VISION 20001/2014
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Homophobie – ein absurder Begriff

Artikel drucken Eine giftige Blüte der Gender-Ideologie (Mario Palmaro)

Deutschland werde gegen Homophobie kämpfen, so steht es im Koalitionspakt von SPD und CDU/CSU (siehe S.26). Auch Italien er­wägt, Strafen einzuführen für Äußerungen, die homosexuelles Verhalten kritisieren. In einigen Ländern gibt es entsprechende Regelungen schon. Wie absurd dieser Zugang ist, zeigt folgender Beitrag.

Was heißt das eigentlich: Jemand sei homophob? In Wahrheit kann das niemand genau sagen, denn Homophobie ist ein ideologisches Konstrukt. Es ist die Erfindung eines Gesetzeswerkes wie aus der Sowjetära, die es der Verwaltung und den Gerichten ermöglichen wird, unterschiedlichste Verhaltensweisen zu verfolgen – der groteskeste Triumph einer kreativen Jurisprudenz.
Die Homophobie geht von der Annahme aus, dass die Welt aus Hetero- und Homosexuellen, darüber hinaus aus anderen – jeweils bestimmbaren – auf das Sexualverhalten bezogenen Kategorien bestehe. Allerdings ist das Konzept der Heterosexualität schon falsch: Wenn nämlich ein Mann und eine Frau sexuelle Handlungen vollziehen, dann handelt es sich einfach um ganz normale Personen. Alles andere ist anormal. Sobald aber die rechtliche Kategorie der Homophobie etabliert ist, kann man diese Aussage nicht mehr öffentlich machen, ohne zu riskieren, gerichtlich verfolgt zu werden.
Dasselbe gilt für einen Professor oder eine Lehrerin, die ihren Schülern erklären würden, dass sexuelle Beziehungen von Personen desselben Geschlechts nicht normal seien oder dass es für Kinder schädlich sei, zwei Väter oder zwei Mütter zu haben. Auch wird das Damokles-Schwert einer Strafanzeige über jedem Priester oder Katechisten hängen, der homosexuelle Akte als Sünde wider die Natur und daher als Sünde, die „im Angesicht Gottes nach Rache schreit“, bezeichnet.
Die Homophobie ist eine absurde Kategorie. Wenn jemand angegriffen oder beleidigt wird, sieht die Rechtsordnung ohnedies Sanktionen vor. Sie treffen nach dem Gleichheitsprinzip alle in gleicher Weise. Sobald man neue Strafen erfindet für den Fall, dass das Opfer homosexuell ist (oder erklärt, es zu sein – wie sollte man das auch nachprüfen?), öffnet man das Tor für eine unabsehbare Kette von Ka­tegorien besonderer strafrechtlicher Schutzwürdigkeit.
Man könnte eine strengere Bestrafung für „Grassophobie“ erfinden, um die Fettleibigen vor untergriffigen Bemerkungen von Kollegen und Mitschülern zu schützen; oder die „Tabakophobie“, um Raucher gegen jene zu verteidigen, die sie wegen des Umgangs mit ihrer Lunge diskriminieren; oder auch die „Glatzophobie“, um der unwürdigen Diskriminierung von Menschen mit wenig Haarwuchs ein Ende zu setzen. Wie man sieht: Es gibt keine Grenze für diesen unsinnigen Wettlauf um Sonderrechte.
Ein Volk, das Homophobie als Kategorie in seine Gesetzgebung aufnimmt, akzeptiert damit unweigerlich die Gender-Ideologie. Was das bedeutet? Nach der Gender-Theorie ist das Geschlecht keine natürliche Gegebenheit, der keiner entrinnen kann – man kommt eben entweder als Mann oder als Frau zur Welt, eine dritte Möglichkeit gibt es nicht –, sondern jeder bestimmt (und zwar nicht ein für alle Mal), ob er Mann oder Frau sein will, unabhängig von den natürlichen Gegebenheiten.
Die Homophobie ist die gesetzliche Bestätigung für die Zerstörung des Geschlechts als natürliche Gegebenheit und sie wandelt es in eine beliebige persönliche Entscheidung um. Ich werde mich für das Mann- oder Frausein ebenso entscheiden können wie dafür, ob ich lieber Kirschen- oder Pfirsichmarmelade esse. Der Mensch macht sich damit im wahrsten Sinn des Wortes „selbst“.
So wird das von den Denkern der Aufklärung und von Revolutionären à la Rousseau initiierte Projekt der anthropologischen und sozialen Zerstörung des Menschen vollendet. Dieses Projekt lässt sich zusammenfassend als totaler Aufstand gegen Gott beschreiben. Es findet seinen Höhepunkt in der Ablehnung der sexuellen Abhängigkeit, die uns durch den Leib und seine Organe vorgegeben ist. Auf diese Weise wird der von Gott gegebene Auftrag: „Seid fruchtbar und mehret euch“ verhöhnt.
Mario Palmaro

Auszug aus „Il Timone“, Settembre/Ottobre 2013

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