VISION 20005/2013
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Nüchterne Berichte glaubhafter Zeugen

Artikel drucken Ist die Auferstehung ein historisches Ereignis?

Entscheidend für den Glauben ist die Glaubwürdigkeit der Heiligen Schrift. Die vielfach angezweifelte Zuverlässigkeit ihrer Be­richte wird heute durch die historische Bewer­tung der Texte und durch archäologische Funde umfassend bestätigt.   

Wenn wir von der Auferstehung Jesu Christi sprechen, so ist uns bewusst, dass es sich dabei um die zentrale Botschaft des christlichen Glaubens handelt. Mit dieser Botschaft steht und fällt der Glaube an Jesus Christus: Wenn Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist, dann ist er wirklich der Herr über Leben und Tod und damit der Sohn Gottes. Dann ist er wirklich der Christus, der gekommen ist, um den Menschen Heilung und Erlösung zu bringen. Wenn aber Jesus nicht von den Toten auferstanden ist, dann ist der ganze christliche Glaube an den Sohn Gottes und an die Erlösung des Menschen hinfällig. Der Apostel Paulus sagt es uns mit deutlichen Worten: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos.“ (1 Kor 15,14-15).
Die entscheidende Frage lautet also: Ist Jesus Christus tatsächlich von den Toten auferstanden, oder ist die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi nur eine fromme Legende? Ist die Auferstehung Jesu Christi ein Mythos oder ein Faktum?
Die große zeitliche Nähe der Quellen und der nüchterne und kontinuierliche Stil der biblischen Texte sind Hinweise dafür, dass die Texte über die Erscheinungen des auferstandenen Jesus ein reales Ereignis schildern. Die große zeitliche Nähe und der nüchterne und kontinuierliche Stil der biblischen Texte erlauben es nicht, die Texte über die Erscheinungen des auferstandenen Jesus einfach als mythologische Texte zu klassifizieren.
Weiters sprechen folgende Gründe für die Glaubwürdigkeit der Autoren: Es gibt biblische und frühchristliche Quellen, die über die Autoren berichten. Die junge Kirche hat bei der Erstellung des biblischen Kanons nur Schriften von Autoren zugelassen, die entweder Apostel oder Apostelschüler waren. Auf diese Weise können wir davon ausgehen, dass es sich bei den Autoren um Augenzeugen oder um verlässliche Bekannte von Augenzeugen handelt.
Was die Erscheinungen des Auferstandenen selbst anbelangt, können wir zusammenfassend sagen, dass die Berichte von den Erscheinungen auf folgende Dinge hinweisen:
• Die Erscheinungen des auferstandenen Jesus wurden von vielen Personen erlebt.
• Die Erscheinungen fanden an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten statt.
• Die Erscheinungen wiederholten sich über einen längeren Zeitraum.
• Die Auferstehung Jesu wurde von mehreren skeptischen Personen überprüft.
Es wird damit ein Gesamtbild der Erscheinungen vermittelt, welches eine Summe von Zeugnissen und Zeugen enthält. Dieses Gesamtbild trägt entscheidend zur Glaubwürdigkeit der Berichte über die Auferstehung bei. Bei den Erscheinungen des auferstandenen Jesus handelte es sich um ein geschichtliches und um ein übernatürliches Ereignis. Die Erscheinungen geschahen auf leibhaftige Weise innerhalb von Raum und Zeit und waren deshalb ein geschichtliches Ereignis. Die Erscheinungen des leibhaft auferstandenen Jesus erfolgten aber unabhängig von den Gesetzen der Materie und waren deshalb auch ein übernatürliches Ereignis.
Es sei auch noch die Frage gestellt, wieso wir am historisch fundierten Glauben festhalten sollen. Wir wollen es ganz einfach sagen: Wenn der Glaube kein historisches Fundament hat, riskiert er „gegenstandslos“ zu werden. Dann ist er nur mehr eine Sache der „sola fides“, des reinen Glaubens. Ein solcher Glaube riskiert dann, zu einer reinen Vision, zu einer psychologischen Projektion, zu einer philosophischen Idee, zu einer spirituellen Inspiration, zu einem Produkt der gläubigen Gemeinde, zu einem subjektiven Empfinden zu werden.
Das Christentum war aber von Anfang an eine Religion, die auf Tatsachen aufbaut. Der christliche Glaube baut auf dem historischen Jesus auf, der sich durch Seine Lehre und durch Sein übernatürliches Wirken als der Sohn Gottes ausweist und offenbart. Der christliche Glaube baut schließlich auf den leibhaftigen Erscheinungen des auferstandenen Jesus in einem geschichtlichen Rahmen auf.
Wir müssen heute als gläubige Christen dazu stehen, dass es übernatürliche Phänomene wie Wunder, Dämonen und Auferstehung gibt. Diese übernatürlichen Phänomene wurden uns von glaubwürdigen Augenzeugen bestätigt, die für ihr Zeugnis auch in den Tod gegangen sind.
Es gibt offensichtlich übernatürliche Phänomene, die sich wahrnehmbar und empirisch in der Geschichte manifestieren und somit das Weltbild des Materialismus und der Naturwissenschaft sprengen.
Nur wenn wir an die Möglichkeit des übernatürlichen Wirkens Gottes in der Welt und in der Geschichte glauben, können wir zu den übernatürlichen Glaubenswahrheiten gelangen und unser Heil erlangen. Und nur wenn wir an die Auferstehung glauben, wie sie uns von den biblischen Autoren berichtet wird, ist unser Glaube an Jesus Christus als den Sohn Got­tes und Erlöser begründet und sinnvoll!
Peter Egger

DDDr. Peter Egger unterrichtet am bischöfl. Gymnasium „Vinzentinum“ in Brixen. Sein Beitrag ist ein stark gekürzter Auszug aus dem Vortrag „Die Auferstehung Jesu – Mythos oder Faktum?“ bei der Theol. Sommer-Akademie am 27. 8. 13

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