VISION 20005/2003
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Pressesplitter kommentiert

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Louise Brown ist 25 geworden

Am 25. Juli wurde Louise Brown, das erste Retorten-Baby der Welt, 25 Jahre alt. Daran erinnern unter anderem Die Welt, die Westfälische Rundschau (Ausgaben vom 25. Juli) sowie Die Tagespost (Ausgabe vom 24. Juli). Louise Brown sei bereits ein internationales Gesprächsthema gewesen, als sie am 25. Juli 1978 in einem Londoner Krankenhaus per Kaiserschnitt geboren wurde. Damals habe das erste Baby, das mittels einer künstlichen Befruchtung erzeugt wurde, für eine heute kaum noch vorstellbare Empörung gesorgt, so die Zeitungen.

Seither sind allein in Deutschland in den letzten 20 Jahren etwa 100.000 künstliche Befruchtungen erfolgreich durchgeführt worden - längst nicht nur bei als unfruchtbar geltenden Paaren. Doch viele Pioniere der Fruchtbarkeitsforschung sähen die Entwicklung heute kritisch, so die Westfälische Rundschau. Im Nachhinein gäben manche sogar den Kirchen Recht, die 1978 gewarnt hätten, es werde ein Geist aus der Flasche gelassen, dem nie mehr Herr zu werden sei.

Professor Robert Edwards, der 1978 zusammen mit dem Gynäkologen Patrick Steptoe den ersten Menschen in der Petrischale gezeugt hatte, betrachte die heutigen Babyfabriken mit Entsetzen. Seit sich die künstliche Befruchtung ausgebreitet hat, ist sie zum pharmazeutischen Unfug verkommen, zitiert das Blatt den Wissenschaftler. Phänomene wie die Leihmutterschaft habe er in keiner Weise vorausgesehen. Laut dem Blatt werfe Robert Winston, britischer Professor und Experte für Fruchtbarkeitsstudien, vielen Privatkliniken kommerzielle Ausbeutung der schlimmsten Art vor. Sorgen bereite ihm auch die inzwischen verbreitete Praxis, Embryonen vor der Verpflanzung einzufrieren.

Pro Life Info v. 6.8.03


Bedenkt man, wie gering die Erfolgsquote bei künstlichen Geburten nach wie vor ist, dann kann man sich ausmalen, daß allein in Deutschland in diesem Zeitraum mehrere Millionen Kinder zwar gezeugt worden sind, aber nie das Licht der Welt erblickt haben. Allein - es ist nicht bei dieser Unmenschlichkeit geblieben:

Ein Designer-Kind

Nach Adam Nash, der im Jahr 2000 in Minneapolis zur Welt kam, ist in Großbritannien ein weiteres sogenanntes Designer-Kind geboren worden. Nach Medienberichten erblickte der kleine Jamie Whitaker in einem Krankenhaus im nordenglischen Sheffield das Licht der Welt. Als Zweck seiner Existenz gaben seine verständlicherweise verzweifelten Eltern an, er solle seinem vier Jahre älteren Bruder Charlie, der an einer seltenen Form von Blutarmut leidet, als Stammzellspender dienen. (...) Laut Daily Mail habe Charlie ohne Stammzelltherapie beim heutigen Stand der Medizin eine Lebenserwartung von 30 Jahren. Die Krankheit könne nur durch eine Transplantation von Stammzellen, die zu 100 Prozent mit seinem Immunsystem übereinstimmt, geheilt werden. Ob Jamie diese Voraussetzung mitbringt, ist jedoch offenbar nicht einmal sicher. (...)

So müsse abgewartet werden, ob auch Jamie an derselben schweren Blutarmut erkranke. Der BBC sagte (Lana) Rechitsky (vom Reproductive Genetics Institute in Chicago), die Wahrscheinlichkeit dafür liege bei rund drei Prozent. Todsicher ist dagegen, daß Jamies neun Geschwister, die wie er selbst alle zum Zwecke von Charlies Heilung im Reagenzglas erzeugt worden waren, weniger taugliche Stammzellen besaßen. Deshalb durften sie zwar erzeugt, aber nicht geboren werden.
Und Jamie? Was wird er sagen, wenn er erfährt, warum er am Leben blieb?

