VISION 20005/2009
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Herrschaftswechsel durch Tauferneuerung

Artikel drucken Die Realität dämonischer Einflüsse

Unsere Gesellschaft hat sich angewöhnt, alles was mit den Mächten der Finsternis zu tun hat, wegzuerklären. Damit handelt sie sich allerdings ein, daß viele Phänomene in der Welt von heute überhaupt überhaupt nicht mehr zu verstehen sind.

 

In meiner ersten Kaplanszeit habe ich in Essen, im Ruhrgebiet, an einem Evangelisationstreffen von Baptisten mit mehreren tausend Jugendlichen teilgenommen. Wir, einige Jugendliche und ich, kamen zu spät und bekamen nur noch ziemlich weit hinten Plätze. Zwei, drei Reihen vor uns saß eine Schlägertruppe mit Lederjacken. Sie haben alle Leute in ihrer Umgebung angepöbelt und gestört. Man spürte sofort: Die waren nur gekommen, um diese Evangelisation kaputtzumachen.
Nach kurzer Zeit geht der Baptistenpastor zum Mikrophon, betet kurz und gebietet dann im Namen Jesu, allen Mächten der Finsternis den Saal zu verlassen. Und was passiert? Die Schlägertruppe steht sofort still auf und geht hinaus.
Ehrlich gesagt: Mir ist es damals kalt über den Rücken gelaufen.
Da war zu spüren: Hier sind Mächte am Werk, die eine solche Evangelisation zerstören wollen. Allerdings wurde auch deutlich: Jesus hat uns Vollmacht gegeben, diesen Mächten der Finsternis in Seinem Namen zu gebieten, und diese mußten - eigenartigerweise - gehorchen.
Ein anders gelagertes Beispiel: Eine Frau, die ich nicht kannte, wurde mir von auswärts zur Seelsorge geschickt. Sie komme mit ihrem Leben nicht zurecht und ich solle doch einfach mit ihr sprechen. Nun saß sie vor mir, war aber in ihrem ganzen Reden so destruktiv, so negativ, daß ich nicht an sie herankam. Auf alles, was ich ihr riet, hatte sie etwas dagegen zu sagen. Sie sah alles nur schwarz.
Nun hatte ich damals zufällig auf dem Tisch einen Zettel liegen, auf dem ein Vers aus dem Alten Testament stand, aus dem Propheten Zephanja: „Der Herr, dein Gott ist in deiner Mitte ein Held, der Sieg schafft. Er freut sich über dich, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er erneuert seine Liebe zu dir...“ (3,17)
Ich gebe der Frau diesen Zettel und sage ihr: „Lesen Sie ihn doch einmal laut!“ Sie nimmt den Zettel, wirft einen Blick darauf: „Kann ich nicht lesen!“ Ich: „Sie können doch lesen!“ „Nein, ich kann das nicht lesen.“ „Ja, wieso denn?“ „Ich kann das nicht lesen...“
Ich bohre weiter. Schließlich erklärt sie: „Wenn ich Ihnen sage, warum ich ihn nicht lesen kann, lachen Sie mich aus.“ Ich verspreche ihr, sie nicht auszulachen. Darauf sagt sie mir: „Daran hindert mich der Teufel.“
Zunächst bin ich sehr erschrocken. Dann aber habe ich ihr vorgeschlagen: „Wir machen jetzt Tauferneuerung.“ Denn bei jeder Taufe wird ein Exorzismus gesprochen, denn bei der Taufe geht es um einen Herrschaftswechsel: „Widersagen Sie dem Satan...?“ „Ich widersage...“ „Glauben Sie an Gott...?“ „Ich glaube...“
Ich habe das Gotteslob geholt, den Ritus der Taufe aufgeschlagen, und sie war einverstanden, den Ritus der Tauferneuerung zu vollziehen: „Widersagen Sie...“ - „Ich widersage...“ „Glauben Sie an Gott...“ „Ich glaube...“ - das ganz normale Taufversprechen.
Was war das Ergebnis? Sofort konnte die Frau den Text aus dem Propheten Zephanja lesen. Und in relativ kurzer Zeit waren auch die Probleme ihres Lebens auf dem Tisch und wir hatten Lösungswege gefunden.
Da ist mir klar geworden: An dieser Frau mußte ein Herrschaftswechsel stattfinden.
Etwas ähnliches ist mir passiert, als ein junger Mann sich telephonisch zu einem Beichtgespräch anmeldet. Er kommt, sitzt bei mir im Zimmer, ich bete kurz für ihn - und dann sitzt er da und sagt kein Wort. Fast eine Stunde ohne ein Wort. Manchmal kommt so etwas vor, und dann ist es für den Beichtvater gar nicht leicht, nicht vorschnell einzugreifen.
Irgendwann sagt er dann: „Ich kann nicht beichten.“ Ich segne ihn und er geht.
Nach einigen Tagen meldet er sich noch einmal zu einem Gespräch an, kommt - und sitzt wieder da, ohne einen Ton zu sagen. Wieder sagt er: „Ich kann nicht beichten“ und geht.
Er meldet sich ein drittes Mal und das gleiche Spielchen geht wieder los. Diesmal frage ich ihn: „Wieso können Sie nicht beichten?“ Er darauf: „Wenn ich beichten will, dann ist das so, als wenn mir einer das Kinn zuhält.“
Wieder lief mir eine Gänsehaut über den Rücken.
Und wieder habe ich das Gotteslob geholt und ihn eingeladen, eine Tauferneuerung zu machen. Er war bereit dazu. Und wieder: Die Tatsache, daß sich jemand bewußt der Herrschaft Gottes unterstellt und dem Bösen widersagt, schenkt eine ungeheure Freiheit.
Nachdem durch die Tauferneuerung bei dem jungen Mann der Herrschaftswechsel vollzogen war, konnte er sofort beichten.
Aufgrund dieser Erfahrungen denke ich, daß es auch in unserer Zeit wichtig ist, solche Phänomene ernstzunehmen. Man muß sie kennen, darf nicht vor ihnen erschrecken, denn Jesus hat uns Vollmacht über die Phänomene des Bösen gegeben. Wo Menschen sich ganz bewußt der Herrschaft Jesu unterstellen, da wird die Macht Satans gebrochen.
Karl Sendker Der Autor ist Vicarius cooperator
im Wallfahrtsort Kevelaer St. Marien (siehe auch seine Homepage: www.karl-sendker.de), sein Beitrag ein Auszug aus der Radio-Maria-Sendung „Bibelschule“ am 29.8.09_

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