VISION 20002/2018
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Sex braucht ein Zuhause

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Die Botschaft von Humanae vitae muss zweifelsohne neu artikuliert werden, ihr Wert muss wiederentdeckt werden, gerade im Hinblick auf die aktuellen gesellschaftlichen Probleme. In einer Zeit, in der Streit in der Familie, zerbrochene Beziehungen, Patchworkfamilien, Teenagerschwangerschaften, Verhütungsmentalität und Abtreibungsdiskussionen zur Lebensrealität junger Menschen gehören, braucht es neue Visionen. Solche, die die Ursachen der Probleme wirklich angehen, die mutig und zugleich ansprechend bereits im Jugendalter die Grundlagen für gelingende Beziehungen, sowie Freude an der Familie und an Kindern legen.
Wenn es uns ein Anliegen ist, dass Humanae Vitae von der nächsten Generation als prophetisches Werk erkannt und gelebt wird, müssen wir jetzt Schritte setzen, es wagen, die „Baustelle Pubertät“ bewusst zu betreten.
Im folgenden „Nachhaltiges“, das unbedingt zur Erziehung zur Liebe gehören sollte:
* Jugendlichen ihre Sehnsucht nach glücklichem Leben bewusst machen und den Zusammenhang zwischen Glück und Beziehungsfähigkeit verdeutlichen.
* Jugendlichen Freude an ihrem Mädchen- und Burschsein vermitteln, ihnen verständlich machen, wie unterschiedlich Männer und Frauen sind und dass sie nur dann ein gutes Team sind, wenn sie sich nicht gegenseitig abwerten, sondern ergänzen.
* Jugendlichen einen positiven Zugang zu ihrem Körper erschließen. Ihnen helfen, sich so anzunehmen, wie sie als Bursch oder Mädchen sind. Erkennen lassen, wie wunderbar alles zusammenspielt. Das Fruchtbarkeitsbewusstsein fördern, denn ein Ja zur Fruchtbarkeit erleichtert ein Nein zur Verhütung.
* Jugendlichen dabei helfen, den Lebensabschnitt, in dem sie sich befinden, als Chance zu sehen, um ihre Stärken und Begabungen herauszufinden und zu fördern. Lose Freundschaften gutheißen, um wichtige Entwicklungsschritte nicht durch sexuelle Aktivität zu blockieren.
* Jugendliche dabei unterstützen, mit ihren neuen, sexuellen Gefühlen zurechtzukommen, das heißt, sich darüber zu freuen, sie gleichzeitig aber zu kultivieren. Erschließen, dass die Ehe (an der ständig gearbeitet wird) der geeignetste Platz für die sexuelle Hingabe ist, denn „Sex braucht ein Zuhause!“
* Jugendliche zum Staunen über das Wunder des Lebens führen, um sie davor zu bewahren, Leben in jeder Form geringzuschätzen.
* Jugendlichen helfen, Liebe als Entscheidung und nicht als Gefühl (wie die Verliebtheit) zu verstehen. Die sexuelle Hingabe als tiefsten Ausdruck der Liebe verstehbar machen und die Angst vor Kindern und Familie nehmen.
* Jugendliche mit guten Vorbildern vertraut machen, fördern, dass sie gute Kontakte knüpfen (z. B. bei Weltjugendtagen, Jugendtreffen der neuen Bewegungen).
* Nicht mutlos werden, sondern darauf vertrauen, dass in Liebe Angebotenes und Gesagtes auch erst später Früchte tragen kann.

Aussagen von Jugendlichen aus TeenSTAR-Kursen, bei denen über einen längeren Zeitraum zum Thema „Freundschaft-Liebe-Sexualität“ gearbeitet wird und wo die oben angesprochenen Grundlagen bewusst thematisiert werden, sind ermutigend:
„Wir sprachen über Themen, von denen ich bis jetzt fast nie etwas gehört habe oder mit denen ich mich zu wenig befaßt habe.“
„Ich weiß jetzt, was ich will!“
„Ich fühle mich erlöst, weil ich meine Fragen klären konnte.“
„Es ist wichtig für mich, daß ich weiß, wie wunderbar ich gemacht bin.“
„Ich bin gern ein Junge!“
Helga Sebernik

Der Beitrag ist ein Auszug aus einem Artikel in VISION 5/08.
Die Autorin leitet TeenSTAR Österreich. TeenSTAR ist ein sexualpädagogisches Programm für Jugendliche und junge Erwachsene, das durch schulische und außerschulische Kurse die im Text angeführten Anliegen und Inhalte angepasst an die jeweilige Altersstufe vermittelt. Näheres siehe: www.teenstar.at
Kontakt: TeenSTAR Österreich: Dipl. Päd. Helga Sebernik, Ötscherblickstraße 22/1/3, A-3671 Marbach/Donau
www.teenstar.at/kontakt
Tel: +43 7413 22964 20

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