VISION 20002/2021
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Ein Blick in das Antlitz Christi

Artikel drucken Neue Erkenntnisse bestätigen die Authentizität des Turiner Grabtuchs (Gertrud Wally)

Obwohl es in der letzten Zeit um das Grabtuch von Turin still geworden ist, scheint es doch immer mehr eine wichtige Orientierungshilfe in einer Zeit großer Verwirrung zu werden. Denn die Grabtuchforschung hat bemerkenswerte Erkenntnisse erbracht, die jedoch von der Öffentlichkeit nicht zur Kenntnis genommen worden sind. Sie korrigieren massiv das unbestimmte bzw. negative Bild des Grabtuches, das insbesondere die Gegner von dessen Echtheit haben.

Im Jahr 1988 wurde lautstark auch in höchst wissenschaftlichen Publikationen wie „Science“ und „Nature“ verkündet, das Grabtuch von Turin sei nur ein mittelalterliches Artefakt, bestenfalls eine verehrungswürdige Ikone. Die Radiokarbondatierung der Probestücke ergebe ein Ergebnis aus dem Mittelalter.
Nun sind vor kurzem Mitglieder der internationalen Grabtuchforschergruppe, insbesondere Giulio Fanti und Robert Rucker zu verblüffenden Ergebnissen gekommen. Es hat sich herausgestellt, dass das irritierende mittelalterliche Ergebnis der Radiokarbondatierung weder auf einem falschen Teststück beruht, noch auf irgendwelchen kriminellen Tätigkeiten. Die Ergebnisse sind durchaus als richtig zu werten, ihre Interpretation hingegen ist eine tendenziöse Falschinformation.
Bob Rucker (www.shroudresearch.net), ein amerikanischer Grabtuchexperte und Nuklearwissenschaftler, hat anhand hypothetischer Modelle nachgewiesen, dass das Radiokarbonergebnis auf eine kurze, höchst intensive, aus dem Körperinneren kommende Strahlung hinweist, die den Radiokarbongehalt des Grabtuch-Stoffes erhöht und damit die Radiokarbondatierung ins Mittelalter verfälscht hat.
Der Irrtum der damaligen Testlaboratorien bestand darin, dass man gedacht hat, der Radiokarbongehalt des Stoffes sei überall gleich. Nun haben Fanti, Rucker und andere auf diesen systematischen Irrtum hingewiesen: Je weiter oben am Körper das Grabtuch anliegt (die Teststücke stammen aus der Gegend der Fußknöchel), desto stärker wären sie der Strahlung ausgesetzt und desto mehr C14 Atome würde man finden. Pro Zentimeter würde sich die Schätzung um 36 Jahre irren. So würde man sogar futuristische Jahreszahlen als Ergebnis erhalten. Dieser unbekannte, ultrakurze (0,3 Millisekunden laut Giulio Fanti) , hochenergetische (ca. 300.000 Volt, Giulio Fanti) Strahlungsausbruch aus dem Körperinneren würde durch geladene Teilchen hauchzart (0,2 µm) nur den äußersten Umfang einzelner, nicht immer nebeneinander liegender Flachsfäserchen der Tuch­innenseite verfärben, wobei die Gewebespitzen wie Blitzableiter agiert hätten.
Diese kurze, hochintensive Strahlung geladener Teilchen (ein „burst of energy“ durch Protonen, Elektronen, eventuell eine Corona Discharge, oder Infrarot- oder UV-Strahlung), die notwendigerweise ein Negativbild erzeugt, würde auch andere mikroskopische Eigenheiten des Tuches erklären, wie z. B. die dreidimensionale Information, die das Bild auf dem Grabtuch enthält. Ein solcher Energieausbruch käme einer elektrischen Entladung von ca. 50 Blitzen gleich. Diese Energie wäre nötig, um ein dem Grabtuch ähnliches Bild zu erzeugen – und das alles in einem verschlossenen Grab!
Außerdem beschäftigte die Wissenschaftler die Frage nach dem Transfer der Blutspuren des Leichnams auf das Tuch. Man konnte sich aber erklären, wie sich Blutspuren an Stellen auf dem Grabtuch befinden können, die nicht mit dem Körper Kontakt hatten. Man kam zu folgender Hypothese, dass nämlich der kurze, intensive Energieschub aus dem Körper eine Art Druckwelle erzeugt hätte, die das Blut auf das Tuch quasi geschleudert hätte (bis zu einer Distanz von 4-5 cm).