Die Tagespost v. 24.6.03


Eine Gesellschaft, die so mit dem ungeborenen Kind umgeht, verliert klarerweise jedes Maß - auch im Umgang mit geborenen Kindern:

Kind im Internet versteigert

Die italienische Regierung will den Verkauf menschlicher Organe schnellstmöglich gesetzlich verbieten. Das berichtet die Zeitung Telegraph (Online-Ausgabe vom 18. Mai). Anlaß sei das Ausheben einer dreiköpfigen Gang, die im Internet ein noch ungeborenes Kind versteigert hatte. Wahrscheinlich hätten seine Organe für Transplantationen genutzt werden sollen, so die italienische Polizei. Die drei ukrainischen Frauen, eine davon die Kindesmutter, hätten den ungeborenen Jungen für 350.000 Euro verkauft, nicht wissend, daß es sich bei den Meistbietenden um verdeckt arbeitende Polizisten handelte. Im Januar sei das Kind mit einem Startpreis von 50.000 Euro zur Versteigerung im Internet angeboten worden. Der Preis sei aber rasch von den Bietern in die Höhe getrieben worden. Nach der Geburt Anfang Mai sei der Junge gegen Bargeld den Polizisten übergeben worden. Daraufhin hätten diese die drei Frauen sowie deren Bodyguard verhaftet.

Lebensforum 2/03


Sex bleibt Trumpf

“Was Frauen wirklich wollen" titelte das profil, das sich als wöchentliches Nachrichtenmagazin(!) versteht, und eröffnete damit den sommerlichen Reigen zum Generalthema “Was Sie schon immer über Sex wissen wollten". News, anfänglich wohl über den unerwarteten Vorstoß des profil in fremdes Terrain erstaunt, parierte den Angriff ... und schlug mit Bewährtem zurück: “Ihr Weg zum Glück", “Sex-Falle Büro" und “Der Sex des Robbie Williams" wurde da auf frühsommerliche News-Cover geknallt, gefolgt von der international zitierten (worauf News ausdrücklich hinweist) One-Night-Stand-Beichte einer 35-Jährigen Mutter mit dem britischen Pop-Idol. Den vorläufigen Höhepunkt der sommerlichen Volksaufklärung liefert freilich wieder das profil mit dem Cover-Reißer “Orgasmus - Neue Studien, neue Erkenntnisse".

Horizont 32-33/03


Hartnäckig wird das Thema Sex gepusht. Und dabei sind die negativen Folgen unübersehbar:

Die Syphilis kehrt wieder zurück

Die Zahl der Syphilis-Erkrankungen in Deutschland ist drastisch gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin registrierte im vergangenen Jahr 2275 Fälle der Geschlechtskrankheit, rund 720 mehr als noch im Jahr 2001. Die Zunahme geht vor allem auf Infektionen bei homosexuellen Männern zurück. Die meisten Fälle seien in Berlin und Hamburg gemeldet worden (...) Der Anteil der Männer in der Syphilis-Statistik ist bis 2002 auf 85 Prozent angestiegen. Bei heterosexuellen Kontakten nahmen die Infektionszahlen dagegen nicht zu. (...) Deutschland (ist) in Westeuropa kein Einzelfall bei der Syphilis-Verbreitung. In Großbritannien gab es eine ganz ähnliche Entwicklung (...)

