VISION 20004/2001
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Europride in Wien

Artikel drucken Ist Schwulsein normal? (Christof Gaspari)

Etwas in Eile, warte ich auf die Straßenbahnlinie 46. Endlich kommt der Zug mit zwei Fähnchen am Dach: ein Wiener und ein Regenbogen-Fähnchen - das Symbol der Homosexuellen!

Nun fällt mir ein: Wien ist derzeit die Schwulen- und Lesbenhauptstadt. Wiens Bürgermeister hieß die Teilnehmer im Programmheft für den Schwulen-Monat Juni herzlich willkommen: “ ... Ganz besonders freut es mich als Wiener Bürgermeister, daß die diesjährige Europride in Wien stattfindet ... Die öffentliche Präsenz von Homo- und Bisexuellen in Österreich ist gerade unter geänderten politischen Bedingungen ganz wichtig."

Die Medien zelebrieren den Life-Ball im Rathaus und die Parade über die Ringstraße: Hunderttausende Teilnehmer, lustig und bunt sei es gewesen. Kurz und gut: Schwul zu sein, ist ganz normal.

Und genau gegen diese Behauptung muß man immer wieder klar Stellung nehmen.

Es stimmt zwar: Homosexuelle Personen zu verachten, sie verächtlich zu machen oder an den Pranger zu stellen, ist unrecht. Insofern ist der Appell, homosexuelle Menschen nicht zu “diskriminieren", in gewisser Hinsicht berechtigt. Aber gilt nicht gleiches für den Umgang mit allen, die ein Fehlverhalten an den Tag legen? Sündern ist mit Liebe zu begegnen, damit sie Mut fassen, vom Irrweg abzuweichen. Jeder von uns ist als Sünder laufend auf die Barmherzigkeit Gottes und seiner Mitmenschen angewiesen.

Irrwege müssen aber als solche erkennbar sein. Daher ist niemandem geholfen, wenn man aus falsch verstandener Barmherzigkeit, die Sündhaftigkeit homosexueller Betätigung verharmlost oder leugnet. Noch einmal: Es geht weder darum, Menschen mit homosexuellen Neigungen schlecht zu machen und anzuprangern. Klar und deutlich aber muß gesagt werden: Homosexuelle Akte sind schlimme Abirrungen. Man lese in der Heiligen Schrift nach: Gen 19,2-29; Röm 1,24-27; 1Kor 6,10; 1Tim 1,10.

Genau dieses Unrechtsbewußtsein geht heute verloren. Systematisch wird uns eingehämmert, ausgelebte Homosexualität sei nichts als eine normale Variante, seine Sexualität zu leben. Schwul oder lesbisch zu sein, sei ganz natürlich. “Gen für Homosexualität entdeckt" berichtete etwa “Der Spiegel" 1993. Wer der Frage dann wirklich nachging, entdeckte: Alles unbewiesene Thesen. Weit und breit keine Spur von einem Homosexuellen-Gen. Man lese bei Van Aardweg nach, der seit mehr als 30 Jahren das Thema Homosexualität wissenschaftlich beackert.

Eine weitere Behauptung wird gern wiederholt: Die Zahl der Homosexuellen sei enorm hoch. Seit dem Kinsey-Report über das Sexualverhalten der Amerikaner werden Phantasiewerte von über 10 Prozent kolportiert. Tatsache ist: Kinseys Erhebung war nicht repräsentativ. Er befragte vor allem Uni-Studenten. Das bekannte Batelle-Institut hingegen kam 40 Jahre nach Kinsey auf magere 1,1 Prozent sich homosexuell betätigender Männer (“Science" v. 30.4.93).

Längst ist auch erkannt, daß der homosexuelle Lebensstil extrem belastend ist: kürzere Lebenserwartung (nicht nur durch Aids), höhere Selbstmordanfälligkeit, höhere Unfallträchtigkeit - und zwar bei Männern und Frauen. Kein Wunder: Der im Homosexuellen-Milieu übliche extrem häufige Partnerwechsel ist psychisch kaum zu verkraften.

All diese Erkenntnisse ändern jedoch nichts an der Tatsache, daß dieses “Programm" einer verschwindenden Minderheit weiter “gepusht" wird. So hat das Europa-Parlament 1994 eine Resolution gebilligt, die an die Mitgliedstaaten appelliert, homosexuelle “Ehen" anzuerkennen. Mehrere Länder sind dieser Aufforderung schon gefolgt, unter ihnen die Niederlande und Frankreich.

Damit geben sich Schwulen- und Lesben-Lobbys aber nicht zufrieden. Als nächstes geht es um die Adoption. Ja, auch das gibt es schon: 1999 wurden zwei homosexuelle Briten als rechtmäßige Eltern von Zwillingen (von einer US-Leihmutter geboren) anerkannt. Calum McKellar, Dozent in Edinburgh, stellt sogar in Aussicht, man werde mittels Klontechnik, künftig Kinder aus der Erbinformation zweier Männer zusammenmixen können.

Genug der Horrorperspektiven: Warum ich das Thema anschneide? Nicht, um einen Kreuzzug gegen Homosexuelle anzuzetteln. Wohl aber, um wieder einmal ins Bewußtsein zu rufen: Selbst wenn evangelische Synoden für die Segnung homosexueller Paare votieren, bleibt homosexuelle Betätigung vor Gott eine schwere Verfehlung. Diese Botschaft weiterzugeben - liebe- und verständnisvoll - sind wir Christen der Jugend schuldig, aber auch unseren homosexuellen Schwestern und Brüdern, um ihnen die Chance offenzuhalten, aus ihrer Misere herauszufinden.

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