Ebenso könnte die Frage der hellroten Farbe der Blutflecken des Grabtuches anhand der Erkenntnisse um den kurzen, intensiven Energieschub gelöst werden. Italienische Wissenschaftler haben in Versuchen nachgewiesen, dass sich eingetrocknetes, mit Bilirubin angereichertes Blut bei starker UV-Strahlung nachweislich hellrot verfärbt. Aber die Wissenschaft stößt sich an der Frage, wieso es zu einem solchen Energieausbruch bei einem Toten kommen konnte – und hierauf gibt es rein wissenschaftlich keine Antwort.
Durch diese Erkenntnisse wird jedoch eine manuelle, natürliche Entstehung des Grabtuchbildes völlig ausgeschlossen. Dass der Leichnam auf diesen Energie­schub hinauf blitzartig verschwunden sein muss und nicht verwest ist, geht ebenfalls über die Kenntnis der Wissenschaft hinaus, ist aber aus dem Körperbild, dem Gewebe und aus den Blutkrusten zu erschließen (Aaron Arnaud Upinsky).
Alle seriösen Grabtuchforscher wie Gulio Fanti, Robert Rucker, Emanuela Marinelli u.a. sind heute der Meinung, dass dieser kurze Energieschub weit über die Wissenschaft hinausweist, nämlich auf das einmalige, experimentell nicht wiederholbare Ereignis der Auferstehung.
Eigenartigerweise ereignet sich jedes Jahr am Karsamstag der orthodoxen Kirche gegen ca. 14 Uhr in der Grabeskirche in Jerusalem eine wundersame Begebenheit, die mit der Entstehung des Bildes auf dem Grabtuch in Verbindung gebracht werden könnte. Die orthodoxen Gläubigen sind der festen Überzeugung, dass dieses wunderbare Ereignis einen Bezug zur Auferstehung Christi hat.
Durch die dunkle Ädikola, das kleine Bauwerk mit der Grabkammer in der Grabeskirche, fahren plötzlich ein oder mehrere Blitze, die die Kerze des Patriarchen entzünden. Diese „wunderbaren Flammen“ oder „Heiliges Feuer“ sind von einem Gas begleitet, das in höchstem Maße ionisiert ist, dem Plasma.
Nach Giulio Fanti würde während der Dauer des Heiligen Feuers die Ionisation der umgebenden Atmosphäre im Heiligen Grab von 140 auf 6040 negative Ionen/cm3 erhöht werden. Das Heilige Feuer hätte zu Beginn möglicherweise Wirkungen, die den Wirkungen des „Energie­schubes“ im Grab zum Zeitpunkt der Auferstehung glichen z.B. verbrennt es einen Stoff nicht, sondern verfärbt ihn nur leicht bräunlich.
Das alles sind Erkenntnisse, die die Echtheit des Grabtuches als wahres Leichentuch Christi immer mehr bestätigen und eine wertvolle Hilfe zur Verkündigung und Verteidigung des Glaubens bedeuten – insbesondere für unsere wissenschaftsvergötzende Zeit.
Aber deswegen ist das Grabtuch – wie der Mann des Grabtuches selbst, Jesus – auch Zeichen des Widerspruches. So klammern sich etliche skeptische Wissenschaftler noch immer an die Frage nach der Identität des Mannes des Grabtuches, obwohl diese Frage bereits ausführlich mit Methoden der Kriminalistik von Aaron Upinsky beleuchtet worden ist. Viele lehnen diese Erklärung jedoch ab, denn die Erkenntnis, dass der Mann des Grabtuches der Gottmensch Jesus von Nazareth ist, würde Konsequenzen für das persönliche Leben haben und davor scheuen viele zurück.
Dem gläubigen Betrachter des Grabtuches hingegen ermöglicht die Kenntnis der Fülle der darin enthaltenen Informationen einen ganz anderen Zugang zu den Evangelien, zur Mitfeier der Heiligen Messe, zu allen Feiern, die das Paschamysterium zum Inhalt haben, es schenkt einen vertieften Zugang zur Herz -Jesu-Verehrung und zur Verehrung des Heiligen Antlitzes, jene von Jesus selbst gegebenen und gewünschten Hilfsmittel für eine immer mehr antichristlich werdende Zeit.

Gertrud Wally ist Autorin des Buches: Er sah und glaubte - Grabtuch von Turin und Schweißtuch von Oviedo. Zwei Reliquien für das dritte Jahrtausend. Bernardus-Verlag, 146 Seiten, 14,60 €.

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