Die Welt v. 29.7.03


Fast möchte man verzagen bei den vielen negativen Meldungen, von denen wir nur wenige herausgegriffen haben. Aber Gott sei Dank gibt es auf dem Gebiet des Lebensschutzes und des Umgangs der Jugendlichen miteinander auch Erfreuliches zu berichten:

Pro-Life-Mehrheit

Am 22. Jänner 1973 hat der Oberste US-Gerichtshof mit seinen Entscheidungen Roe gegen Wade sowie Doe gegen Bolton die Abtreibung als unbeschränktes Verfassungsrecht freigegeben. Damit ließ er zu, daß unschuldige, ungeborene Kinder während der neun Monate der Schwangerschaft auf Verlangen getötet werden durften. Heute, 30 Jahre nach der Legalisierung der Abtreibung in den USA, zeigen Meinungsumfragen, daß eine Mehrheit der Amerikaner pro life ist. (...) Alle Umfragen zeigen, daß die Mehrheit der Jungen unter 29 Jahren stark pro life ist und für Keuschheit plädiert. Man hatte eigentlich erwartet, daß sie sich mit den heutigen Gegebenheiten abfinden würden. Aber sie tun das in keiner Weise. Meiner Meinung nach sind wichtige Gründe für die Pro-Life-Einstellung der Jungen, daß in den letzten 20 Jahren einerseits Papst Johannes Paul II. bei den Weltjugendtagen so stark den Wert des Lebens betont hat und andererseits erwachsene Pro-Lifer vor den Tötungszentren in ganz Amerika ein so starkes öffentliches Zeugnis des Gebets abgelegt haben. Lebendige Zeugnisse beeindrucken die Jugend mehr als das gesprochene oder geschriebene Wort.

Ein weiterer Grund ist wohl, daß der Mehrzahl der Jugendlichen, die nach dem 22. Jänner 1973 geboren wurden, bewußt wurde, daß die Gerichtsentscheidung es ermöglicht hätte, daß sie im Schoß ihrer Mutter exekutiert hätten werden können. Und sie wissen auch, daß einer von drei Studenten aus ihrem Lehrsaal wegen dieses Unrechtsgesetzes fehlt. Sie sind ihren Eltern für ihr Leben dankbar, haben aber absolut kein Verständnis für die falsche Freiheit der Pro-Choice-Position, die das ungerechte Töten von Millionen ihrer Klassenkameraden geduldet hat.

Helpers of God's Precious Infants, Fastenzeit 2003


Beruf und Familie unter einem Hut?

Wieviel Kapazität für Kinder nach einer anstrengenden außerhäuslichen Tätigkeit - nicht nur nach einem 11-Stunden Arbeitstag - bleibt, zeigt der folgende Ausschnitt aus einem Interview mit der bekannten Redakteurin:

Sie arbeiten viel, haben aber auch eine Familie und einen dreijährigen Sohn. Wie läßt sich das vereinbaren?

Karin Resetarits: Es ist schon sehr anstrengend. Ich stehe um 6 Uhr auf und vor 17 Uhr komme ich nicht aus der Redaktion. Es ist ein Elf-Stunden-Tag, aber es bleibt noch Zeit, um mit dem Kleinen auf den Spielplatz zu gehen. Ich merke dann aber schon, daß ich oft nicht mehr die Kraft habe. Eine Stunde geht, aber dann hätte ich schon gerne Ruhe für mich selbst, er will aber noch spielen. Da hängt mir schon oft die Zunge raus.

Kurier v. 25.8.03


Warnung vor der Zenmeditation

Während meiner langjährigen Aufenthalte im pazifischen Raum konnte ich die Gefahren fernöstlicher Meditationsformen für den christlichen Glauben sehr genau beobachten. Der Abt der Trapistenabtei auf der japanischen Insel Hokkaido stellte eindeutig fest: “Ich werde niemals in unserer Abtei Zentechniken zulassen, ganz gleich welche es auch sein mögen. Diese sind einfach nicht zu trennen von ihrem religiös-philosophischen Hintergrund. Wenn man es doch versuchen würde, ginge langsam der wahre Glaube verloren." ... Diese Warnungen sollen nicht leicht genommen werden. Immer wieder berichten Zenpraktizierende, daß die gegenstandslose Meditationsform nicht zu Jesus Christus hinführe. Viele sprechen von Selbsterlösungstechniken, die zur Selbstverschließung verleiten, gerade dem Gegenteil einer liebenden Ich-Du-Beziehung.

