bleibt jedem überlassen, es anzunehmen. Gemessen an den Maßstäben einer “aufgeklärten" Welt gilt natürlich jemand als naiv und blauäugig, wenn er etwas Unsichtbares und Ungreifbares, aber elementar Bereicherndes glaubt.

“Fürchtet euch nicht !"

“Euch geschehe nach eurem Glauben."

“Liebe ist die stärkste Kraft der Schöpfung." (Jesus von Nazareth)

“Leute, lernt tanzen, denn was sollen sonst die Engel im Himmel mit euch anfangen !" (Hl. Augustinus)

“Mögest du in Zufriedenheit wissen, daß du ein Kind Gottes bist!" (Mutter Theresa)

Ioan Kloss, kloss.design.salzburg@aon.at


Mütter brauchen eine Lobby

Die Gesellschaft wankt. Kinder trinken sich ins Koma. Homosexuelle und ihre Anhänger kämpfen mit allen Mitteln für das Verbot einer mehrtägigen wissenschaftlichen Tagung über Seelsorge und Psychotherapie in Marburg (www.medrum.de). Menschen werden verunglimpft, Redeverbote sollen erteilt werden. Große Parteien fordern, homosexuell lebende Gemeinschaften mit Ehe und Familie völlig gleichzusetzen, daß sie auch Kinder adoptieren können. Mich graust ob dieser Szenarien.

Der allergrößte Teil der Bevölkerung lebt ganz selbstverständlich in mehr oder weniger befriedigenden Partnerschaften zwischen Mann und Frau. (...)

Inzwischen brauchen Mütter, die gerne und mit vollem Herzen Mutter sind und ihre Berufstätigkeit den Kindern zuliebe ruhen lassen, Emanzipation. Die Gesellschaft, vor allem die Jugend, schreit nach Annahme, Halt, Verbindlichkeit. Die Politik aber predigt allein Wirtschaftlichkeit, Bildung, Arbeit. Das macht erfülltes Leben nicht aus!

Erfülltes Leben braucht Werte, Stabilität, Liebe, Anerkennung, gegenseitige Achtung, vernünftigen Umgang miteinander, Sinnerfülltheit.

Das alles erfordert auch Hingabe und Dienen, Wegsehen von sich selbst, ja, Demut im Einsatz für eine gute und wichtige Sache, für gelingendes Leben.

Die Mütter, die sich in ihrer Familie, unter ihren Kindern, in Unterstützung des Ehepartners völlig freiwillig, aus Vernunft für ihre Familien einsetzen, bewußt nicht den Kampf um das goldene Kalb mitmachen, sind der Kitt für unsere Gesellschaft! Mütter und Familien brauchen eine Lobby - sie prägen die Zukunft der Gesellschaft!

Almut Rosebrock, D-53343 Wachtberg bei Bonn


Und die Singles!?

In Ihrem Artikel in VISION 3/09 betrachten Sie mit großer Sorge den Anstieg der Single-Haushalte in Deutschland und Österreich und verurteilen die Alleinstehenden als Egomanen. Nun gibt es viele, die unfreiwillig Singles sind, weil heute nur mehr Wert auf die äußere Erscheinung gelegt wird, das Innere wird gar nicht mehr beachtet. Wir leben in einer sex- und leistungsorientierten Gesellschaft, wo das Individuum gar nicht mehr registriert wird. Und außerdem sind auch viele Singles krank, wie ich selbst, was die Partnerwahl noch mehr erschwert, denn der kranke Mensch hat gar keinen Wert für die Gesellschaft.

Ihnen sollte lieber Sorgen bereiten, liebe Familie Gaspari, daß die Kinder schon kurz nach der Geburt in die Horte abgeschoben werden, was deren geistiger und psychischer Entwicklung sicher nicht dienlich ist. Meine Geschwister, beide Professoren an Gymnasien, jammern immer, wie sich die Jugend heute entwickelt, und zwar negativ, weil niemand mehr auf sie schaut, sondern sie vernachlässigt. Irgendwo in der Ecke würgen sie dann ein Stück Pizza hinunter...

Wir drucken hiermit ausnahmsweise einen anonymen Brief ab. Er bietet Gelegenheit zu einer Klarstellung, die vielleicht auch für andere Leser wichtig sein mag:

1. Die hohe Zahl der Ein-Personen-Haushalte ist primär ein Hinweis auf die wachsende Zahl alleinstehender alter Menschen.

2. Wir wissen um die Nöte vieler Singles und fördern daher seit langem Bemühungen, die es katholischen Singles ermöglichen, einen Partner zu finden (siehe S. 28)

3. Wir teilen ganz die Ansicht, daß die Tätigkeit der Hausfrau, die ihren Kindern ein Zuhause bietet, eine der wichtigsten Aufgaben unserer Tage ist.

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