VISION 20004/2001
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„Dann betet der Geist in mir“

Artikel drucken Erfahrungen mit dem Heiligen Geist (P. James Manjackal)

Father James ist ein unermüdlicher, geisterfüllter indischer Missionar (siehe Portrait in Vision 3/2001). Er gibt Zeugnis vom erstaunlichen Wirken des Geistes in unseren Tagen durch die Charismatische Erneuerung.

Der Heilige Geist ist eine Person und die Kraft in einem Gläubigen. Der Geist, “Pneuma", ist lebensspendend und atemspendend für eine Person. Er redet mit ihr und führt sie wie eine Person, ja Er ist die dritte Person der Heiligen Dreifaltigkeit.

Ein wahrhaft Glaubender kann Seine Gegenwart spüren und immer erleben, wie Er mit ihm geht auf seinem labyrinthgleichen Weg. Er verhilft ihm zum Erfolg und zum Sieg im Leben, alle Feinde überwindend. “Ihr aber, meine Kinder, seid aus Gott und habt sie besiegt; denn Er, der in euch ist, ist größer als jener, der in der Welt ist" (1Joh 4,4).

Der Geist ist auch “Dynamis", eine Kraft in mir. Das Wort “Dynamit" stammt von “Dynamis" . Ein Christ wird zur Dynamitkraft durch das Wirken des Geistes. Er kann den Teufel austreiben, er kann Kranke heilen, er kann den Segen Gottes herabrufen. “Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an die Grenzen der Erde" (Apg 1,8).

Das Verhalten der Apostel wird so beschrieben: “Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen" (Apg 4,33). Sehen wir, was über Stephanus geschrieben steht, einen der sieben Diakone, die gewählt waren, der Kirche zu dienen. “Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk" (Apg 6,8). Jesus wird in der Apostelgeschichte als “gesalbt mit dem Heiligen Geist und Kraft" (Apg 10,38) beschrieben.

(...) Der Heilige Geist ist eine Person wie die anderen Personen der Heiligsten Dreifaltigkeit. Er hat einen Verstand, also kann Er mit uns beten und für uns Fürbitte halten, eintreten mit uns, zusammen mit allen Heiligen. “So nimmt sich auch der Geist unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können. Und Gott, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein" (Röm 8,26f).

Bevor ich mit dem Heiligen Geist getauft wurde, habe ich viel Zeit und Energie zum Beten verbraucht, aber ich konnte nicht beten. Viele Leute überbringen mir Gebetsanliegen durch Briefe oder telephonische Anrufe. Ich kann ganz ehrlich sagen, daß ich nicht für sie bete, aber ich übergebe ihre Nöte dem Heiligen Geist. Dann betet Er in mir und gibt mir manchmal Botschaften über die Erhörung der Gebete.

Jetzt brauche ich keine Kraft oder Anstrengung mehr zum Beten, weil alle Kraft und Anstrengung vom Geist kommt. Ich übergebe mich allein Seiner Kraft. Früher, da wußte ich nicht, wie ich Gott von ganzem Herzen lieben sollte. Ich habe die Muskeln angespannt, um Entscheidungen zu treffen, um einen Akt der Hingabe, der Liebe, usw. zu machen. Heute, in meinem neuen Leben ist es der Heilige Geist in mir, der Gott liebt.

Der Heilige Geist ist die Liebe, die existiert zwischen dem Vater und dem Sohn. Durch den Heiligen Geist ist die Liebe, mit der der Vater den Sohn geliebt hat, in mir und ich liebe Jesus so wie Gott selbst Seinen Sohn liebt (Joh 17,26). Durch den Heiligen Geist ist Gottes Liebe ausgegossen in mein Herz (Röm 5,5). Dadurch habe ich auch Anteil an der Gemeinschaft der Heiligen.

Der Heilige Geist hat einen Willen. In Bezug auf verschiedene Gaben sagt Paulus: “Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will" (1Kor 12,11).

Die Leute fragen manchmal, warum sie nicht die Erfahrung oder die Gaben haben, die andere Menschen haben. Erinnern Sie sich an das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, als der gleiche Lohn an alle gegeben wurde. Jene die früh gekommen waren und länger gearbeitet hatten, motzten wegen denen, die später gekommen waren. Da sagte der Herr: “Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?" (Mt 20,15).

