VISION 20001/2014
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Freude an den Kindern

Artikel drucken Ein Tag eines Autobusunternehmers (Franz Gollowitsch)

Den Tag im Angesicht Gottes  zu verbringen,darum bemüht sich der Autor seit langem. Anfang der neunziger Jahre gab er davon einmal folgendes Zeugnis.

Grundsätzlich habe ich mir einen festen Tagesplan zurechtgelegt: Früh genug aus dem Bett, damit ich sicher auch Zeit habe, den Tag im Gebet, also mit Gott zu beginnen. Um etwa 6.18 Uhr steige ich frohen Mutes ins Auto, um Schüler zur Schule zu fahren. Bis die ersten einsteigen, danke ich Gott für alles in meinem Leben.
Ich bemühe mich, den Kindern, die mit mir fahren, als Freund zu begegnen, versuche, in jedem Jesus zu sehen und alle gern zu haben, keinen zu benachteiligen und mit allen freundlich zu reden. Bei den Leerfahrten zwischendurch habe ich noch die Möglichkeit, für meine Familie, für meine verstorbenen Eltern und Verwandten, auch für den Gebetskreis und für die Pfarre sowie für die Kranken zu beten.
Danach beginnt das Alltägliche, die übliche Arbeit, mittags wieder das Schülerfahren, danach wieder die Arbeit. Am Abend beende ich den Tag rückblickend: Was ist mir heute von meinen Vorsätzen gut, schlecht oder gar nicht gelungen, wie könnte ich dies besser machen? Welche Menschen, denen ich heute begegnet bin, konnte ich wirklich liebend annehmen?
Während der Schulbusfahrten nehme ich mir Zeit, über die schöne Schöpfung Gottes zu reden und die Kinder auch auf manches aufmerksam zu machen (z.B. auf einen Igel, der über die Straße läuft).
Ich denke heute noch sehr oft an meine guten Eltern und an Personen, die mich als Kind liebend angenommen haben und sich Zeit nahmen, mir manches zu erklären oder mich auf etwas Schönes aufmerksam zu machen. Diese Erfahrung möchte ich auch an die Schüler, die mit mir fahren, weitergeben.
Ob Sie es glauben können oder nicht, für mich sind die täglichen Begegnungen mit diesen frohen Kindern, die offenen und einfachen Gespräche gleichzeitig viele schöne Begegnungen mit Jesus. Durch diese Kinder konnte ich auch erkennen, warum es heißt: Ihr müsst werden wie die Kinder ... werdet wie die Kleinen ... und lasst die Kleinen in die Welt kommen, damit wir uns an ihnen ein Beispiel nehmen können. Beobachten wir Kinder bei einem Streit: Wie lange sind sie wirklich böse, auch wenn sie sagen, jetzt mag ich dich nie mehr? Fünf Minuten später, wenn es überhaupt so lange dauert, geht das Spiel weiter, als wäre nichts gewesen. Warum bringen uns Kinder so oft große Freude, dass wir dabei sogar Sorgen und Leid vergessen können? Öffnen wir unsere Herzen wie die Kinder, öffnen wir sie der Liebe, dem Frieden und erleben wir dadurch täglich mehr Freude in und mit Gott. So entsteht eine Beziehung zu Jesus wie zu einem sehr, sehr guten Freund, mit dem man eben tagtäglich ein Gespräch haben möchte. Ich will mit Ihm reden, will zu Ihm und alles, was ich in Seine Hände lege, weiß ich bei Ihm sehr gut aufgehoben. Alle Wünsche und Sorgen werden automatisch kleiner mit Ihm und bei Ihm.
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Freude in unserem Herzen immer größer wird, wenn wir versuchen, die Botschaften Mariens zu leben.
Franz Gollowitsch
 ist heuer 76 Jahre alt. Er hat jahrzehntelang mit seinem Autobusunternehmen (das jetzt von seinem Sohn geführt wird) Reisen nach Medjugorje organisiert – auch während der Kriegsjahre. Im Jahr 2006 war er zum 400. Mal in Medjugorje.

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