Leserbrief in Die Tagespost v. 17.7.03


Es ist wichtig, es immer wieder in Erinnerung zu rufen: die fernöstlichen Praktiken sind nicht wertneutral. Sie können ihren Ursprung im Heidentum nicht verleugnen.

Ein Rechtswesen nur für Muslime?

In Kenya eskaliert ein religiöser Konflikt, nachdem muslimische Führer drohen, sich vom Land abzuspalten, wenn die neue Verfassung nicht für ein eigenes islamisches Gerichtswesen vorsorgt. Während der Debatten in der verfassunggebenden Versammlung haben muslimische Vertreter darauf bestanden, daß islamische “kahdi"-Gerichte in die Endfassung aufgenommen werden. Ansonsten würden die Muslime für Selbstbestimmung optieren. Die Vertreter des Islams behaupten, diese eigenen Gerichte seien notwendig, um den Unterschieden in den Moralgesetzen der Christen und Muslime Rechnung zu tragen. Bei einer Pressekonferenz in Nairobi erhob ein führender islamischer Vertreter in der Versammlung, Abdi Tari Sasura, den Vorwurf, daß die Ablehnung der “kadhi"-Gerichte ein Zeichen für die Feindschaft der Christen gegenüber Muslimen sei. ... Ein anderer islamischer Abgeordneter, Abdillahi Ali, warnte, daß die Muslime sich von Kenya trennen würden. Er sagte voraus, daß die Muslime des Landes - sollte man ihre Forderungen ablehnen - sich in das nordöstliche Kenya zurückziehen und dort abgesondert leben würden, wenn sie bei den anderen Kenyanern nicht erwünscht seien.

The Catholic World Report, Juli 2003

Solche Erfahrungen sollten nicht unberücksichtigt bleiben, wenn es darum geht, die Grenzen Europas für die Zuwanderung weit zu öffnen.


Ad limina Besuch für alle

In einem Vortrag über Ökumene ließ das ehemalige Oberhaupt der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft aufhorchen: Er regte an, daß alle Leiter christlicher Gemeinschaften - inklusive der nicht katholischen - regelmäßige Ad-limina-Besuche abstatten sollten, um sich mit dem Papst abzusprechen. Lord Carey of Clifton, der ehemalige Erzbischof von Canterbury, regte dies an während einer dreitägigen Konferenz über das Pontifikat von Johannes Paul II., die an der Lateran-Universität stattfand. Lord Carey, der 2002 zurückgetreten ist, sagte, seine Anregung baue auf einem Vorgang des Informationsaustausches auf, der vom seligen Johannes XXIII. eingeleitet und vom jetzigen Papst ausgebaut worden sei. ... Während seiner Amtszeit als Erzbischof von Canterbury ... traf Lord Carey Johannes Paul II. sechs Mal.

The Catholic Wolrd Report, Juli 2003

Ein bemerkenswerter Vorschlag, der dazu beitragen könnte, daß die Animositäten so mancher orthodoxer Würdenträger im persönlichen Kontakt mit dem Papst etwas abgebaut würden.


Und zum Schluß eine kuriose Meldung:

Ein goldenes Hotel

Nahe Marbella an der südspanischen Costa del Sol soll bis Ende 2005 das luxuriöseste Hotel der Welt entstehen: Das Gebäude werde komplett mit 24-karätigem Gold überzogen sein, berichtete die Zeitung El Mundo am Sonntag. Zwölf Tonnen des Edelmetalls (Wert 144 Millionen Euro) sollen verwendet werden. Das billigste Zimmer soll 6.000 Euro, die 500-Quadratmeter-Präsidenten-Suite 15.000 Euro kosten.

Die Presse v. 8.9.03

Das macht pro Woche 578.000 Schilling - aber doch sicher mit Frühstück!

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