Ich habe viele gesehen, die lange, gut und treu im kirchlichen Leben standen, wie Priester oder Nonnen, die oft die Geistesgaben nicht erhielten, während die neu Bekehrten und Spätkommenden mit verschiedenen Gnadengaben gesegnet sind. Ich habe die taufe im Heiligen Geist durch die Auflegung der Hände von jemandem empfangen, der neu zum Christentum bekehrt war! Der Heilige Geist schenkt Erfahrungen und Gnadengaben denjenigen, denen Er sie geben will. Er ist der Verteiler, Er hat Seinen Willen und Seine Freiheit.

Der Heilige Geist ist eine Person, weil Er spricht. Er lehrt, führt, ermahnt und überführt die Menschen ihrer Sündhaftigkeit (Offb 2,7; Joh 14,26; Joh 16,8,13). Es ist wunderbar, sich in die Kraft des Heiligen Geistes fallen zu lassen und sich vollkommen von Ihm führen zu lassen.

In der Apostelgeschichte sehen wir, wie der Heilige Geist mit ihnen spricht und sie führt: “Weil ihnen aber vom Heiligen Geist verwehrt wurde, das Wort in der Provinz Asien zu verkünden, reisten sie durch Phrygien und das galatische Land. Sie zogen an Mysien entlang und versuchten, Bythinien zu erreichen; doch auch das erlaubte ihnen der Geist Jesu nicht" (Apg 16,6f).

Beim Gerichtsverfahren gegen Stephanus kam der Geist als Anwalt zu seiner Verteidigung, denn niemand konnte ihn besser verteidigen als die Kraft und die Weisheit, die ihm durch den Geist offenbart worden war (Apg 7,54-56). In der Geschichte von der Bekehrung des äthiopischen Eunuchen sagte der Heilige Geist zu Philippus, er solle zu ihm gehen und nach der Taufe des Äthiopers hat der Geist ihn entführt (Apg 8,29,39). In Bezug auf die Bekehrung der Heiden war es der Heilige Geist, der dem Petrus die Bedeutung seiner Vision erklärte (Apg 10.19).

Seit ich den Heiligen Geist empfangen habe, gehe ich mit Ihm, also bitte ich Ihn um Rat bei allem, was ich tue. Es kann Zeiten gegeben haben, da ich nicht auf Ihn hörte oder Seine Ermahnungen nicht befolgt habe. Das sind meine Sünden der Untreue gegen Ihn.

Sogar in kleinen Angelegenheiten gibt Er eine Antwort: ja oder nein. Einmal wartete ich am Busbahnhof auf einen Bus. Da kam plötzlich ein Bus mit vielen leeren Sitzen, aber der Geist sagte mir, ich solle nicht einsteigen. als der folgende Bus mit Menschenmassen ankam, sagt Er mir, ich solle einsteigen. Später erfuhr ich, daß der erste Bus einen Unfall gehabt hatte ein paar Minuten nachdem er den Bahnhof verlassen hatte...

einmal gab mir ein reicher Mann ein persönliches Geldgeschenk, um Stoff für eine Soutane zu kaufen, da meine damals zerrissen war. Bevor ich zum Stoffladen ging, sagt mir der Geist: “Du hast wenigstens zerrissene Kleider, aber es gibt viele arme Menschen, die nicht einmal zerrissene Kleider oder Essen haben, gib ihnen das Geld!" Erst als ich das Geld den Armen gegeben hatte, hatte ich Frieden.

Vor kurzem wurde ich eingeladen, in einem Land zu predigen. Mehrmals sagte mir der Geist, ich solle nicht dorthin gehen, aber ich traute mich nicht, dem, der mich mit viel Liebe eingeladen und mit viel Unkosten das Programm organisiert hatte, nein zu sagen. Als ich den Ort erreichte, hat der Ortsbischof mir die Erlaubnis zu predigen, verweigert. Das war tatsächlich die Folge des Ungehorsams gegen den Geist. Die Hilfe des Heiligen Geistes wird denen gegeben, die Ihm gehorchen (Apg 5,32).

Von Fr. James Manjackal MSFS

Auszug aus “Eureka", ISBN 3-9807 684-0-6, Kontaktadresse: Highland, Alemannenstr. 4, D-81543 München

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